Uecker bricht sein Schweigen: „Bin ein zähes Luder“
„Bin ein zähes Luder“Kölner TV-Legende Georg Uecker bricht überraschend sein Schweigen

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Georg Uecker spielte lange in der „Lindenstraße“ mit. (Archivfoto)
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Er zählte zu den populärsten Gesichtern der WDR-Erfolgsserie „Lindenstraße“ – nun ergreift Georg Uecker nach langer öffentlicher Stille wieder das Wort. Der „Bild“-Zeitung gegenüber gab der 63-Jährige Entwarnung, was seine Gesundheit angeht, und nannte sich dabei selbst ein „zähes Luder“.
Uecker lebt seit 1993 mit dem HI-Virus. Ein Schock, aber es wurde noch härter: Im gleichen Jahr bekam er die Diagnose Morbus Hodgkin, ein bösartiger Tumor des Lymphsystems. Über Jahre hinweg waren beide Erkrankungen eine enorme Bürde. Nach dem Ende der „Lindenstraße“ 2020 wurde es still um ihn. Jetzt seine deutliche Botschaft: Ihm gehe es „sehr gut“.
TV-Geschichte geschrieben: Kuss-Szene löste Skandal aus
Mehr als 30 Jahre zählte Uecker zum harten Kern der Serie und hat sie maßgeblich mitgestaltet. Ein Augenblick, der damals für einen echten Skandal gut war, ist unvergessen: Seine Figur, Dr. Carsten Flöter, küsste 1987 einen Mann – der erste Kuss zwischen Männern im deutschen Vorabendprogramm.
Heutzutage kaum zu glauben: Die Szene, die nur wenige Augenblicke dauerte, entfachte einen Sturm der Entrüstung. Es folgten sogar Morddrohungen gegen die Schauspieler. Der Darsteller, der seit langer Zeit in Köln wohnt, musste damals zeitweise von Bodyguards beschützt werden.
Der Darsteller, der offen schwul lebt, engagiert sich seit langer Zeit für die Belange der queeren Gemeinschaft und im Kampf gegen Aids und HIV. Für diesen Einsatz ehrt ihn nun das Land Nordrhein-Westfalen mit dem Verdienstorden.
Uecker gibt sich jedoch bescheiden. „Ich wollte für mein Engagement nie einen Orden, sondern gesellschaftliche Veränderung“, äußerte er. Im Hinblick auf die Errungenschaften warnt er aber zugleich: „Und die haben wir erreicht. Man muss aber auch das, was wir erreicht haben, verteidigen.“
Durch seine couragierte Art und seine Pionierrolle als eine der ersten schwulen Fernsehfiguren hat Georg Uecker TV-Geschichte geprägt. Trotz der harten gesundheitlichen Schicksalsschläge gibt er sich weiterhin optimistisch und voller Kampfgeist. (red)
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