Sensation im Saarland? Elversberg vor Bundesliga-Aufstieg.
„Jetzt haben wir ein Endspiel“Dorf-Club Elversberg vor historischem Aufstieg in die Bundesliga

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Freut sich auf das Saison-Finale mit der SV Elversberg: Trainer Vincent Wagner. (Archivbild)
In Elversberg sucht man einen Bahnhof vergeblich. Und die Arena an der Kaiserlinde? Eine einzige Baustelle. Doch all das könnte am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) völlig egal sein. Denn dann hat die SV Elversberg, der kleine Dorfklub aus dem Saarland, die Chance, tatsächlich in die Bundesliga aufzusteigen.
Ein einziger Sieg gegen Preußen Münster, den bereits feststehenden Absteiger, fehlt noch zum Fußball-Märchen. Ein Sieg, und der Verein, der vor vier Jahren noch in der Regionalliga spielte, macht den historischen Coup perfekt. Zwölf Monate, nachdem der Aufstiegstraum gegen den 1. FC Heidenheim in letzter Sekunde so dramatisch platzte.
Elversberg hat den Aufstieg in der eigenen Hand
„Wenn uns zu Saisonbeginn jemand gesagt hätte, dass wir am 34. Spieltag die Chance haben, mit einem Heimsieg aufzusteigen, wären wir alle sehr glücklich gewesen“, sagt Trainer Vincent Wagner. „Jetzt haben wir ein Endspiel. Deshalb sollten wir uns auf die Aufgabe freuen.“
Die Ausgangslage ist glasklar: Vor dem letzten Spieltag steht die SVE auf Rang zwei. Punktgleich mit den Verfolgern Hannover 96 und SC Paderborn, aber mit einer deutlich besseren Tordifferenz (+22). Die Saarländer haben alle Trümpfe in der Hand und könnten der 59. Verein der Bundesliga-Geschichte werden.

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Die Heimstätte der SV Elversberg wird noch mindestens bis zum Jahresende um- und ausgebaut. (Archivbild)
Und der kleinste Ort, der je im Oberhaus vertreten war. Nur rund 13.000 Menschen leben in der Gemeinde, im Ortsteil Elversberg selbst sind es lediglich knapp 7.900. Das ist kaum mehr als die Mitgliederzahl, die der Verein für den Sommer 2025 anvisiert.
Trotz Aderlass an die Spitze
Dabei hatte vor der Saison kaum jemand die SVE auf dem Zettel. Nach dem Drama im Vorjahr verließen Erfolgstrainer Horst Steffen und wichtige Stützen wie Torjäger Fisnik Asllani oder Kapitän Robin Fellhauer den Verein. Im Winter ging dann auch noch Sturm-Ass Younes Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt und Sportdirektor Ole Book zu Borussia Dortmund.
Viele Experten stuften Elversberg als Abstiegskandidaten ein. Doch der neue Coach Vincent Wagner (40), der von der U23 der TSG Hoffenheim kam, setzte die erfrischende Spielweise nahtlos fort und führte das Team sensationell wieder nach oben. „Es ist machbar, weil unsere Jungs außergewöhnlich Fußball spielen können“, so Wagner, der den Druck vom Kessel nimmt: „Wir haben den Luxus, dass wir wollen, nicht müssen.“
Stadion-Baustelle und neue Führung für die Zukunft
Offensivmann Tom Zimmerschied appelliert an seine Mitspieler: „Wir dürfen nicht zu sehr den Kopf einschalten.“ Gelingt der Aufstieg, warten jedoch gewaltige Aufgaben. Der Umbau des Stadions für 40 Millionen Euro dauert wohl noch bis zum Frühjahr 2027. Mit aktuell 9.307 Plätzen ist es nicht bundesligatauglich, am Ende sollen 15.500 Fans hineinpassen.

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Sportdirektor Christian Weber (r) hofft mit der SV Elversberg auf eine erstklassige Zukunft. (Archivbild)
Immerhin hat sich der Klub in der Führungsebene neu aufgestellt. Christian Weber als neuer Sportdirektor und Josef Welzmüller als Technischer Direktor sollen die Zukunft gestalten. „Wir haben zwei konkrete Transferpläne – einen für die Bundesliga und einen für die 2. Liga“, enthüllt Weber. „Jetzt müssen wir warten, was passiert.“
Unabhängig vom Ergebnis sieht SVE-Präsident Dominik Holzer den Verein gut aufgestellt. Für ihn, den Sohn von Aufsichtsratschef Frank Holzer, der als Vater des Elversberger Wunders gilt, wäre der Aufstieg schlicht „ein Traum“. Und eines ist gewiss: Gibt es am Sonntag gegen halb sechs ein Happy End, bricht in Spiesen-Elversberg der absolute Ausnahmezustand aus. (dpa/red)
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