„Arroganz“-Vorwurf Weltmeister im Disput: Kramer und Mertesacker geraten im ZDF aneinander

Christoph Kramer und Per Mertesacker im Gespräch bei der WM-Übertragung im ZDF.

Christoph Kramer (r.) und Per Mertesacker am Freitag (2. Dezember 2022) im Gespräch bei der WM-Übertragung im ZDF.

Hitzige Debatte bei der DFB-Analyse: Deutschlands WM-Aus in Katar beschäftigte am Folgetag im ZDF auch Christoph Kramer und Per Mertesacker. Die lieferten sich im Studio eine intensive Diskussion.

Auch am Tag nach dem erneuten peinlichen Vorrunden-Aus war das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2022 in Katar das große Gesprächsthema der Weltmeisterschafts-Übertragungen im ZDF.

Klar, dass auch Borussia Mönchengladbachs Weltmeister Christoph Kramer (31) als TV-Experte seine Eindrücke zum erneuten Gruppen-Scheitern der DFB-Auswahl äußerte. Wie Ex-Kollege Per Mertesacker (38) urteilte der zwölfmalige Nationalspieler kritisch über die DFB-Darbietungen in Katar. In einem Punkt klafften die Meinungen dann aber deutlich auseinander.

WM 2022 im ZDF: Kramer-Debatte mit Mertesacker

„Gestern war es auch wieder so, wir haben Struktur verloren“, führte Kramer gerade aus, als Mertesacker in bester Innenverteidiger-Manier (verbal) dazwischen grätschte: „Das ist Arroganz. Das ist Arroganz, was du ansprichst.“ Als Kramer entgegnete: „Das ist doch keine Arroganz“, hielt Mertesacker erneut dagegen: „Natürlich!“

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Er ließ Kramer anschließend aber dennoch fortfahren. „Es ist keine Arroganz, wenn du es unbedingt willst. Das ist keine Arroganz“, hielt der Gladbacher der Auswahl von Hansi Flick (57) zugute: „Ein Leroy Sané stand gestern nur in der Mitte, er wollte unbedingt die Bälle holen, unbedingt die Bälle holen und wollte etwas initiieren.“

Als Mertesacker mit einem „aber er muss breit stehen“ an die Sané eigentlich aufgetragene Rolle auf der Außenbahn erinnerte, kam Kramer weiter in Fahrt: „Und warum hat er es nicht gemacht? Nicht, weil er arrogant war, sondern weil er zu viel wollte. Das hat nix mit Arroganz zu tun. Es ist immer einfach, zu sagen: Das ist arrogant. Was ist das für ein Wort, arrogant?!“

WM-Diskussion im ZDF: Jochen Breyer bremst Kramer und Mertesacker

Und der langjährige Arsenal-Star? Blieb bei seiner Meinung, erklärte an Kramer gerichtet: „Arrogant heißt in dem Fall: Wenn wir Sachen ganz klar zur Seite klären müssen, denken wir, wir können einfach einen Lupfer spielen.“

Der Borussia-Abräumer konterte ein weiteres Mal: „Nee, das ist jetzt nicht so lange her, dass du Fußball gespielt hast. Du weißt auch, dass du nicht denkst: Boah, das löse ich jetzt mal arrogant mit der Hacke als letzter Mann. Das passiert halt manchmal.“

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Als es in immer kürzeren Abständen hin und her ging, griff schließlich ZDF-Moderator Jochen Breyer (40) ein. „Ich würde euch gerne noch eine halbe Stunde zuhören und diskutieren lassen“, sagte er sichtlich amüsiert in Richtung seines Experten-Duos und regte an: „Wollen wir genau an der Stelle nachher weiter machen nach dem Spiel (Schweiz – Serbien, Anm. d. Red.), genau an der Stelle?“

Und die beiden Ex-Nationalspieler? Gaben sich versöhnlich die Hand und vertagten den zweiten Teil ihrer Arroganz-Diskussion auf den späteren Abend. Da kamen sie später zwar auch auf keinen gemeinsamen Nenner, lieferten sich aber, unterstützt vom zugeschalteten Sandro Wagner (35), eine Debatte mit Tiefgang, für die sich das lange Warten lohnte. (bc)

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