Ein Blick in Viktorias Historie: 2017/18 verpassten die Höhenberger im zweiten Jahr in Folge nur knapp den Aufstieg in die 3. Liga.
2017/18 ganz nah dranAls Viktoria vier Punkte zum Sprung in die 3. Liga fehlten

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Der Traum vom Aufstieg platzte am 13. Mai trotz eines Siegs gegen Borussia Mönchengladbach II.
Viktoria Köln war zwischenzeitlich Tabellenführer und hatte den stärksten Angriff der Liga. Am Ende lag der KFC Uerdingen vorn. Die Saison 2017/18 zeigt, wie nah die Viktoria dem Profifußball war – und warum es wieder nicht reichte.
Viktoria Köln hatte den Aufstieg schon vor Augen. Nach 34 Spieltagen standen 72 Punkte auf dem Konto, dazu 85 Tore und Platz zwei in der Regionalliga West. Nur der KFC Uerdingen war besser. Der Aufsteiger holte 76 Punkte und sicherte sich damit die Meisterschaft sowie den Platz in der Aufstiegsrunde zur 3. Liga.
Für die Viktoria blieb eine starke Saison ohne den entscheidenden Schritt nach oben. Die Mannschaft gewann 21 Spiele, spielte neunmal unentschieden und verlor nur vier Partien. Trotzdem fehlten am Ende vier Punkte auf Uerdingen. Der Abstand war klein – aber groß genug, um den Aufstieg erneut zu verpassen.
Es war die zweite Saison in Folge, in der Viktoria Köln um den Sprung in den Profifußball spielte. Nach der verpassten Aufstiegsrunde 2016/17 gegen Carl Zeiss Jena ging die Mannschaft erneut als einer der Favoriten in die Saison. Die Erwartungen waren nicht aus der Luft gegriffen. Viktoria war amtierender Meister der Regionalliga West und hatte eine Mannschaft, die offensiv zu den besten der Liga gehörte.
Die Ausgangslage: Favorit nach verpasstem Aufstieg
Viktoria Köln war vor der Saison der Maßstab in der Regionalliga West. Der Verein hatte die vorherige Spielzeit als Meister beendet, war in den Aufstiegsspielen aber an Carl Zeiss Jena gescheitert. Der zweite Anlauf sollte nun gelingen.
Auch der KFC Uerdingen wurde als ernsthafter Konkurrent erwartet. Der ehemalige Bundesligist war neu in der Regionalliga und verfügte über eine Mannschaft, die sofort um die Spitze spielen konnte. Mit etwas Abstand wurden Rot-Weiß Oberhausen und Borussia Mönchengladbach II als weitere Kandidaten genannt.
Damit war früh klar: Für Viktoria würde es nicht nur darum gehen, eine gute Saison zu spielen. Die Mannschaft musste sich gegen Uerdingen behaupten – und durfte sich im direkten Duell keinen großen Ausrutscher erlauben.
Ein enges Duell an der Spitze
Das erste direkte Aufeinandertreffen mit Uerdingen fand am zehnten Spieltag im Sportpark Höhenberg statt. Die Partie endete 0:0. Viktoria hatte Chancen, traf aber nicht. Kurz vor Schluss setzte die Mannschaft einen Kopfball nach einem Freistoß an das Aluminium.
Das Ergebnis passte zum Charakter des Titelrennens: Beide Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe, keiner konnte sich entscheidend absetzen. Auch das Rückspiel in Uerdingen endete unentschieden – diesmal 1:1.
Für Viktoria waren die beiden direkten Duelle damit nicht verloren. Sie brachten aber auch nicht den Vorsprung, den ein Titelkandidat gegen den wichtigsten Konkurrenten braucht. Uerdingen blieb in Schlagdistanz und erwies sich über die gesamte Saison als die konstantere Mannschaft.
