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OnlyFans für die AfDWie KI-Frauen mit Sex und rechten Parolen Geld machen

Das maschinell mithilfe von KI erstellte Symbolbild zeigt Frauen, die sich vor der Kamera räkeln. Im Netz machen KI-Frauen die Runde, die für die AfD Werbung machen.

Copyright: EXPRESS (KI-generiert)

Das maschinell mithilfe von KI erstellte Symbolbild zeigt Frauen, die sich vor der Kamera räkeln. Im Netz machen KI-Frauen die Runde, die für die AfD Werbung machen.

Rechte Parolen, sexy Posen: Eine neue Masche ködert AfD-Fans.

Ein kurzer Clip kursiert derzeit: Zu sehen ist eine junge Frau, begleitet von dem Satz „Ich will, dass meine Kinder mal ‚Grüß Gott‘ sagen und nicht ‚Wallah‘“. Musikalisch untermalt wird das Ganze mit „L’amour toujours“ – einem Gassenhauer, den Rechtsextreme mit dem Slogan „Deutschland den Deutschen, Ausländer raus“ neu texteten. Welcher Zweck verbirgt sich hinter dieser seltsamen Kombination?

Die Nutzerin, die unter dem Namen Cassie auftritt, versucht mit ihren Clips und erotischen Andeutungen, Abonnenten für ihr „Onlyfans“-Konto zu gewinnen. Auf der Plattform bietet sie private Inhalte gegen Bezahlung an. Unter ihren Videos, die zehntausendfach aufgerufen werden, findet sich viel Zuspruch, vor allem von älteren, weißen Männern, welche mit blauen Herzen ihre Nähe zur AfD signalisieren. Das berichtet „Belltower.News“.

Künstliche Frauen machen für die AfD Werbung

Jedoch ist bei Cassie nicht alles authentisch. Ihre Gesten sehen unnatürlich aus und Tätowierungen wandeln sich während des Clips. Die Ursache dafür ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI). Die Blaupause für diese Methode stammt aus den Vereinigten Staaten. Dort hat eine vermeintliche Unterstützerin von Trump namens Jessica Foster für Aufsehen gesorgt, welche sich vaterlandsliebend und aufreizend darstellte – bis aufgedeckt wurde: Jessica Foster existiert nicht, sie wurde komplett per KI erschaffen.

Der Screenshot zeigt Cassie, in beinahe jedem ihrer KI-generierten Videos sind Deutschlandflaggen zu sehen. Doch die KI macht Fehler: Die Schrift links ist unleserlich, der Adler (er sollte spiegelverkehrt sein) ist falsch herum.

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Der Screenshot zeigt „Cassie“, in beinahe jedem ihrer KI-generierten Videos sind Deutschlandflaggen zu sehen. Doch die KI macht Fehler: Die Schrift links ist unleserlich, der Adler (er sollte spiegelverkehrt sein) ist falsch herum.

Diese Strategie, die Politik mit Erotik und Provokation verknüpft, um eine möglichst große Zuschauerschaft zu erreichen, hat anscheinend auch hierzulande Einzug gehalten. Außer Cassie existieren zusätzliche Accounts, etwa von „Melli“ oder „Bella Albrecht“. Alle von ihnen veröffentlichen Deutschlandflaggen, blaue Herz-Emojis und beklagen sich über „die Altparteien“ sowie Zuwanderer, während sie zugleich auf ihre kostenpflichtigen Kanäle aufmerksam machen.

Stets dasselbe Muster

Auffällig ist, dass die Accounts häufig identische Slogans benutzen. Der Satz über die Kultur, die „3000 Kilometer“ weit weg ist, taucht daher auf diversen Profilen auf. Obwohl Cassie und Melli anscheinend echte Menschen sind, welche KI für ihre Clips einsetzen, wurde „Bella Albrecht“ vollständig digital generiert. Dieser Account beschreibt sich selbst sogar als „stolzes Mitglied der AfD“ und präsentiert die künstliche Figur in Parteikluft oder an ausgedachten Infoständen.

Das Vorgehen ist zweifach hinterhältig: Die Clips streuen nicht nur rechte Erzählungen, sondern bringen den Machern auch Einnahmen. Mittels der Verknüpfung von Weltanschauung und Erotik wird ein Publikum adressiert, das zahlungsbereit, überwiegend männlich und konservativ ist. Die künstlich erzeugten Frauen passen dabei häufig in ein klischeehaftes Bild der Neuen Rechten: jung, blond und devot, um so rechtsextreme Haltungen gesellschaftsfähig zu machen. Es ist nicht geklärt, ob organisierte Parteiverbände hinter den Accounts stehen, aber eines ist sicher: Sex verkauft sich gut – offenbar auch in der AfD-Blase. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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