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Letzter Tanz in PragEis-Paar vor Zerreißprobe nach Olympia-Medaille

Minerva Hase und Nikita Volodin

Copyright: Paul Kitagaki Jr./ZUMA Press Wire/dpa

Minerva Hase und Nikita Volodin zählen bei der WM in Prag zu den Medaillenkandidaten. (Archivbild)

Sie holten Bronze, jetzt steht alles auf dem Spiel. Für Minerva Hase und Nikita Volodin geht es bei der WM nicht nur um Gold, sondern um ihre gemeinsame Zukunft.

Frisch von ihrem riesigen Erfolg mit Olympia-Bronze beflügelt, wollen Minerva Hase und Nikita Volodin ihre Story weiterschreiben. Doch es könnte das finale Kapitel werden. Das deutsche Top-Duo geht bei der Eiskunstlauf-WM in Prag, die am Mittwoch startet, ganz locker an den Start. „Wir wollen die WM genießen und noch einmal zwei schöne Programme zeigen. Ich denke, es ist ein schöner Abschluss einer ereignisreichen Saison“, so Hase.

Aber ist es wirklich nur das Ende einer aufregenden Saison – oder steht die gesamte Karriere von Hase/Volodin auf dem Spiel? Nach dreieinhalb gemeinsamen Jahren auf dem Eis ist ihre Zukunft als Team ungewisser denn je.

Zukunft des Paares nach der WM völlig offen

„Wir werden uns intern nach der WM zusammensetzen und dann entscheiden, wie es weitergehen wird“, bestätigt Hase. Für das Duo geht es am Mittwoch (18.45 Uhr) im Kurzprogramm und am Donnerstag (18.15 Uhr) in der Kür um Edelmetall. Eine genaue Platzierung als Vorgabe gibt es aber nicht. „Unser Ziel ist wie immer, bestmöglich zu laufen“, stellt Hase klar.

Im Anschluss an die Bronzemedaille bei den Winterspielen in Italien vor gut einem Monat haben die beiden nichts mehr zu verlieren. In Mailand ging ihr großer Traum in Erfüllung. „Man merkt auf jeden Fall, dass nach den Olympischen Spielen viel Druck abgefallen ist“, so Hase.

Nach den Spielen absolvierte das Paar zunächst einige Shows, bevor die direkte Vorbereitung auf die WM begann. „Die Shows haben sehr geholfen, um einen guten Übergang zu finden zwischen Olympischen Spielen und WM-Vorbereitung“, erklärte Hase.

DEU-Sportdirektor bleibt zuversichtlich

Die 26-jährige Hase knüpft eine Fortsetzung der Karriere mit ihrem Partner, der im selben Alter ist, an klare Bedingungen. Die Rahmenbedingungen müssen passen. „Wenn es weitergehen soll, dann auch in einem professionellen und guten Rahmen. Ich glaube, unser Bundesstützpunkt steht immer noch auf der Kippe“, äußerte sie gegenüber dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) zur Situation des Standorts Berlin.

Ein Ende der Partnerschaft wäre für die Deutsche Eislauf-Union (DEU) ein schwerer Rückschlag. Schließlich sind Hase/Volodin die einzigen Garanten für Medaillen bei wichtigen Wettkämpfen. Wie die dpa berichtet, zeigt sich DEU-Sportdirektor Jens ter Laak dennoch zuversichtlich: „Ich bin da sehr zuversichtlich, wenn ich mir das Alter der beiden anschaue – und insbesondere im Paarlaufen sind die Sportlerinnen und Sportler länger aktiv als in den Einzellaufdisziplinen.“

Ter Laak kündigte an, dass Berlin neben Dortmund und Oberstdorf als Bundesstützpunkt für den Zeitraum 2027 bis 2030 beantragt wird. „Wir werden ihn in unserer Strukturplanung dabeihaben, aber die Entscheidung liegt nicht bei uns, sondern am Ende beim Staat“, stellte er klar. Die Entscheidung darüber fällt bis zum Jahresende. Berlin galt schon früher als unsicherer Standort.

Aber selbst falls die Hauptstadt ihren Status als Bundesstützpunkt verlieren sollte, bleibt ter Laak gelassen. „Minerva Hase und Nikita Volodin sind im Olympiakader. Das bedeutet, dass sie nahezu überall auf der Welt in einer starken Trainingsgruppe trainieren können. Sie sind nicht auf den Standort Berlin angewiesen. Dass man vielleicht persönliche Präferenzen hat, wo man seinen Lebensmittelpunkt hat, ist in Ordnung, aber es ist auch Profisport.“

Riesige Medaillenchance in Prag

In Prag ist die Aussicht auf WM-Gold so vielversprechend wie selten. „Wenn man sich diejenigen anschaut, die bei der Weltmeisterschaft nicht am Start sind, dann darf man davon ausgehen, dass sie sich zu einem der Medaillenränge sicherlich durchkämpfen können“, so ter Laak. Denn es fehlen Top-Konkurrenten: Die Olympiasieger und Weltmeister aus Japan, Riku Miura und Ryuichi Kihara, sind nicht dabei, ebenso wenig wie das italienische Spitzen-Duo Sara Conti/Niccolò Macii.

Trotz einer anstrengenden Olympia-Saison haben sich Hase/Volodin für den Start beim letzten großen Wettbewerb entschieden. „Wir haben schon mal kurz drüber geredet und uns dann zusammen dafür entschieden, die WM ohne Druck noch mitzunehmen“, sagt Hase. Im Vorjahr holte sie mit Volodin bei der WM in Boston den zweiten Platz.

Nicht nur bei den Paaren, auch in den anderen Wettbewerben gibt es prominente Absagen. Bei den Damen fehlt Olympiasiegerin Alysa Liu (USA), und bei den Herren tritt Überraschungs-Olympiasieger Michail Schaidorow aus Kasachstan gar nicht erst an. Dagegen will US-Star Ilia Malinin nach seinem enttäuschenden achten Platz bei Olympia wieder angreifen.

„In den olympischen Disziplinen sind natürlich alle vier Jahre die Olympischen Spiele der Höhepunkt und nicht die Weltmeisterschaft“, ordnet ter Laak die Bedeutung ein. Er ist sich aber gewiss, dass die WM dennoch ein „tolles Event“ wird. (red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.

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