18. Mai 2019, Sportpark Höhenberg: Mike Wunderlich trifft gegen Gladbach II vom Punkt. Das 1:0 bringt Viktoria Köln in die 3. Liga – nach einem langen Anlauf.
Elfmeter zum AufstiegAls Viktoria-Legende Wunderlich eine Ära einleitete

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Viktoria Köln jubelte 2019 nach dem verwandelten Elfmeter von Mike Wunderlich über den Aufstieg in die 3. Liga.
Es war nur ein Tor. Ein Elfmeter, verwandelt von Mike Wunderlich. Doch am 18. Mai 2019 bedeutete dieses 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach II für Viktoria Köln weit mehr als einen Heimsieg. Der Klub stieg in die 3. Liga auf.
Im Sportpark Höhenberg endete damit ein langer Anlauf. Viktoria hatte den Aufstieg schon einmal knapp verpasst. Der Verein hatte Jahre in der Regionalliga investiert, Mannschaften umgebaut und sich immer wieder an der Spitze festgesetzt. Dieses eine Tor machte aus dem Plan Realität.
Der Startpunkt für Viktoria Köln lag in der NRW-Liga
Der Weg zum Aufstieg 2019 begann mit dem Neustart des Vereins. Der heutige FC Viktoria Köln war 2010 gegründet worden. Zunächst stufte der Verband den Klub bis in die Kreisliga D zurück.
Im Februar 2011 kam die Wende: Viktoria nahm die ausgegliederte Seniorenabteilung des FC Junkersdorf auf. Die Mannschaft war gerade Meister der Mittelrheinliga geworden. Dadurch konnte Viktoria in der Saison 2011/12 in der NRW-Liga antreten.
Die neue Mannschaft setzte sofort ein Zeichen. Viktoria gewann die NRW-Liga mit einem Punkt Vorsprung vor den Sportfreunden Siegen. Mike Wunderlich wurde Torschützenkönig. Der Aufstieg in die Regionalliga West war geschafft.
Für den jungen Verein war das mehr als eine Meisterschaft. Nach der Rückstufung bis in die Kreisliga D war Viktoria wieder auf einer überregionalen Bühne angekommen. Der Sportpark Höhenberg wurde erneut regelmäßig zum Ort für Gegner aus ganz Nordrhein-Westfalen.
In der Regionalliga gehörte Viktoria bald zur Spitzengruppe. Die Mannschaft hatte ein klares Ziel: Aufstieg in die 3. Liga. 2016/17 schien dieses Ziel zum Greifen nah. Viktoria gewann die Regionalliga West und musste in den Aufstiegsspielen gegen Carl Zeiss Jena antreten.
Das Hinspiel in Höhenberg ging 2:3 verloren. Im Rückspiel gewann Viktoria in Jena 1:0. Nach der damals geltenden Auswärtstorregel reichte das nicht. Jena stieg auf, Viktoria blieb in der Regionalliga.
Gerade dieser Ausgang erklärt die Bedeutung des Jahres 2019. Der verpasste Aufstieg war nicht nur eine sportliche Niederlage. Er bedeutete eine weitere Saison in der vierten Liga, neue Planung und erneut die Frage, ob der Klub den Weg nach oben schaffen würde.
2017/18 landete Viktoria auf Rang zwei. In der folgenden Saison gelang der nächste Anlauf. Der Klub gewann erneut die Regionalliga West und hatte diesmal einen direkten Aufstiegsplatz, weil sich die Aufstiegsregelung verändert hatte.
Wunderlich trifft, Höhenberg feiert den Aufstieg von Viktoria
Am 18. Mai 2019 stand das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach II an. Viktoria brauchte den Sieg, um den Aufstieg endgültig klarzumachen. Mike Wunderlich übernahm beim Elfmeter in der 66. Minute Verantwortung und traf zum 1:0.
Das Ergebnis blieb bestehen. Damit war die Entscheidung gefallen: Viktoria Köln spielte in der folgenden Saison erstmals in der 3. Liga. Für den 2010 neu gegründeten Klub war es der größte Erfolg der jüngeren Geschichte.
Der Aufstieg veränderte sofort mehr als nur den Spielplan. Die 3. Liga stellte neue Anforderungen an das Stadion. Der Sportpark Höhenberg musste angepasst werden. Zur Saison 2019/20 wurde die Kapazität vorübergehend auf 10.001 Plätze erweitert.
Auch auf dem Platz wartete eine neue Welt. Die erste Drittliga-Partie am 20. Juli 2019 bei Hansa Rostock endete 3:3. Nur eine Woche später gewann Viktoria das erste Heimspiel in der Liga mit 3:2 gegen den Chemnitzer FC.
Ein Schlüsselmoment der neuen Viktoria
Der Aufstieg von 2019 steht bis heute für ein Schlüsselkapitel. Er verbindet mehrere Jahre Vereinsgeschichte: den Neustart 2010, die Meisterschaft 2012, die Enttäuschung gegen Jena 2017 und den Durchbruch zwei Jahre später.
Er steht auch für Mike Wunderlich. Der Offensivspieler prägte mehrere Erfolgsphasen der Viktoria, gilt längst als eine der größten Klub-Legenden. Sein Elfmeter gegen Gladbach II ist deshalb ein passendes Bild für diesen Aufstieg: ein erfahrener Spieler, ein entscheidender Moment, ein Tor für einen Verein, der lange auf seine Rückkehr in den Profifußball hingearbeitet hatte.
Für Viktoria ging es danach nicht darum, den Aufstieg nur zu feiern. Der Klub musste sich in der 3. Liga etablieren. Das gelang. Doch wenn in Höhenberg über die jüngere Vereinsgeschichte gesprochen wird, führt der Weg immer wieder zurück zu diesem 18. Mai 2019 – und zu einem Elfmeter, der alles veränderte. (red)
