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Insgesamt fünf MedaillenGoldener Tag bei der Leichtathletik-EM

Gesa Krause und Leo Neugebauer bescheren dem deutschen Team an einem überaus erfolgreichen EM-Tag die ersten Goldmedaillen in Birmingham.

Hindernis-Ass Gesa Felicitas Krause holte ihren ersten Titel als Mama, Zehnkampf-König Leo Neugebauer bleibt auf seinem Thron: Das deutsche Team hat bei der Leichtathletik-EM in Birmingham eine goldene Party gefeiert.

36 Minuten nach dem furiosen Goldlauf von Krause setzte sich Neugebauer in einem packenden Krimi gegen seinen Teamkollegen Niklas Kaul durch und läutete damit den ersehnten starken Schlussspurt der DLV-Mannschaft bei den Titelkämpfen ein.

„Zwei Medaillen für Deutschland im Zehnkampf – das geht nicht besser“

Weltmeister Neugebauer rettete am Ende eines spannenden Duells mit letzter Kraft einen Vorsprung von nur 38 Punkten auf Kaul ins Ziel und sicherte sich mit 8611 Zählern seinen zweiten großen Titel der Karriere. Bronze ging an den Norweger Sander Skotheim (8433). Youngster Amadeus Gräber (8162/Frankfurt) wurde Achter.

„Ich habe alles gegeben, auf den letzten 50 Metern haben mich meine Beine wieder ein bisschen im Stich gelassen, aber ich habe nochmal durchgezogen“, sagte Neugebauer im ZDF über das Finale im 1500-m-Lauf: „Es hat gereicht. Also zwei Medaillen für Deutschland im Zehnkampf – das geht gar nicht besser.“

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Neugebauer – König der Athleten – hatte bei seinem EM-Debüt schon nach der zweiten Disziplin die Führung übernommen und schien lange auf Gold programmiert. Doch der 26-Jährige leistete sich auch immer wieder Wackler, hatte zudem unverschuldet großes Pech – so wurde der Olympia-Zweite beim Stabhochsprung Opfer einer peinlichen Panne der Organisatoren.

Mehrmals stimmten Höhen und Abstände der Latte nicht, sodass Neugebauer neben Nerven auch Kraft einbüßte. „Es war wirklich chaotisch, das habe ich noch nie erlebt“, sagte er. Zudem drehte Kaul auf. Doch Neugebauer biss sich durch, ließ sich auch von einer Blessur an der rechten Wade nicht aufhalten und wehrte Kauls Angriff noch ab. Über die 1500 m wankte der Koloss nur noch ins Ziel.

Gesa Krause umarmt Olivia Gürth.

Copyright: IMAGO/Beautiful Sports International

Gesa Krause und Olivia Gürth jubelten gemeinsam.

Krause breitete die Arme zum Jubeln hingegen schon zehn Meter vor dem Ziel aus, schwebte lachend über die Ziellinie und stürmte dann für ein erstes Küsschen zu Töchterchen Lola Emilia in die Kurve.

Mit 34 Jahren lieferte die Hindernis-Queen in 9:12,69 Minuten ihr Meisterstück ab und holte zum dritten Mal EM-Gold in ihrer Sahnedisziplin. An einem brütend heißen Abend kochte Krause mit ihrem Zauberspurt alle ab - und zog Teamkollegin Olivia Gürth mit zu Bronze (9:15,33).

Überraschend Dritter wurde auch Diskuswerfer Henrik Janssen (Magdeburg) mit persönlicher Bestleistung von 69,53 Metern.

Henrik Janssen jubelt mit Flagge und Medaille.

Copyright: Sven Hoppe/dpa

Henrik Janssen holte überraschend Bronze im Diskus.

„Ich bin unfassbar dankbar. Ich muss niemanden mehr etwas beweisen. Es macht mir Spaß, es ist mein Leben“, sagte Krause, die ihr schieres Glück kaum fassen konnte, im ZDF.

Nach acht Jahren ist die schnellste Mama der Hindernis-Welt wieder die Königin Europas: „Dieses Gold nach acht Jahren ist wunderschön. Ich darf wieder die Hymne hören, vielleicht ist es das letzte Mal."

Die dritte Deutsche wurde zum Pechvogel: Lea Meyer, im Vorlauf die Schnellste, stürzte klar auf Medaillenkurs liegend beim letzten Besuch am Wassergraben und wurde Vierte (9:17,07).

Der von einer Vier-Jahres-Sperre wegen eines nicht zustandegekommenen Dopingtests bedrohte Top-Sprinter Owen Ansah machte kurz vor Krauses Sieg einen Schritt Richtung nächster Medaille, qualifizierte sich in 20,04 Sekunden als Schnellster für das 200-m-Finale am Freitag (22.25 Uhr) – nur zwei Hundertstel fehlten zum deutschen Rekord. „Die Medaille traue ich mir zu“, sagte Ansah.

Und so könnte die EM aus deutscher Sicht bis zu ihrem Ende noch so richtig Fahrt aufnehmen. Julian Weber im Speerwerfen (Samstag), Frederik Ruppert über 3000 m Hindernis, Amanal Petros, Samuel Fitwi und Richard Ringer im Marathon sowie Malaika Mihambo im Weitsprung (alle Sonntag) gehen mit Goldchancen an den Start. (sid)

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