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Interview

Radio-Duo begründet AbschiedVolks-Olli und Weltschmerz-Micha – „Lawine hat uns überrollt“

Die 1Live-Moderatoren Olli Briesch und Michael Imhof.

Copyright: WDR/Thomas von der Heyden

Fast 20 Jahre haben Olli Briesch (r.) und Michael Imhof zusammen bei 1Live moderiert. Jetzt gehen sie unter der Woche getrennte Wege, treffen sich aber samstags wieder bei WDR2.

Olli Briesch und Michael Imhof moderierten seit 2007 zusammen bei 1Live die Morgensendung. Jetzt gehen beide unter der Woche getrennte Wege. Samstags treffen sie sich wieder im Studio.

Sie gehörten für viele Menschen im Rheinland zum Morgen wie der erste Kaffee oder die Fahrt zur Arbeit. Olli Briesch (51) und Michael Imhof (52) moderierten seit 2007 zusammen im Wechsel mit weiteren Teams die Morgensendung bei 1Live.

Imhof war 1997 zum jungen WDR-Sender gekommen, Briesch zwei Jahre später. Fast zwei Jahrzehnte bildeten beide ein Moderations-Duo. Doch am 20. März 2026 endet diese Episode.

Olli Briesch und Michael Imhof ab 18. April zusammen bei WDR2

Am 20. März werden Briesch und Imhof ab 5 Uhr bis in den frühen Abend auf Sendung sein. Dann geht’s für sie ins Gloria, wo die Abschiedsparty mit einigen Überraschungsgästen und Hörerinnen und Hörern steigen wird.

Nach einem Osterurlaub stehen neue Herausforderungen auf dem Programm. Briesch ist ab dem 13. April im Wechsel mit Steffi Neu am Vormittag bei WDR 2 zu hören. Imhof moderiert ab dem 14. April bei WDR 5 unter anderem die Formate „Neugier genügt“, „Tagesgespräch“, „Mittagsecho“ und „Echo des Tages“.

Ab dem 18. April werden Briesch und „der Imhof“ am Samstagvormittag wieder gemeinsam zu hören sein. Dann jedoch bei WDR2. Mit EXPRESS.de sprach das Kult-Duo über die Gründe des Abschieds von 1Live.

Die 1Live-Moderatoren Michael Imhof und Olli Briesch mit der 1Live-Krone.

Copyright: Imago/Horst Galuschka

Eine Aufnahme aus dem Jahr 2003, als Olli Briesch (l.) und Michael Imhof noch relativ frisch bei 1Live waren.

Wie waren die Reaktionen nach Eurer Ankündigung, 1Live nach so langer Zeit zu verlassen?

Olli Briesch: Das hat uns echt überrascht und auch ein wenig überrollt. Wir hatten schon vermutet, dass es den einen oder anderen interessiert. Aber da kam eine ganze Lawine an Reaktionen.

Michael Imhof: Wir haben auf Instagram gepostet, dass wir aufhören. Innerhalb eines Tages standen wir bei 1,5 Millionen Views, die Kommentare sind überwältigend. Es war uns gar nicht so bewusst, dass wir bei vielen Menschen zum Inventar gehören. Dass wir so zum Leben einiger gehören, rührt uns total.

Wie ist es überhaupt zu dem Schritt gekommen?

Olli Briesch: In den vergangenen Jahren gingen für uns immer mal wieder Türen auf. Meist haben wir die aber zugeschlagen oder Michael ist mit dem Kopf an den Rahmen gestoßen. Wir sind nie durchgegangen. Jetzt gab es wieder die Situation, dass beim WDR einige Dinge umgestellt werden. Und da wurden wir gefragt, ob wir nicht Teil von etwas Neuem sein wollen. Jetzt war das Gefühl einfach da, dass wir auf einen neuen Zug springen wollen.

Ihr habt den Anspruch, authentisch zu sein. Womit hattet Ihr die größten Probleme: mit der Sprache oder der Musik?

