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Haas verpatzt Reifen-Poker „Mick Schumacher wurde übel mitgespielt“

Mick Schumacher vom Team Haas fährt über die Piste in Suzuka.

Mick Schumacher vom Team Haas am 9. Oktober 2022 in Suzuka in Aktion. 

Irre, irrer, Suzuka! Der Japan-GP bot mal wieder alles, was die Formel 1 auf dieser Strecke zu faszinierend macht.

Ein Regen-Chaos mit einem Beinahe-Crash mit einem Traktor auf der Strecke. Ein Reifen-Roulette mit einem deutschen Gewinner und Verlierer. Und mit Max Verstappen (25) einen souveränen Sieger, der trotz zu wenig gefahrener Runden überraschend zum Weltmeister erklärt wurde.

Vorhang auf zum verrücktesten Rennen des Jahres. Das wurde wegen des Regens erst hinter dem Safety-Car gestartet und nach drei Runden sowie Un- bzw. Ausfällen von Carlos Sainz (28, Ferrari) und Alexander Albon (24, Williams) wieder abgebrochen. Dabei erlebte Pierre Gasly (26, AlphaTauri) eine Schrecksekunde.

„Ich hätte sterben können. Das ist inakzeptabel“

Der Franzose raste trotz Roter Flaggen mit Tempo 250 knapp an einem Bergungstraktor vorbei. Gasly fluchte in den Funk: „Ich hätte sterben können. Das ist inakzeptabel.“ Da wurden Erinnerungen an den Horrorcrash  von Suzuka 2014 wach, als sein Freund Jules Bianchi (25) bei Aquaplaning in den Traktor raste, der das havarierte Auto von Adrian Sutil (39) bergen wollte. Der Franzose war später an seinen Hirnschäden gestorben.

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Gasly wetterte auch am Kommandostand weiter gegen die Rennleitung und erhielt Beistand von Kollegen wie Lando Norris (23): „Was zur Hölle. Wir haben vor Jahren in dieser Situation ein Leben verloren. Wir riskieren unser Leben, besonders unter solchen Bedingungen. Wir wollen Rennen fahren. Aber das hier… Inakzeptabel.“ Doch der Weltverband FIA nahm den Traktor-Fahrer in Schutz und rügte Gasly, der mit „bis zu 250 km/h“ unterwegs gewesen sei, obwohl die Rote Flagge bereits gezeigt war.

Als die Aufregung sich gelegt hatte, begann der Reifen-Poker. Weil die Strecke nach dem Neustart abtrocknete, wechselte der nach einem Super-Start von Fernando Alonso (41) abgedrängte Sebastian Vettel (35) als Erster auf Intermediate-Reifen. Gut gewettet, denn so kam der am Saisonende zurücktretende Ex-Weltmeister im letzten Rennen auf seiner Lieblingsstrecke auf den sechsten Platz.

Böse verpokert hat sich dagegen wieder mal das Haas-Team bei Mick Schumacher (23). Der lag auf Punktekurs, musste aber im Gegensatz zu Teamkollege Kevin Magnussen (29) in der vagen Hoffnung auf ein Safety-Car auf Regenreifen weiterfahren und wurde auf den letzten Platz durchgereicht. „Auch wenn ich jetzt wieder als befangen hingestellt werde: Es ist nicht das erste Mal, dass Mick eine schlechtere Strategie als Kevin bekommt“, schimpfte Onkel Ralf Schumacher (47) auf Sky. Sein Daten-Analyst Leo Lackner meinte sogar: „Da haben sie dem Mick übel mitgespielt.“ Der haderte später: „Es war nicht grandios. Punkte wären auf jeden Fall möglich gewesen.“

Positiv überrascht war dagegen Verstappen, der sich trotz nur 28 von 53 gefahrenen Runden über die volle Punktzahl und seinen zweiten Titel freuen durfte. Die FIA klärte auf: Die halbe Punktzahl gebe es nur, wenn das Rennen nach einer Unterbrechung nicht wieder aufgenommen werden könne.

Verstappen profitierte auch davon, dass sein geschlagener WM-Rivale Charles Leclerc (24) in der letzten Kurve die Schikane abkürzte, dafür eine Fünf-Sekunden-Strafe erhielt und den zweiten Platz an Sergio Perez (32) abgeben musste. Der „fliegende Holländer“ jubelte: „Es ist unglaublich, das hätte ich nicht erwartet, aber sie haben mir die vollen Punkte gegeben. Das Rennen war schon gut, aber das Jahr war unglaublich.“ (reu)

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