Djokovic-Ärger Becker kritisiert Tennis-Star: „Er macht einen großen Fehler“ – sein Ratschlag

Boris Becker spricht mit Novak Djokovic.

Boris Becker und Novak Djokovic am 2. Januar 2020 in Brisbane.

Tennis-Legende Boris Becker rät Novak Djokovic zur Corona-Impfung. Derweil weist die australische Regierung die wilde Kritik der Djokovic-Familie zurück.

Der dreimalige Wimbledonsieger und frühere Trainer Boris Becker (54) hat Kritik am Verhalten von Novak Djokovic (34) geübt. „Ich glaube, er macht einen großen Fehler, sich nicht impfen zu lassen“, schrieb die deutsche Tennis-Legende in einem Gastbeitrag für die „Daily Mail“.

Dieser Fehler bedrohe das, was von seiner Karriere und der Chance, sich selbst als besten Spieler der Geschichte zu verewigen, bleibe. Becker trainierte den Serben von 2013 bis 2016. In dieser Zeit gewann Djokovic sechs Grand-Slam-Turniere, darunter auch die Australian Open (beginnen am 17. Januar), und wurde wieder die Nummer eins der Welt.

Boris Becker in Kontakt mit Djokovic-Team

Er habe nach deren Ankunft am Flughafen in Melbourne Kontakt mit Djokovics aktuellem Coach Goran Ivanisevic gehabt, schrieb Becker weiter. Dieser habe sich aber in einem anderen Raum aufgehalten, weil mit dessen Visum alles in Ordnung gewesen sei. Mit Djokovic habe er noch nicht gesprochen, aber „ich würde ihm dringend raten, sich impfen zu lassen – ob er auf mich hören würde, ist eine andere Sache“, so Becker. Die Regeln seien zu akzeptieren, betonte er.

Djokovic will bei den Australian Open spielen. Weil er offenkundig ungeimpft ist, vor der Einreise aber normalerweise ein Impfnachweis verlangt wird, erwirkte der 34-Jährige eine – höchst umstrittene – medizinische Ausnahmegenehmigung.

Mit dieser landete er am späten Mittwochabend (5. Januar, Ortszeit) in Melbourne. Der Grenzschutz sah die Einreiseregeln jedoch nicht erfüllt, so dass Djokovic zwei Nächte in einem Hotel für Ausreisepflichtige verbringen musste, in dem auch abgelehnte Asylbewerber untergebracht sind. Djokovic hat dagegen geklagt. Ein Gericht in Melbourne will am Montag eine Entscheidung fällen.

Australiens Innenministerin wehrt sich gegen Kritik der Djokovic-Familie

Australiens Innenministerin Karen Andrews (61) ist derweil den Vorwürfen der Djokovic-Familie über dessen Behandlung nach der verweigerten Einreise entschieden entgegengetreten. „Herr Djokovic wird in Australien nicht gefangen gehalten, es steht ihm frei, jederzeit auszureisen“, sagte Andrews am Freitag (7. Januar, Ortszeit) gegenüber australischen Medien: „Und der Grenzschutz wäre ihm dabei auch behilflich.“

Djokovics Vater Srdjan hatte am Donnerstag behauptet, sein Sohn werde „in einem Gefängnis“ gefangen gehalten. Zudem hatte er den Weltranglistenersten auf einer kuriosen Pressekonferenz in Belgrad mit Jesus am Kreuz verglichen.

Andrews sagte, dass Djokovic zwar ein Visum ausgestellt bekommen habe. Aber die Grenzbehörden hätten nach der Ankunft des Grand-Slam-Rekordchampions in Melbourne festgestellt, dass dieser die Einreisebedingungen nicht erfülle, weil er nicht vollständig geimpft sei. (dpa/sid/mze)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.