Winterpause mit Hoffnung
Im Dezember gingen beide Spitzenteams punktgleich in die Winterpause. Viktoria lag nach 19 Spielen mit 39 Punkten an der Tabellenspitze, Uerdingen hatte ebenfalls 39 Zähler. Uerdingen wurde zwar als Herbstmeister geführt, die Viktoria überwinterte aber als Tabellenführer.
Die Ausgangslage war damit offen. Der Aufstieg schien weiterhin möglich. Viktoria hatte in der Hinrunde nur wenige Punkte liegen gelassen und mit 42 erzielten Toren bereits ihre offensive Qualität gezeigt.
Kurz vor der Winterpause gelang ein 1:0 bei Borussia Mönchengladbach II. Die Mannschaft nahm damit Rückenwind mit in die Pause. Wenige Wochen später änderte sich jedoch die Situation auf der Trainerbank.
Trainerwechsel mitten im Aufstiegsrennen
Im Dezember trennte sich Viktoria Köln von Marco Antwerpen. Der Trainer wechselte anschließend zu Preußen Münster. Im Januar übernahm Olaf Janßen die Mannschaft.
Der Zeitpunkt war heikel. Viktoria war Tabellenführer und stand mitten im Rennen um die 3. Liga. Janßen musste eine Mannschaft übernehmen, die sportlich bereits funktionierte, aber den entscheidenden Schritt noch nicht geschafft hatte.

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Marco Antwerpen wurde während der Saison 2017/18 von Olaf Janßen abgelöst.
Die Bilanz des neuen Trainers war stark: Aus 18 Regionalliga-Spielen holte Janßen 33 Punkte. Die Viktoria lag am Ende aber hinter dem KFC. Der Wechsel brachte also Stabilität, brachte aber erneut nicht den erhofften Aufstieg.
Die Viktoria liefert – Uerdingen bleibt vorn
Viktoria Köln spielte eine starke Rückrunde. Die Mannschaft gewann unter anderem bei Fortuna Düsseldorf II mit 4:1. Timm Golley erzielte nach einem Doppelpass mit Mike Wunderlich den Führungstreffer. Das Spiel zeigte, welche Qualität Viktoria im Angriff entwickeln konnte.
Überhaupt war die Offensive das große Plus der Saison. Mit 85 Toren stellte Viktoria den zweitbesten Angriff der Liga – und erzielte 17 Treffer mehr als Meister Uerdingen. Timm Golley kam auf 17 Tore, Mike Wunderlich auf 14 und Simon Handle auf 13.
Uerdingen war dafür defensiv deutlich stabiler. Der Meister kassierte in 34 Spielen nur 24 Gegentore. Viktoria ließ 36 Treffer zu. Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick klein, erzählt aber viel über das Titelrennen: Die Kölner erzielten mehr Tore, Uerdingen gab weniger Spiele aus der Hand.
Der letzte Spieltag: Starker Sieg, falscher Tabellenplatz
Am letzten Spieltag gewann Viktoria Köln mit 4:1 gegen Borussia Mönchengladbach II. Die Mannschaft erfüllte ihre Aufgabe und beendete die Saison mit einem deutlichen Heimsieg.
Doch auch Uerdingen gewann. Der KFC setzte sich mit 5:2 gegen den SC Wiedenbrück durch und blieb mit 76 Punkten vor Viktoria. Die Kölner kamen auf 72 Zähler.
Es war kein Einbruch am letzten Spieltag, der den Aufstieg verhinderte. Viktoria hatte ihre Aufgabe erfüllt. Entscheidend war vielmehr, dass Uerdingen über die gesamte Saison hinweg vier Punkte mehr sammelte.
Die Saison in Zahlen
- Liga: Regionalliga West
- Tabellenplatz: 2.
