Seit 26 Rennen punktlos Kritik nach Vettel-Crash: Ist Mick Schumacher mit der Formel 1 überfordert?

Sebastian Vettel (l) aus Deutschland und Mick Schumacher aus Deutschland vom Team Haas treffen an der Rennstrecke ein. Der Große Preis von Abu Dhabi findet am 12. Dezember 2021 statt.

Sebastian Vettel (l.) und Mick Schumacher, hier am 11. Dezember 2021, crashten am Sonntag in Miami.

Mick Schumacher und Sebastian Vettel liegen bei der Formel-1-Premiere in Miami kurz vor Rennende in den Punkten – kegeln sich dann aber gegenseitig aus dem Rennen. Die Reaktionen zum Unfall.

WM-Punkte in der Formel 1 und Mick Schumacher (23) – bisher keine gute Kombination. Nach der Miami-Premiere am Sonntag (8. Mai 2022) wartet der Sohn von Michael Schumacher (53) weiter auf seine ersten Zähler – die hat er ausgerechnet durch einen Crash mit Freund und Vorbild Sebastian Vettel (34) verpasst.

Drei Runden vor Schluss lag Mick Schumacher (Startplatz 15) auf Rang zehn, Vettel (aufgrund eines Benzin-Problems nur aus der Box gestartet) vor ihm auf Platz neun. Auf der Start-Ziel-Geraden setzte Schumacher in Runde 54 zum Überhol-Manöver gegen den Heppenheimer an, setzte sich innen rein.

Mick Schumacher funkt nach Crash mit Sebastian Vettel: „Ganz klar meine Kurve“

Sebastian Vettel lenkte ein, Schumacher versuchte die Kurve sehr spitz zu nehmen und krachte so in die Seite des Aston Martin. Vettel stellte das Auto anschließend aufgrund des hohen Schadens in der Garage ab, Mick musste sich einen neuen Frontflügel holen und fiel mit Abstand ans Ende des Feldes zurück.

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Am Funk gaben sich beiden unmittelbar nach der Kollision noch gegenseitig die Schuld. „Welche Lücke war das? Ich habe das nicht gesehen!“, sagte Vettel seinem Team. Schumacher rief: „Das war ganz klar meine Kurve.“

Mick Schumacher nach dem Rennen: „Werde noch mit ihm darüber reden“

Nach dem Rennen äußerte sich der Haas-Pilot am Sky-Mikrofon zu dem Unfall und zeigte ein wenig Einsicht: „Es ist nachher immer einfach, darüber zu sprechen. Wenn man es so sieht, hätte ich einfach dahinter bleiben können oder stärker versuchen können, vorbeizufahren. Im Endeffekt sehr schade für uns beide. Ich werde mit Sicherheit noch mit ihm darüber reden.“

Auch Vettel haderte mit der Situation: „Das ist doof und bitter für uns beide. Es tut mir leid, dass wir beide raus sind. Ich dachte, ich hätte die Kurve, war vorne, und hatte nicht mit ihm gerechnet. Als ich ihn gesehen habe, war es zu spät. Ich muss es mir anschauen, aber ist natürlich schade für uns.“

Formel 1: Ralf Schumacher sieht Vettel in der Verantwortung

Beide hätten wichtige Punkte für sich und ihre Teams holen können, am Ende gingen sie aufgrund des Crashs leer aus. Darüber zeigte sich auch Mick-Onkel Ralf Schumacher (46) enttäuscht, nahm seinen Neffen bei Sky ein wenig in Schutz: „Also ich muss sagen: Mick muss es da versuchen. Aber man sieht: Er zögert ein bisschen. Hätte er vielleicht nicht machen müssen, weil die Kurve hätte er haben können.“

Dafür sah der TV-Experte mehr die Schuld bei Vierfach-Weltmeister Vettel: „Sebastian muss auch mal Platz lassen. Mick kann sich da nicht in Luft auflösen. Da muss Sebastian in den Spiegel gucken, das ist so.“ Der Ex-Pilot schob aber auch noch hinterher: „Wenn er ihn gesehen hätte, hätte er ihm sicherlich den Platz gelassen.“

Mick Schumacher und Sebastian Vettel crashen in Miami.

Mick Schumacher (r.) und Sebastian Vettel crashten am Sonntag (8. Mai 2022) kurz vor Rennende bei der Formel-1-Premiere in Miami.

Am Ende sei es einfach eine „unglückliche Situation“ gewesen, die Rennleitung der Formel 1 stufte den Vorfall als Rennunfall ein und verhängte keine Strafen.

RTL-Experte Christian Danner: „Mick Schumacher muss mal ein Rennen ohne Unfall zu Ende fahren“

Doch RTL-Experte Christian Danner (63) weiß bei Ansicht der Bilder genau, wie das Gespräch zwischen Vettel und Mick ablaufen wird. „Vettel wird ihn schon auch mal fragen, ob er noch alle hat“, sagte der 46-fache GP-Teilnehmer. Er sieht klar die Schuld bei Mick, nach dem Motto „Wer auffährt, hat Schuld“: „Mick Schumacher muss mal ein Rennen ohne Unfall zu Ende fahren. Wenn man so weit vorne ist, muss er das auch mal abgeklärter zu Ende bringen.“ Und Danner mutmaßt: „Der Teamchef wird dem jetzt dermaßen die Leviten lesen. Das sind sichere Punkte gewesen und jetzt hat er nichts.“

In der Tat gab es eine Standpauke von Haas-Teamchef Günther Steiner (56): „Es ist enttäuschend, wenn es so aussieht, als ob man in die Punkte fahren würde, und es doch nicht klappt – Micks Zwischenfall mit Sebastian hat dafür leider gesorgt.“

Der knallharte Südtiroler hatte Mick für dessen viele Unfälle schon im Debüt-Jahr gerügt. Im jeweils zweiten Jahr hatte er sich in den unteren Formel-Serien stets gesteigert und den Titel gewonnen. Doch im stark verbesserten Haas-Ferrari ist er immer noch punktlos und fällt sogar gegen den reaktivierten Kevin Magnussen (29) stark ab.

Mick bittet weiter um Geduld: „Wir waren auf dem besten Weg, Punkte zu holen, aber wir müssen noch etwas warten.“ Man darf gespannt sein, wann bei Steiner bzw. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto (52) der Geduldsfaden reißt.

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