Michael Imhof: Mit der Musik bei 1Live haben wir überhaupt keine Probleme. Es ist auch nicht allein die Sprache. Aber jede Generation benötigt ihre Stimmen. Als wir anfingen, waren wir die Coolen und fanden es super, gegen das Establishment zu senden, wussten alles besser, waren die Jungen, Frischen. Mittlerweile haben wir Familien und Kinder, während die junge Generation sich über ihr erstes Date unterhält. Das passt dann einfach nicht mehr.

Olli Briesch: Ich parke auch mein Auto nicht drei Straßen weg vom Sender und fahre dann den Rest mit dem Skateboard, damit alle denken, wie cool ich noch bin. Wenn ich im Radio über fehlenden Wohnraum für Studierende rede, fühle ich mich bei dem Thema nicht so sicher. Ich könnte direkt über Kitaplätze und Schulformen sprechen, weil das eher mein Alltag ist.

Michael Imhof und Olli Briesch auf der Bühne.

Copyright: Imago/Funke Foto Services

Auf der Bühne fühlte sich das Radio-Duo auch wohl. Michael Imhof (l.) und Olli Briesch präsentierten dort unter anderem die 1Live-O-Ton-Charts.

Warum hat die Chemie zwischen Euch so gut gepasst?

Michael Imhof: Weil unser Verhältnis nicht gespielt ist. Da treffen wirklich zwei Welten aufeinander. Ihn nenne ich immer den Volks-Olli, während ich in seinen Augen der Weltschmerz-Micha bin. Wir schauen mit zwei verschiedenen Blickwinkeln auf dieselben Themen, das birgt Gesprächsstoff.

Olli Briesch: Bei anderen Sendern werden bei Doppelmoderationen gerne Rollen verteilt. Bei uns ist das authentisch. Micha fährt E-Auto, ich Diesel. Er geht Karneval ins Museum Ludwig, während ich wild feiere.

Als Duo seid ihr bald nur noch samstags zu hören.

Olli Briesch: Viele Morgenteams, die lange zusammen gesendet haben, gehen ganz auseinander. Wir treffen uns dann aber jede Woche bei WDR2, nur etwas ausgeschlafener als jetzt.

Michael Imhof: Und ich erzähle Olli dann, was in der Welt vorgefallen ist. Bei WDR5 bin ich ganz nah an der Aktualität. Und ich bin seit Jahren Fan von „Neugier genügt“. Nah am Zeitgeist und relevant. Wie ich. (lacht)

Michael Imhof mit dem kostümierten Olli Briesch im Studio.

Copyright: Privat

Die beiden Moderatoren ticken komplett unterschiedlich. Während Olli Briesch (r.) auch in diesem Jahr begeistert Karneval feierte, ging Michael Imhof nach der Morgenshow lieber ins Museum.

Viele ehemalige Kolleginnen und Kollegen von 1Live, wie Sabine Heinrich, Thorsten Schorn, Tobi Schäfer, Andreas Bursche, Thomas Bug oder Michael Dietz, sind im Fernsehen zu erleben. Wäre das nicht eine Alternative gewesen?

Olli Briesch: In meinen Augen hat lineares Fernsehen keine Zukunft mehr. Da ist vieles immer noch sehr fixiert auf die Quoten. Da gehe ich lieber wieder mit Micha auf eine Bühne, oder uns fällt ein neuer Podcast ein.

Michael Imhof: Wir suchen immer die Interaktion mit unseren Hörerinnen und Hörern. Wenn also Fernsehen, dann vor Publikum. Und es muss zu uns passen.

Wenn Ihr keine Zukunft mehr im Fernsehen seht: Wird sich das Radio angesichts von Streamingdiensten denn noch halten?

Michael Imhof: Musik zu hören ist das eine. Aber Radio ist mehr. Im Grunde funktioniert Radio wie Social Media, wo wir Menschen auch Teil einer Community sein wollen. Teil von etwas, das jetzt im Augenblick passiert.

Olli Briesch: Uns fällt es immer bei den Musikwünschen auf. Die Leute könnten sich den Song auch streamen. Aber sie wollen die Liebe zu einem Titel mit anderen teilen. Ich liebe einfach den Live-Moment im Radio. Da kribbelt es immer noch.

Eine Bahmitarbeiterin neben einem Zug. (Archivbild)

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