Historische AufnahmenSo sah der Rhein in Köln vor über 100 Jahren aus

Ein Blick auf den Kölner Rheinauhafen im Süden der Stadt Ende der 1920er Jahre.

Ein Blick auf den Kölner Rheinauhafen im Süden der Stadt Ende der 1920er Jahre.

Es sind historische Aufnahmen, bei denen wohl vielen Kölnerinnen und Kölnern warm ums Herz wird: Filmemacher Hermann Rheindorf zeigt in seiner neuen Doku den Rhein in Köln vor über 100 Jahren – in Farbe!

von Christof Ernst (che)

Alle Jahre wieder öffnet der Kölner Filmemacher Hermann Rheindorf (58) in der Vorweihnachtszeit seine Filmschatzkiste. Alte Aufnahmen setzt er in seinem Bickendorfer Studio neu zusammen, unterlegt sie mit Musik und Informationen.

Häufig geht es dabei um Köln. Diesmal ist das Rheinland dran, genauer gesagt: der Vater Rhein von Köln bis Mainz.

Aufnahmen vom Rhein in Köln von vor über 100 Jahren

Satte 800 Filmsequenzen über den deutschesten aller Flüsse haben Rheindorf und sein Team gesichtet und aufwendig bearbeitet. Viele Aufnahmen sind älter als 100 Jahre, die ältesten Filmabschnitte über Köln sind sogar 127 Jahre alt!

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Aber warum ist es am Rhein so bunt? Der Clou: Die Szenen wurden nachträglich koloriert. „Auch mithilfe von KI, also Künstlicher Intelligenz“, wie der Filmemacher gegenüber EXPRESS.de betont. Deshalb heißt die aktuelle DVD auch: „Das alte Rheinland in Farbe“.

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Und so werden Menschen, Burgen, Schiffe und Marktplätze bunt eingefärbt: Alle Szenen des 80-Minuten-Films werden erst in die gewünschte Reihenfolge gebracht – noch in ihrer schwarz-weißen Form. Rheindorf: „Jede Sequenz wird genau auf Bildfehler untersucht. Denn die Szenen sind ja unterschiedlicher Herkunft und von ebenso unterschiedlicher Qualität.“

Im nächsten Schritt wird pro Filmabschnitt ein sogenannten „Referenzbild“ ausgewählt, das von der mit reichlichen Daten gefütterten KI eingefärbt wird und dann als Vorlage für die ganze Sequenz gilt. Hermann Rheindorf: „Und danach wird die dann kolorierte Fassung noch einmal genauestens auf Fehler gecheckt und nachgearbeitet.“

Die Aufnahmen stammen sowohl von Privatpersonen als auch aus Bibliotheken und Archiven. Rheindorf ist sogar in Paris und Washington fündig geworden. Als Zuschauerin oder Zuschauer bewegt man sich von zwei Ausgangspunkten aufeinander zu.

Köln: Aufnahmen vom Rhein von Star-Sprecher kommentiert

Los geht es in Mainz, Wiesbaden und dem Rheingau und springt dann nach Köln. Von dort geht die Filmreise dann flussaufwärts Richtung Bonn bis nach Bad Salzig.

Man sieht Winzer bei der Traubenlese, Lotsen, die große Schlepp-Schiffe sicher durch engste Rheinstellen bugsieren und eine riesiges Holzfloß, das flussabwärts treibt.

Wie immer bei Hermann Rheindorfs DVDs werden die Filmschnipsel nicht nur in Reihenfolge gebracht, sondern auch mit ausführlichen historischen Fakten unterlegt. Das ist kein bisschen langweilig, weil es dem Kölner Filmemacher erneut gelungen ist, Star-Sprecher Christian Brückner (er synchronisiert u. a. Robert de Niro, Warren Beatty und Robert Redford) als Kommentator zu gewinnen.

Brückner veredelt die Dokumentation mit seinem sonoren Bariton. So ein Projekt ist ohne Spezialisten nicht möglich, wie Rheindorf betont. Rike Schmidt, Georg von Kreisler und Peter Dohr gehören seit Jahren zu seinem Team.