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Heumarkt platzt aus allen NähtenKöln zeigt Flagge: Tausende gehen auf die Straße

Auf dem Heumarkt haben sich zahlreiche versammelt um gegen die AfD zu protestieren.

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Auf dem Heumarkt haben sich zahlreiche versammelt, um gegen die AfD zu protestieren.

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Kölns lauter Aufschrei gegen Rechts: Tausende demonstrierten auf dem Heumarkt gegen den AfD-Erfolg in Sachsen-Anhalt.

Der Heumarkt platzte aus allen Nähten! Als Antwort auf den AfD-Triumph in Sachsen-Anhalt hat Köln ein unübersehbares Zeichen gesetzt. Unzählige Menschen standen für eine offene und solidarische Gemeinschaft ein.

Obwohl die Vorbereitungszeit knapp war, mobilisierten die Leute blitzschnell, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet. Überall sah man selbstgemachte Schilder, T-Shirts mit der Aufschrift „Kein Kölsch für Nazis“, Anstecker der „Omas gegen Rechts“ und farbenfrohe Regenbogenflaggen mit Friedenssymbolen.

Das Bündnis „Köln stellt sich quer“ hatte für den Dienstagabend unter dem Leitspruch „Keine Rechtsextremisten an die Macht“ zur Versammlung auf dem Heumarkt geladen.

Diesem Ruf schlossen sich Tausende an. Der Auslöser war die Wahl in Sachsen-Anhalt, bei der die AfD mit 43,8 Prozent einen deutlichen Sieg errang.

Heumarkt platzt aus allen Nähten

Die Polizei rechnete mit 5000 Teilnehmenden, doch der Andrang war laut KSTA-Bericht gewaltig. Der Heumarkt war so proppenvoll, dass Versammlungsleiter Patrick Lück schon vor dem offiziellen Start eine Bitte an die Menge richtete, enger zusammenzurücken: „Es stehen noch Menschen hinter der Bühne, die wollen gern auch noch etwas sehen und hören.“

Lück betonte, dass von diesem Ort eine kraftvolle Botschaft gesendet werden solle, speziell nach Sachsen-Anhalt. Seine Worte: „Köln steht hinter euch, keine Extremisten an die Macht“. Die Reaktion darauf war tosender Beifall und lauter Jubel.

Köln zeigt Flagge. Tausende protestierten gegen die AfD.

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Köln zeigt Flagge. Tausende protestierten gegen die AfD.

Zahlreiche gesellschaftlich aktive Gruppen mischten sich unter die Demonstrierenden. Auch Abgesandte diverser Parteien wie den Grünen, den Jusos und der Partei Die Linke waren präsent. Genauso zeigten Repräsentanten der Kirchen, vom ColognePride, vom Verein EL-DE-Haus und anderen Organisationen Flagge.

Sie alle sollten im Verlauf der Veranstaltung sprechen. In ihrem Aufruf hatten die Veranstalter vorab formuliert: „In einer solchen Situation, wenn in Deutschland Rechtsextreme in einem Bundesland erstmals an die Macht kommen können, wollen und müssen wir Demokratinnen und Demokraten laut und deutlich unsere Stimme erheben“.

Köln ist keine heile Welt

Bürgermeisterin Brigitta von Bülow, die auch als eine der Sprecherinnen für „Köln stellt sich quer“ agiert, betonte auf der Bühne, dass die Domstadt keine Oase des Friedens ist. „Köln ist nicht immun gegen demokratiefeindliche Tendenzen.“ Sie zeigte sich erleichtert darüber, dass sämtliche demokratischen Fraktionen im Stadtrat sich erneut deutlich zur Brandmauer positioniert haben: „Feinde der Demokratie dürfen nicht salonfähig gemacht werden.“

Nach dem Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt bekräftigten Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) sowie die Fraktionen von Grünen, CDU, SPD, Linken, Volt und FDP/KSG ihr Festhalten an der Brandmauer. Burmester differenziert klar zwischen den AfD-Wählenden und der Partei an sich. Er ist der Meinung, die Wählerschaft müsse man im demokratischen Dialog zurückgewinnen, während er eine Kooperation mit der AfD strikt ablehnt. Die Fraktionen schließen ebenfalls jegliche gemeinsame Aktionen oder Vereinbarungen mit der AfD kategorisch aus.

