Haas-Aus von Mick Schumacher Schlechtes Gewissen? Steiner winkt ab: „Nein, wieso sollte ich?“

Günther Steiner, Teamchef Haas F1, trennt sich zum Saisonende von F1-Pilot Mick Schumacher.

Günther Steiner (Tam Haas) am 17. November 2022 in Abu Dhabi.

Jetzt ist es amtlich: Mick Schumacher fährt nächstes Jahr nicht mehr in der Formel 1 für das Haas-Team. Am Donnerstag begründete der Teamchef die Entscheidung gegen Mick.

Seit Donnerstag (17. November 2022) herrscht Klarheit: Mick Schumacher (23) erhält keinen neuen Vertrag beim Formel-1-Rennstall Haas.

Die Karriere von Mick in der Formel 1 steht damit vor einem Knick: Schumacher wird wohl in der neuen Saison nicht in der Königsklasse starten. Das Haas-Cockpit übernimmt Nico Hülkenberg (35).

Formel 1: Haas-Teamchef Steiner erklärt Entscheidung gegen Mick Schumacher

Gegenüber Sport1 erklärte Teamchef Günther Steiner (57) die Entscheidung und machte auch klar, dass er kein schlechtes Gewissen habe, weil er Mick erstmal aufs Abstellgleis befördert hat. Steiner betonte: „Nein, wieso sollte ich? Ich habe eine Entscheidung für mein Team getroffen. Sich mit einem jungen Menschen hinzusetzen und ihm zu sagen, dass er keinen Job mehr hat, ist nie schön. Das ist keine Genugtuung, aber im Gegenzug haben wir Hunderte von Leuten, die für das Team arbeiten. Das muss ich auch berücksichtigen und das Beste fürs Team machen. Deswegen fühle ich mich nicht schlecht.“

Alles zum Thema Mick Schumacher

Steiner hatte einfach kein Vertrauen in die Leistungsfähigkeit und das Entwicklungspotenzial von Schumacher mehr. Mit Hülkenberg erhofft er sich einen Schub für den Rennstall: „Wir wollen zurück zur Leistung von 2018. Bei uns gibt es überall Nachholbedarf. Nico Hülkenberg kann uns helfen, unseren Wachstumsprozess zu beschleunigen. Er hat das bei mehreren Teams im Mittelfeld bereits gemacht und wir alle kennen seine Qualitäten als Rennfahrer. Deswegen haben wir uns entschieden, einen Wechsel zu vollziehen.“

Die alleinige Schuld für das sportliche Versagen in dieser Saison will Steiner aber nicht Mick in die Schuhe schieben: „Ich muss aber auch klarstellen, dass unsere schwankende Leistungskurve mit ihren vielen Aufs und Abs in diesem Jahr nicht auf Mick zurückzuführen ist. Wir haben Nico genommen, um das Team einfach besser zu machen. Am Ende ging es nur noch darum, ob wir den Weg mit Mick weiter gehen oder Nico verpflichten.“

Mick habe sich zwar speziell vor der Sommerpause gesteigert, trotzdem: „Ihm fehlt aber die Erfahrung, die er allerdings auch noch nicht haben kann. Er ist ja erst zwei Jahre in der Formel 1, während Nico seit zehn Jahren hier im Geschäft ist“, so Steiner.

Der Italiener weiß, dass die Formel 1 ein gnadenloses Geschäft ist: „Es heißt ja auch nicht, dass Mick nicht gut genug als Rennfahrer war. Wir waren ja auch nicht fehlerfrei. Diese Fehler müssen wir in der kurz möglichsten Zeit ausmerzen – und dabei hilft gewöhnlich Erfahrung.“

Steiner hatte Mick Schumacher die Entscheidung am Mittwochnachmittag (16. November) offiziell mitgeteilt: „Wir mussten erst noch ein paar rechtliche Dinge mit Nico klären, nachdem wir uns letzte Woche für ihn entschieden hatten.“ (ubo)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.