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Geschichte in mehreren VeedelnSo entwickelte sich Viktoria in Köln

Ein Blick auf die Fans von Viktoria Köln.

Copyright: IMAGO/Maximilian Koch

Die Fans von Viktoria Köln sind mit ihrem Verein fest auf der rechten Rheinseite verankert.

Der FC Viktoria Köln wurde 2010 neu gegründet. Seine Wurzeln reichen aber bis ins Jahr 1904 – und führen durch Kalk, Mülheim, Dellbrück und Brück.

Wer heute in den Sportpark Höhenberg geht, sieht einen Drittligisten aus dem Kölner Osten. Schwarz, Weiß und Rot, ein kompaktes Stadion in der Merheimer Heide, Profifußball auf der rechten Rheinseite. Die Geschichte hinter dem Namen Viktoria ist aber deutlich älter – und alles andere als gerade.

Sie beginnt nicht mit dem heutigen FC Viktoria Köln. Sie beginnt 1904 in Kalk. Damals wurde der FC Germania Kalk gegründet. Es folgten Zusammenschlüsse, neue Namen und neue Vereine. Die Linie führte über Mülheim und Dellbrück nach Höhenberg. Sie erzählt damit zugleich ein Stück Fußballgeschichte des rechtsrheinischen Kölns.

Los ging es für Viktoria Köln in Kalk

1909 schloss sich Germania Kalk mit dem FC Kalk zum SV Kalk 04 zusammen. Zwei Jahre später entstand durch die Fusion mit dem Mülheimer FC der VfR Mülheim-Kalk 04. 1918 wurde daraus der VfR Köln 04 rechtsrheinisch.

Die Namen klingen heute sperrig. Sie zeigen aber, wie eng die Vereine mit den Stadtteilen verbunden waren. Kalk und Mülheim wurden erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch Eingemeindungen ein Teil Kölns.

Der Fußball blieb trotzdem stark im lokalen Umfeld verankert. Vereine standen für ihr Viertel, für ihre Mitglieder und für die Menschen, die am Wochenende am Sportplatz zusammenkamen. Die Jahre bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs waren von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen geprägt. Auch der Fußball blieb davon nicht unberührt.

1943 entstand eine Kriegsspielgemeinschaft mit dem Mülheimer SV 06. Nach dem Krieg wurde diese Verbindung wieder aufgelöst. 1949 kam es zur Fusion von VfR und Mülheimer SV 06 zum SC Rapid Köln 04.

Ein zweiter wichtiger Strang führt nach Dellbrück. Der SC Preußen Dellbrück gehörte nach dem Zweiten Weltkrieg zu den stärkeren Kölner Vereinen. 1950 erreichte Preußen das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. In einer Stadt, in der der 1. FC Köln später zum großen Namen wurde, war das ein besonderer Erfolg.

1957 fusionierte Preußen Dellbrück mit dem SC Rapid Köln. Der neue Klub hieß SC Viktoria 04 Köln. Die Fusion hatte einen klaren Hintergrund: Beide Vereine wollten ihre Kräfte bündeln. Der 1. FC Köln wurde sportlich und öffentlich immer dominanter. Die rechtsrheinische Viktoria wollte in diesem Umfeld konkurrenzfähig bleiben.

Die Viktoria spielte in der Oberliga West, damals eine der höchsten deutschen Spielklassen. Als 1963 die Bundesliga eingeführt wurde, verpasste der Klub allerdings die Qualifikation. Für den Verein ging es in der zweitklassigen Regionalliga West weiter.

Das bedeutete nicht, dass die großen Fußballabende verschwanden. 1962/63 nahm Viktoria am Messepokal teil, dem Vorläufer des Uefa-Pokals. In den 1970er Jahren gelang zudem ein besonderer Pokalerfolg: Viktoria setzte sich gegen Eintracht Braunschweig durch. Der Verein wertet dieses Spiel als ersten Sieg eines Amateurklubs gegen einen Bundesligisten im DFB-Pokal.

Drei Jahre für Viktoria Köln in der 2. Bundesliga

1978 schaffte die damalige Viktoria den Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Drei Jahre hielt sich die Mannschaft in der zweithöchsten Spielklasse. In der Saison 1979/80 erreichte sie Rang vier. Das gehört bis heute zu den stärksten sportlichen Platzierungen in der langen Geschichte des Namens Viktoria.

1981 kam der Einschnitt. Die zuvor in Nord und Süd geteilte 2. Bundesliga wurde eingleisig. Viktoria erfüllte die damaligen Kriterien für die neue Liga nicht. Der Klub musste wieder tiefer antreten. Es folgten Jahre, in denen der Verein sportlich nicht mehr an die Zweitliga-Zeit anknüpfen konnte.

Auch die Vereinsstruktur veränderte sich. 1994 fusionierte Viktoria mit dem SC Brück. Der Klub trat zunächst als SCB Preußen Köln auf. Später hieß er wieder SCB Viktoria Köln. Namen, Wappen und Organisationsformen wechselten. Die Verbindung zur rechten Rheinseite und zum Sportpark Höhenberg blieb bestehen.

Neustart für Viktoria Köln 2010 – erst einmal ganz unten

Am 22. Juni 2010 wurde der heutige FC Viktoria Köln 1904 gegründet. Er übernahm die Jugendabteilung, die Infrastruktur und die Spielstätte des unmittelbaren Vorgängervereins. Trotzdem begann der sportliche Neustart nicht in einer hohen Liga. Der Verband stufte Viktoria zunächst bis in die Kreisliga D zurück.

Der entscheidende Schritt folgte 2011. Viktoria nahm die ausgegliederte Seniorenabteilung des FC Junkersdorf auf. Diese Mannschaft war gerade Meister der Mittelrheinliga geworden und brachte damit den Startplatz in der NRW-Liga mit.

Viktoria nutzte die Chance. 2011/12 wurde der Klub Meister der NRW-Liga und stieg in die Regionalliga West auf. Der Weg führte weiter über mehrere Jahre in der vierten Liga. 2016/17 wurde Viktoria Regionalliga-Meister, scheiterte aber in den Aufstiegsspielen an Carl Zeiss Jena. Zwei Jahre später gelang der große Sprung dann doch.

Am 18. Mai 2019 gewann Viktoria gegen Borussia Mönchengladbach II mit 1:0. Mike Wunderlich verwandelte einen Elfmeter. Das Tor brachte den Aufstieg in die 3. Liga.

Der heutige Verein ist also jung. Seine Geschichte ist es nicht. Sie steckt in den Vorgängerklubs, in den Stadtteilen Kalk, Mülheim, Dellbrück und Brück – und im Sportpark Höhenberg. Dort läuft die Geschichte der Viktoria bis heute weiter. (red)

Daumen hoch bei Olaf Janßen.
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