Kölsche Musik-Sensation Bläck Fööss holen Schlager-Legende mit ins Boot

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Verstehen sich bestens: Erry Stoklosa (l.) und Mirko Bäumer (r.) mit ihrem Gast-Musiker Wolfgang Petry.

Köln – Es sollte das Jahr der großen Feiern und ebenso großen Konzerte werden. Die Bläck Fööss werden 50 – und Corona macht so ziemlich alles kaputt. Gründungsmitglied Erry Stoklosa bringt es traurig auf den Punkt: „Wir feiern ein Jubiläum, das sich nicht wie eines anfühlt.“

Damit der 50. Geburtstag wenigstens musikalisch für die Fans unvergesslich bleiben soll, arbeitet die Band im Studio des Musiklabels „Pavement Records“ fleißig an einem Jubiläums-Album. Und das mit zahlreichen Stars, darunter Hape Kerkeling, wie EXPRESS bereits berichtete.

Bläck Fööss mit Wolfgang Petry im Studio

Vieles soll nach wie vor „top secreet“ sein, doch exklusiv für den EXPRESS lüftet die Band ein Geheimnis, das die für viele Fans einer Sensation gleichkommt: „Auch Wolfgang Petry ist mit dabei“, kündigt Erry Stoklosa sichtlich stolz an. Die Zusammenarbeit mit der Schlager-Legende (69) lag der Band und ganz besonders Erry Stoklosa sehr am Herzen.

„Bis heute bin ich freundschaftlich mit Wolfgang verbunden. Ich hab ihn gefragt - und er hat spontan ja gesagt“, so Erry Stoklosa. Das Album soll voraussichtlich am 6. November in den Handel kommen.

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Erry Stoklosa und die Fööss, hier im Oktober 2020, haben viel im Studio getüftelt.

Mit dem Hit „Wahnsinn“ (1983) katapultierte sich der Kölner in den Schlager-Olymp. Was dagegen kaum jemand weiß: Lange vor dieser Zeit kreuzten sich bereits die Wege von Petry mit denen der Bläck Fööss. Bereits vor 50 Jahren stand der Sänger mit den Fööss am Mikrofon. Erry Stoklosa erzählt augenzwinkernd: „Ich glaube Wolfgang ist bis heute noch stolz darauf, dass er bei der Entstehung unserer ersten Single, dem Rievkoche-Walzer, dabei war. Er sang damals mit im Chor.“

Wolfgang Petry: Kölner Band mit Major Heuser und Co.

Mitte der 60er-Jahre gründete Wolfgang Petry die Band „Screamers“ mit der er fünf Jahre lang durch Köln und das nahe Umland tingelte. Erry Stoklosa: „Zu seinen Bandmitgliedern zählten damals auch unser späterer Keyboarder Willy Schnitzler (1982 bis 2006) und Klaus Major Heuser.“

Ende der 70er-Jahre hat Wolfgang Petry im alten Bläck Fööss-Studio, das heute von Musikproduzent Reiner Hömig geleitet wird, bereits mitkomponiert und getextet. Dabei sind Fööss-Song wie „Schützefest“ oder „Usjebomb“ entstanden.“

Mit seiner Single im Jahr 1979„Dä Kähl kritt kein Luff mie“ war er quasi Ideengeber für einen Kult-Hit der Fööss. „Wolfgang hat uns durch den Song inspiriert. Bei uns hieß es dann „Mir klääve am Lääve“, nach dem wir sogar unser Album benannten“, erinnert sich Stoklosa.

Bevor der Schlagerstar mit Holzfällerhemd und Schnauzbart 2006 seinen Rückzug bekannt gab, veröffentlichte Petry 2005 ein Album mit dem Titel „Ich bin ene kölsche Jung“. Darauf unterstrich er seine musikalische Liebe zu den Fööss, interpretierte unter anderem Songs wie „Bye, bye my Love“ oder „Drink doch ene met“.

Jubiläum der Bläck Fööss: Gänsehaut-Song mit Wolfgang Petry

Für das Jubiläums-Album entschied sich Petry für eine Gänsehautnummer: „Die Bläck Fööss haben auch mich ein Leben lang musikalisch begleitet und somit musste ich lange überlegen, welches Lied ich mir aussuche.

Hängengeblieben bin ich schließlich an einem Song, der mich schon immer bewegt hat: Usjebomb.“ Dabei geht es um das zerbombte Köln nach dem Krieg: „Usjebomb un afjebrannt, nur Schutt un Dreck am Stroßerand. D´r Kreech wor us, un keiner woß, ob et noch wiggerjeht...“. Und auch bei diesem Song hatte Wolfgang Petry schon damals seine Finger mit im Spiel: Zusammen mit Reiner Hömig komponierte er die Musik. 

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