Ein Kapitel schließt sich, aber ein wichtiges Ziel wurde nicht erreicht.
Nach sieben Jahren ist SchlussBundestrainer wirft hin – doch ein großer Makel bleibt

Copyright: Daniel Karmann/dpa
Am Wochenende verabschiedet sich Stefan Horngacher als Bundestrainer. (Archivbild)
Ob mit dem Fahrrad oder in Wanderstiefeln: Stefan Horngacher (56) wird man künftig häufiger im Schwarzwald antreffen. Für seine privaten Leidenschaften hat der Chef-Coach der DSV-Adler demnächst mehr Freiraum. An diesem Wochenende endet seine Tätigkeit nach sieben Jahren im Amt. Die Zeit als Hauptverantwortlicher ist damit vorbei. „Das letzte Mal als Bundestrainer die Fahne zu schwingen, ist noch einmal eine große Ehre. Darauf freue ich mich sehr“, sagt er.
Der in Titisee-Neustadt mit seiner Familie wohnende Horngacher schaut auf eine schwierige letzte Saison zurück, so meldet die „Deutsche Presse-Agentur“. Seine Mannschaft musste bei der Vierschanzentournee sowie der Skiflug-WM bittere Rückschläge hinnehmen.
Olympia-Triumph von Raimund als gefeiertes Highlight
Das absolute Glanzlicht einer ansonsten wechselhaften Saison war die Goldmedaille von Philipp Raimund im Einzelwettbewerb von der Normalschanze. Vor seinem finalen Trip als Trainer zum Skifliegen in Planica bezeichnet Horngacher seine Gemütslage als „ein bisschen komisch“.

Copyright: Daniel Karmann/dpa
Horngachers Verhältnis zu Philipp Raimund (l) war mal schwierig. (Archivbild)
Ein Ranking seiner bedeutendsten Triumphe möchte er nicht aufstellen. „Der Olympiasieg vom Philipp Raimund ist für mich genauso wichtig wie die Bronzemedaille vom Karl Geiger damals in Peking oder Karls Titel bei der Skiflug-WM 2020“, sagt er. „Das sind alles bleibende Momente, die herausragend waren.“ Die Kooperation innerhalb der Mannschaft sei für ihn von weitaus größerer Bedeutung gewesen.
Ein Trainer mit klarer Kante, der Auseinandersetzungen nicht mied
Die Position hatte der Österreicher im Jahr 2019 von Werner Schuster übernommen. Man hielt Horngacher für zurückhaltender als seinen populären Vorgänger, aber seine besonnene und analytische Weise fand ebenfalls Anklang. Er war bekannt für seine direkte Ansprache und scheute keine Auseinandersetzungen.
Diese Erfahrung machte ebenfalls Olympiagewinner Raimund. Im Vorfeld der letzten Weltmeisterschaft kam es zu Streit. „Es hat wirklich gekracht vor der WM in Trondheim, danach hat man sich ausgesprochen“, erklärte Raimund bei den Winterspielen. Der Beziehung habe dies genutzt. Jeder im Team wusste bei Horngacher, worauf er sich einstellen konnte. Der Trainer feierte nach dem Triumph von Raimund so überschwänglich wie kaum zuvor.

Copyright: Daniel Karmann/dpa
Der Olympiasieg von Philipp Raimund war der Höhepunkt des Winters. (Archivbild)
Ein Wermutstropfen: Der Tournee-Fluch konnte nicht gebrochen werden
Allerdings scheiterte selbst der versierte Experte an einer wichtigen Aufgabe: den Bann der Vierschanzentournee zu brechen. „Das war schon immer unser Hauptfokus. Das wird von allen erwartet“, sagt er. „Leider konnten wir die Erwartungen nicht erfüllen.“
Der Deutsche Skiverband (DSV) sehnt sich seit dem historischen Erfolg von Sven Hannawald 2002 nach einem erneuten Gesamterfolg bei dieser traditionsreichen Veranstaltung. „Ich hoffe, dass es mein Nachfolger schafft“, sagt er. „Das würde ich ihm echt wünschen.“ Wer diese Person sein wird, steht bislang nicht fest.

Copyright: Daniel Karmann/dpa
Findet Andreas Wellinger nochmal zurück zu alter Stärke? (Archivbild)
Die Zukunft: Horngacher bleibt dem Skispringen erhalten
Horngacher betrachtet die deutsche Mannschaft ungeachtet der wechselhaften Saison als solide positioniert. Der kommende Nationaltrainer steht vor der Herausforderung, die erfahrenen Athleten wie Andreas Wellinger (30) und Karl Geiger (33) zu alter Stärke zurückzuführen, während er zugleich Nachwuchstalente integriert.
Und was macht Horngacher? Seine eigene berufliche Zukunft ist laut ihm noch nicht entschieden. Aber eines ist klar: „Ich werde definitiv im Skispringen bleiben.“ Priorität hat für ihn, künftig mehr Zeit daheim mit seiner Familie zu verbringen. Kürzere Reisen, mehr Freiraum für seine Gattin und seine Leidenschaften wie Biken, das Suchen von Pilzen oder das Spielen der Gitarre. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

