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„Finde ich albern“ Bläck Fööss: Nach Rücktritts-Ankündigung wehren sie sich

Nachdem die beiden letzten Gründungsmitglieder der Bläck Fööss ihr Ausscheiden angekündigt haben, wird viel über die Kult-Band diskutiert. EXPRESS.de sprach mit den scheidenden Musikern.

Es war der Paukenschlag in der Kölner Musikszene: Die letzten verbliebenen Gründungsmitglieder der Bläck Fööss verkündeten am Dienstag (18. Oktober 2022) ihren Abschied nach 52 Jahren.

Das Silvester-Konzert in der Lanxess-Arena wird ihr letzter Auftritt. EXPRESS.de sprach mit Erry Stoklosa (74) und Bömmel Lückerath (73) über ihren Entschluss und die Zukunft.

Bläck Fööss: Erry Stoklosa und Bömmel Lückerath freuen sich auf Reisen

Silvester steht das letzte Fööss-Konzert mit Ihnen an. Was kommt danach?

Erry Stoklosa: Ich will noch was von der Welt sehen. Meine Lebensgefährtin hat frühzeitig die Rente durch, jetzt wollen wir es uns noch etwas schön machen. Nach 52 Jahren Fööss und insgesamt 58 Jahren Musik reicht es. Es ist ein weinendes und lachendes Auge dabei. Jetzt will ich noch etwas vom Leben haben.

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Bömmel Lückerath: Meine Frau und ich werden die Zeit ebenfalls nutzen, um unabhängig von den zeitlichen Zwängen einer Band zu reisen und schöne Dinge zu tun.

Gab es keine Überlegung mehr, den Karneval noch miteinander zu erleben?

Erry Stoklosa: So eine Karnevalssession ist nun mal anstrengend. Jetzt von den neuen Kollegen zu verlangen, auch weniger Auftritte zu machen, nur weil wir kürzertreten wollen, wäre auch unverschämt. Daher sind wir jetzt raus aus der Nummer.

Bömmel Lückerath: Mein Schlaganfall hat mich doch ziemlich zurückgeworfen. Ich merke, dass es körperlich einfach nicht mehr geht, die Schlagzahl mitzuhalten, die die Jungs vorleben.

Bläck Fööss: Karnevalssession inzwischen viel zu anstrengend

Erry Stoklosa: Man kann es ihnen aber auch nicht verdenken. Wenn ich überlege, was wir in den Anfangsjahren der Band geackert haben. Damals habe ich parallel noch fünf Jahre bei der GEW gearbeitet. Da sind wir um 2 oder 3 Uhr nachts vom Auftritt heimgekommen, um 7 Uhr saß ich wieder am Schreibtisch. Da hatte ich fünf Jahren keinen Urlaub, sondern nur stramme Arbeit.

Also wird es auch keinen Rücktritt vom Rücktritt geben?

Erry Stoklosa: Die Kollegen haben mir angeboten, bei dem einen oder anderen Highlight mal für zwei, drei Lieder dazuzustoßen. Bei außergewöhnlichen Konzerten in der Philharmonie oder im Tanzbrunnen werde ich noch mal auftauchen. Aber nur, wenn es auch gesundheitlich geht.

Sie engagierten sich auch immer sehr mit den Fööss in Schulen oder sozialen Projekten. Was passiert damit?

Bömmel Lückerath: Kafi Biermann, Hartmuss Priess und ich wollen diese Projekte fortführen. Das ist uns wichtig. Vielleicht macht künftig auch der Erry mit. Da muss er allerdings früh aufstehen, wenn wir in die Schulen gehen (lacht).

Was entgegnen Sie Kritikern, die die Fööss nun als Coverband bezeichnen?

Erry Stoklosa: Das wird kommen, da bin ich mir sicher. Da muss man locker drüberstehen und mit umgehen.

Bömmel Lückerath: Das finde ich wirklich albern. Die Jungs sind nun seit ein paar Jahren Mitglied der Band und haben in der Zeit gelernt, ihren eigenen Stil zu entwickeln und die Philosophie der Bläck Fööss weiterzuführen.

Diese Lieder wünschen sich die Fööss-Musiker zum Abschied

Welches Lied passt am besten zu Ihrem Abschied nach 52 Jahren Fööss?

Erry Stoklosa: Das ist und wird bei mir immer „In unserem Veedel“ bleiben. Das Lied hat eine besondere Bedeutung für uns und unsere Fans. Welche Band kann es sich sonst leisten, wenn die Leute schon gut gefeiert haben, mit einer ruhigen Nummer ein Konzert zu beenden? Das „Veedel“ wird ja auch beim FC gespielt, wenn die Mannschaft verliert. Auch bei Corona hatte es eine große Bedeutung. Das ist mein Herzens-Lied.

Bömmel Lückerath: Mein Lieblingslied wäre „Kriesch doch nit, wenn et vorbei es“. Ein schönes Lied von Hans Knipp, das viel aussagt: Ohne Abschied fängt nie etwas Neues an. Man muss auch mal zurücktreten, damit was Neues beginnen kann.

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