Im Zehnkampf spielt sich ein skandalöses Drama um Leo Neugebauer ab. Der Top-Favorit ist gleich von zwei peinlichen Pannen betroffen.
Deutscher Star betroffenPeinlich-Panne bei Leichtathletik-EM: „Witzveranstaltung“

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Diskussionen beim Zehnkampf während der Leichtathletik-WM.

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Wie kann sowas denn bitte passieren? Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham leisten sich die Kampfrichter im Zehnkampf eine peinliche Panne. Die Leidtragenden sind sieben Athleten – darunter die beiden Deutschen Leo Neugebauer und Amadeus Gräber.
Was war passiert? Im ZDF-Livestream war während des Stabhochsprungs zu sehen, wie einige Zehnkämpfer an der Bande mit den Offiziellen diskutierten. Youngster Gräber hatte schließlich genug, zog kopfschüttelnd von dannen. Weltmeister Neugebauer hörte derweil ruhig weiter zu.
Neugebauer gleich von zwei Pannen betroffen
ZDF-Reporterin Anja Fröhlich konnte mithilfe von Bundestrainer Jörg Roos aufklären, worum es in den Diskussionen ging. Kaum zu glauben, aber wahr: Die Kampfrichter hatten vergessen, die Latte höher zu stellen!
Roos konnte es nicht fassen. „Bei den 4,80er-Versuchen auf der Anlage hier zur Kurve hin hat man die Höhe nicht auf 4,80 gelegt, sondern auf 4,70 gelassen. Hat eine ganze komplette Reihe durchspringen lassen“, berichtete er. „Bei jeder Kreismeisterschaft ist man da besser vorbereitet.“
Alle Springer, die in der Gruppe B vermeintlich die 4,80 Meter im ersten Versuch überquert hatten, mussten die Höhe nun nochmals springen, um die Punkte für diese Höhe einzusammeln. „Bei den Witterungsbedingungen natürlich fatal, absolute Wettkampfverzerrung, meiner Meinung nach“, schimpfte der Bundestrainer.
Auch der ZDF-Kommentator Fabian Meseberg war fassungslos. „Das ist ehrlich gesagt ein peinlicher Fehler der Kampfrichter hier, dass das nicht auffällt“, sagte er. „Und dass hier mit Gräber, Neugebauer, Nonino, Ferranti, Keita, Gletty und auch De Greef sieben Springer einfach mal einen Versuch für die Galerie gemacht haben.“
Während Gräber, der als starker Stabhochspringer gilt, die Höhe im Nachsitzen problemlos im ersten Versuch nahm – diesmal wirklich –, wurde die Skandal-Panne für Neugebauer zum Albtraum. Der Führende im Gesamtklassement riss die ersten beiden Versuche, tat sich dabei auch noch etwas an der Wade weh. Zu allem Überfluss wurde bei Neugebauer und dem Franzosen Makenson Gletty auch noch vergessen, den von den Athleten angegebenen Abstand zwischen Ständer und Absprung richtig einzustellen.
„Das wird hier langsam zur Witzveranstaltung“, sagte ZDF-Reporterin Fröhlich. „Das darf bei so einer Veranstaltung überhaupt nicht passieren. Jetzt hoffe ich, dass der Protest gilt und sie dürfen dann nochmal springen“, so Bundestrainer Roos.
Neugebauer riss auch seinen dritten Versuch. Schließlich durfte er dann nochmal springen – und meisterte Versuch Nummer vier. Beeindruckend: Neugebauer hatte seine Nerven schnell wieder im Griff, überquerte die 4,90 Meter im ersten Versuch. „So etwas habe ich noch nie erlebt. Das war echt verrückt“, sagte Neugebauer anschließend am ZDF-Mikro. „Mit 4,90 kann ich jetzt super zufrieden sein in so einem chaotischen Stabhochsprung-Wettkampf.“
Der dritte Deutsche war von dem ganzen Drama nicht betroffen. Niklas Kaul war in Gruppe A eingeteilt, bei der bei den Höhen alles glatt lief. Er sprang genau wie Neugebauer 5,90 Meter und liegt vor den abschließenden beiden Disziplinen Speerwurf und 1500 Meter, bei denen er besonders stark ist, auf Medaillenkurs. Wenn es richtig gut läuft, könnte er womöglich sogar Neugebauer noch gefährlich werden.


