Julia Ulbricht feiert in Birmingham ihren größten Erfolg. Dabei dachte die Vizeeuropameisterin schon ans Aufhören. Mit Nebenjobs muss sie sich über Wasser halten.
Speerwerferin dachte ans AufhörenJulia Ulbricht: Von der Babysitterin zu EM-Silber

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Speerwerferin Julia Ulbricht hat in Birmingham mit EM-Silber den größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert.
Vizeeuropameisterin Julia Ulbricht hat wegen finanzieller Engpässe zeitweise daran gedacht, ihre Speerwurf-Karriere zu beenden.
„Ich habe jedes Jahr eine Kadernorm gejagt, nicht geschafft. Dann ist es auch schwierig - nebenher Studium, keine Förderung -, sich so auf den Sport zu konzentrieren, dass man seine Miete und seine Rechnungen bezahlt bekommt“, sagte Ulbricht nach ihrem sensationellen zweiten Platz bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham.
Speerwerferin Julia Ulbricht: Olympia als Kindheitstraum
Mit Nebenjobs habe sie sich über Wasser halten müssen. „Ich mache Übungsleiterstunden mit kleinen Kindern. Also ich fahre in Kindergärten und mache mit denen immer ein Stündchen Sport. Ich habe auch ein bisschen gebabysittet“, sagte Ulbricht nach dem größten Erfolg ihrer Karriere.
In den vergangenen Jahren habe sie versucht, herauszufinden, warum sie überhaupt noch Leistungssport mache. „Und ich mache Leichtathletik schon immer, weil es mir Spaß macht. Und ich habe das als Kind angefangen, weil es mir Spaß macht und ich Freude daran habe. Und deswegen habe ich das auch einfach nie aufgegeben und habe den Spaß zurückgefunden“, sagte die 25-Jährige, die immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen worden war.
Für ihren Kindheitstraum Olympia werde sie weiterkämpfen, betonte die Athletin vom 1. LAV Rostock. Wenn sie in den nächsten Jahren so wirft wie in ihrem ersten Versuch in Birmingham, sollte die Teilnahme an Olympischen Spielen kein Problem sein.
Im Alexander Stadium wuchtete sie den Speer auf 61,53 Meter und blieb damit bloß fünf Zentimeter unter ihrer Bestleistung. Besser war am Sonntagabend nur die neue Europameisterin Sara Kolak aus Kroatien, die 62,43 Meter schaffte.
Ulbricht hat Zugangsvoraussetzung für Olympia-Kader
Ulbricht hofft, dass sich durch das Sensationssilber nun neue Türen für sie öffnen werden. „Dass ich eventuell auch bei besseren Wettkämpfen werfen kann, vielleicht auch Leute auf mich aufmerksam werden, ich vielleicht irgendwie eine Chance habe, auch mal Sponsorenverträge zu bekommen.“
Immerhin erfüllt Ulbricht nach Angaben des Deutschen Leichtathletik-Verbands mit ihrer EM-Medaille jetzt die Zugangsvoraussetzung für den Olympia-Kader. Dieser Status würde für sie eine bessere finanzielle Grundförderung bedeuten. (dpa)

