Jack Hughes trifft zum Olympia-Gold für die USA – und nimmt den Verlust seiner Schneidezähne mit Humor. Nach dem Triumph kommen auch äußerst patriotische Worte, die nicht jeder nachvollziehen kann.
Zahnloser PatriotUS-Profi sorgt für gespaltene Reaktionen nach Olympia-Gold
Aktualisiert
Für Olympia-Gold hat US-Eishockey-Stürmerstar Jack Hughes sogar seine Schneidezähne geopfert.
Als der 24-Jährige im Olympiafinale gegen Kanada in der Verlängerung beim 2:1 gegen den Erzrivalen Kanada den Siegtreffer erzielte, fehlten ihm bereits beide Zähne.
Jack Hughes: „Hier geht es um unser Land. Ich liebe die USA“
Angesprochen auf sein zahnloses Siegerlächeln meinte Hughes: „Ich habe irgendwann aufs Eis geschaut und da meine Zähne gesehen.“ Kanadas Sam Bennett hatte Hughes zuvor versehentlich mit dem Schläger im Gesicht getroffen. Hughes nahm es wohl auch angesichts des Prestigesieges mit Humor. „Jeder Eishockeyspieler verliert irgendwann seine Zähne“, so der US-Stürmer.
Nach dem Triumph wurde der 24-Jährige aber vor allem patrotisch: „Hier geht es um unser Land. Ich liebe die USA. Ich liebe meine Teamkollegen. Ich bin so stolz, heute Amerikaner zu sein. Ein mutiger, beherzter Sieg. Das ist amerikanisches Eishockey pur“, sagte der Stürmer der New Jersey Devils beim US-Sender NBC den Tränen nahe.
Die Bilder des zahnlosen Hughes, eingewickelt in die US-Flagge, gingen um die Welt und riefen auch kritische Stimmen auf den Plan. US-Patriotismus wird dieser Tage schnell mit Trumps MAGA-Bewegung in Zusammenhang gebracht. „Klingt eher wie eine auswendig gelernte Rede als wie echte Emotionen“, heißt es etwa unter einem X-Post von ESPN.
Andere User halten allerdings dagegen und verweisen darauf, dass es keine Informationen zu Hughes’ tatsächlicher politischer Gesinnung gebe. Jack ist einer von drei Brüdern, die alle Profis in der NHL sind. Sein älterer Bruder Quinn, der ebenfalls zu den Leistungsträgern des US-Teams gehörte, ist in Minnesota aktiv, wo der Eklat um die von Donald Trump eingesetzte ICE-Behörde zu zahlreichen Skandalen führte.
Wie auch immer Jack Hughes seine Liebesbekundung zu seinem Land gemeint haben mochte: Auf den Tag genau 46 Jahre hatten die USA auf einen Olympiasieg warten müssen. 1980 hatte eine Collegeauswahl die damals als unbesiegbar geltende Sowjetunion geschlagen und später in Lake Placid Gold geholt. Die damalige Goldmedaille ging als „Miracle on Ice“ (Wunder auf dem Eis) in die Geschichte ein. Der Olympiasieg nun war alles andere als ein Wunder.
„In den letzten zehn, 15 Jahren hat sich sehr viel im US-Eishockey getan. Viele amerikanische Spieler sind in die NHL gekommen. Das sind alles Weltklassespieler“, sagte US-Kapitän Auston Matthews (28) von den Toronto Maple Leafs auf der Pressekonferenz nach dem gewonnenen Finale.

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Jubel beim US-Team: Jack Hughes fasst seinen Bruder Quinn am Kopf, Auston Matthews kommt, um zu gratulieren.
„Zum ersten Mal überhaupt hatte ich die Möglichkeit, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Wir haben die Gelegenheit bekommen, das US-Eishockey voranzubringen. Das ist uns gelungen“, sagte der Weltklasse-Stürmer.
Jahrelang waren die USA unter den Top-Nationen im Eishockey eher nicht an der Spitze angesiedelt. Aktuell sind sie de facto das Eishockeyland Nummer eins: Sowohl die Männer als auch die Frauen sind aktuelle Weltmeister und Olympiasieger. „Das ist schon lange her, dass das US-Eishockey ganz oben war“, sagte Stürmerstar Jack Eichel. (oke/dpa)