„Es gibt Gründe dafür, dass auch viele Junge die AfD unterstützen“

Die Kölner Schülervertreterin Marie Hacker brachte ein ganz bestimmtes Anliegen auf den Punkt: „Es gibt Gründe dafür, dass auch viele Junge die AfD unterstützen. Wir werden oft klein geredet und nicht ernst genommen, unsere Anliegen werden als unwichtig abgetan. Aber Politik muss jungen Menschen zuhören, ihre Sorgen ernst nehmen. Und wir brauchen mehr Mitbestimmung von jungen Menschen.“

Mit ihren abschließenden Sätzen eroberte sie das Publikum auf dem Heumarkt im Sturm: „Es ist Hoffnung da, es macht mir Hoffnung, dass wir hier stehen. Und Hoffnung ist immer auch ein Akt des Widerstands.“

Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift „Don't trust the Germans“ hoch.

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Ein Demonstrant hält ein Schild mit der Aufschrift „Don't trust the Germans“ hoch.

Marie Knäpper vom Bündnis „Arsch huh“ sprach den Menschen ebenfalls Mut zu: „Wir würdigen jetzt und hier auch die Menschen in Sachsen-Anhalt, die dort für eine pluralistische Gesellschaft gekämpft haben, und wir lassen uns nicht entmutigen.

Die demokratische Zivilgesellschaft ist da und wach, und sie macht weiter.“ Ihre direkte Forderung an die Politik lautete: „Kriegt bitte auch den Arsch hoch.“ Erneut brandeten Beifall und Jubelrufe auf.

Kölns Protest-Power: Kein Einzelfall

Laut werden, Haltung zeigen gegen Rassismus und für eine bunte Gesellschaft – das hat in Köln Tradition. Im Anschluss an die Correctiv-Enthüllungen über ein Geheimtreffen von Rechtsextremen in Potsdam gingen am 16. Januar 2024 bei eisigen Temperaturen bis zu 30.000 Personen auf die Straße.

Sie protestierten am Heumarkt gegen die AfD und Extremismus von rechts. Geplant war die Aktion mit nur 1000 Teilnehmenden. Aufgrund der riesigen Menschenmenge wurde die Route spontan verlegt: Der Zug bewegte sich schließlich vom Heumarkt aus über die Deutzer Brücke bis zur Deutzer Werft. Bündnisse wie „Köln gegen Rechts“, „Köln stellt sich quer“ oder „Arsch huh“ waren mit dabei.

Kurz darauf wurde der Protest in der Domstadt sogar noch gewaltiger und vernehmbarer: Die Organisatoren schätzten die Teilnehmerzahl auf etwa 70.000 Menschen, die sich auf der Deutzer Werft unter dem Leitspruch „Demokratie schützen, AfD bekämpfen“ versammelten – eine Einschätzung, die von der Polizei als plausibel eingestuft wurde.

Alle Generationen waren vertreten, von Jung bis Alt, Familien mit Bollerwagen, Künstler wie Cat Ballou, Brings und die Bläck Fööss, Abgesandte des Festkomitees Kölner Karneval sowie politische Akteure.

Die damalige Oberbürgermeisterin Henriette Reker kommentierte: „Ich finde das wirklich beeindruckend, dass von Köln immer ein Signal ausgeht, wenn unsere Menschenrechte, unser Frieden oder unsere Demokratie in Gefahr sind. Auf die Kölner kann man sich einfach verlassen.“ 

Die Demonstration soll nach einem Marsch durch das Stadtzentrum gegen 19 Uhr mit einer finalen Versammlung auf dem Heumarkt ihren Abschluss finden. (red)

Wie demonstriert ihr gegen Rechtsextremismus? Zeigt ihr auch Flagge für ein buntes Köln? Schickt uns eure Videos und Fotos!

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