Kult-Lokale Teil 15 „El Gaucho“: Das steckt hinter Kölns erstem Steakhaus

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Die Brüder Jorge und Tomas Santilian wollen das Lokal jetzt am Ring wiedereröffnen.

Köln – Kölns Kult-Lokale, wieder in aller Munde! Nach Günter Wallraffs Ehrenfelder Stamm-Taverne „Alekos“ und dem jecken Insidertreff „Em Hähnche“ geht´s zum Argentinier „El Gaucho“. Eine Wendeltreppe abwärts gibt es nicht mehr. Dafür kommt nun Tageslicht auf die Bilderwand der Prominenten.

Gründer Carlos ist eine Legende in der Stadt

Die gleichen Sitzbänke, die identischen Holz-Balken - den Charme der ehemaligen Stätte am Barbarossaplatz will sich das „El Gaucho“ auch nach dem Umzug an den Hohenstaufenring erhalten.

„Wir haben fast alles vom alten Inventar eingebaut“, sagt Tomas Santilian (52), dessen Vater Carlos vor 45 Jahren das erste Steakhaus Kölns eröffnete - eine Legende!

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Meister an seinem Grill: Dieses Bild des legendären Gastwirts und „El Gaucho“-Chefs Carlos Santilian entstand während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Anfang der 60er Jahre. Einen jungen Argentinier packt die Abenteuerlust. „Mein Vater hat sich mit zwei Freunden auf ein Schiff geknallt und ist nach Europa gereist. Das erste Land, das er sah, war Portugal. Keine Ahnung, wo sie überall waren, aber irgendwann hatten sie keine Kohle mehr“, berichtet Tomas Santilian, nippt an einem Espresso und schmunzelt.

An Karneval in Köln angekommen

„Weiberfastnacht 1962 landeten sie schließlich in Köln - und blieben hier. Mein Vater hat anfangs in Restaurants gesungen und sein Kumpel hat gekellnert.“ Carlos Santilian: Ein Abenteurer, der zu einem der bekanntesten Gastronomen der Stadt, zu „Don Carlos“ werden sollte.

Denn nachdem sie zunächst ihr Glück mit einer Diskothek versucht hatten, eröffneten die Freunde 1971 am Barbarossaplatz - ein Novum für die damalige Zeit - ein Steakhaus.

„Es gab damals in Köln noch keins. Nur in Hamburg, da hatte wenige Monate zuvor ein Churrasco aufgemacht. Schon an den ersten Tagen standen die Leute bei uns Schlange“, erinnert sich der Sohn, der früher als elektrotechnischer Assistent arbeitete und später mit seinen Brüdern in die Fußstapfen des „Don Carlos“ trat.

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Poncho, Hut und Gitarre: Carlos Santilian mit Uwe Seeler im berühmten Kölner Steaklokal „El Gaucho“.

Ohne Reservierungen ging im liebevoll hergerichteten Kellergewölbe schon bald nichts mehr. Schnell hatte sich herumgesprochen, dass es im „Gaucho“ die besten Angus-Steaks der Stadt gab. Die Gäste wurden immer prominenter - ein launiges Bild des Chefs mit Uwe Seeler springt ins Auge.

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Die Carlos-Steaks aus Köln  probierte während der WM 2006 sogar Lionel Messie.

Leo Messi kam auf ein Steak vorbei

Geschichten mit Fußballlegenden, davon gibt es eine Reihe. Sogar Weltfußballer Leo Messi hat die Kölner Steaks schon gegessen.

Wie kam das? „Die ganze argentinische Nationalmannschaft war bei uns essen, das war während der WM 2006. Der Messi war noch jung, den kannte ich damals kaum. Sie kamen mit dem Bus an und es war eine geschlossene Gesellschaft. Wir mussten extra Cola light für die besorgen.“

Die junge Truppe war derart begeistert, dass die Gaucho-Mitarbeiter kurz danach ins Trainingslager nach Herzogenaurach beordert wurden, um „auswärts“ für die Stars zu grillen.

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Auf das WM-Finalbild von 1986 (mit Tünn im Tor) setzte Maradona sein Autogramm.

Carlos lockte die Promis in Scharen an

Der leidenschaftliche Argentinier Carlos traf übrigens auch auf die Superstars Diego Maradona und Gabriela Sabatini. Der Duft vom Holzkohlengrill, die rustikale Atmosphäre und der Chef hatten eine enorme Anziehungskraft – bis zu seinem Tod 2014 saß das Latino-Original als 80-Jähriger noch immer im traditionellen Poncho-Mantel am Tresen und bespaßte das Publikum. Romy Schneider war Gast im „Gaucho“ wie auch Michael Schumacher, Thomas Gottschalk oder Lukas Podolski.

Umzug auf den Hohenstaufenring

Nach 44 Jahren am Barbarossaplatz ist das „El Gaucho“ umgezogen. Seit Monaten schuften Santilian und sein Bruder Jorge für die Neueröffnung unweit am Hohenstaufenring.

Das Gros der Einrichtung des Kultladens haben sie übernommen, doch einen fixen Termin für den von vielen Kölnern mit Spannung erwarteten „Relaunch“ gibt es noch immer nicht.

100 Plätze, fast genauso viele wie zuvor, hat der neue Laden. Der Umbau kostet Zeit und Kraft, zumindest der Grill steht schon.

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