- Spiele: 34
- Punkte: 72
- Bilanz: 21 Siege, 9 Unentschieden, 4 Niederlagen
- Tore: 85:36
- Tordifferenz: +49
- Bester Viktoria-Torschütze: Timm Golley, 17 Tore
- Trainer: Marco Antwerpen / Olaf Janßen
Die Zahlen belegen, wie stark die Saison war. 72 Punkte hätten in vielen Spielzeiten für den ersten Platz gereicht. In dieser Saison reichte es nur für Rang zwei, weil Uerdingen mit 76 Punkten eine außergewöhnliche Bilanz erreichte.
Viktoria verlor nur vier Partien und erzielte 85 Tore. Trotzdem fehlte im Vergleich zum Meister die letzte Stabilität. Uerdingen kam auf 22 Siege und verlor nur zweimal. Der Meister machte damit aus vier Unentschieden mehr den entscheidenden Unterschied.
Die Spiele, die diese Saison erzählen
Viktoria Köln – KFC Uerdingen (0:0)
- Das erste Spitzenspiel blieb torlos. Viktoria hatte Chancen, traf aber nur das Aluminium.
Fortuna Düsseldorf II – Viktoria Köln (1:4)
- Ein deutlicher Auswärtssieg nach einer schwierigen Phase. Timm Golley leitete die Wende mit seinem Treffer ein.
KFC Uerdingen – Viktoria Köln (1:1)
- Auch im Rückspiel gab es keinen Sieger. Uerdingen hielt den Abstand und blieb im Titelrennen vorn.
Borussia Mönchengladbach II – Viktoria Köln (0:1)
- Der Sieg kurz vor der Winterpause hielt Viktoria an der Tabellenspitze.
Viktoria Köln – Borussia Mönchengladbach II (4:1)
- Ein starker Saisonabschluss. Für den Titel reichte der Sieg trotzdem nicht.
KFC Uerdingen – SC Wiedenbrück (5:2)
- Uerdingen gewann am letzten Spieltag und sicherte sich die Meisterschaft.
Warum Viktoria wieder nicht aufstieg
Die kurze Antwort lautet: Uerdingen war noch konstanter.
Viktoria Köln spielte eine starke Saison, verlor nur viermal und erzielte 85 Tore. Für den Aufstieg musste die Mannschaft aber nicht nur gut, sondern besser als Uerdingen sein. Genau das gelang über 34 Spieltage nicht.
Im direkten Vergleich holte Viktoria aus zwei Spielen gegen Uerdingen zwei Punkte. Der Konkurrent blieb damit ungeschlagen und nahm jeweils etwas Zählbares mit. Entscheidend war außerdem die Defensive: Uerdingen kassierte zwölf Gegentore weniger.
Hinzu kam der Trainerwechsel mitten im Aufstiegsrennen. Olaf Janßen holte anschließend zwar 33 Punkte aus 18 Spielen. Die Mannschaft blieb damit auf hohem Niveau, musste sich aber in einer wichtigen Saisonphase neu ausrichten.
Der verpasste Aufstieg war deshalb kein Scheitern an einem einzigen Abend. Es war das Ergebnis eines engen Rennens, in dem Uerdingen in den entscheidenden Kategorien knapp vorne lag: vier Punkte mehr, ein paar Niederlagen weniger und eine deutlich bessere Defensive.
Ein Jahr später klappte es
Die Saison 2017/18 war für Viktoria Köln ein weiterer Beleg dafür, dass die Mannschaft sportlich bereit für den nächsten Schritt war. Der Sprung in die 3. Liga blieb zunächst aus, obwohl die Zahlen für eine starke Saison sprachen.
Im Mittelrheinpokal gewann Viktoria unter Olaf Janßen gegen Alemannia Aachen. Der Pokalsieg war ein Erfolg, konnte den verpassten Aufstieg aber nicht ersetzen.
Ein Jahr später gelang der Viktoria schließlich der Sprung in die 3. Liga. Die Saison 2017/18 bleibt damit als das Jahr in Erinnerung, in dem die Kölner den Profifußball erneut vor Augen hatten – und am Ende nur vier Punkte fehlten. (red)
