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Über 100 Jahre Klub-GeschichteSo kämpfte sich Viktoria Köln zurück nach oben

Pokal-Übergabe bei Viktoria Köln.

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Viktoria Köln gilt seit Jahren als Nummer zwei im Kölner Fußball, unterstreicht den Status immer wieder auch mit dem Gewinn des Mittelrheinpokals, so wie hier im Jahr 2026.

Fusionen, schwierige Jahre, ein Neustart bis in der Kreisliga D und schließlich die 3. Liga: Viktoria Köln hat in mehr als 100 Jahren viele Brüche erlebt.

Viktoria Köln war nicht immer Viktoria Köln. Zumindest nicht in der Form, in der der Klub heute in der 3. Liga spielt. Die Geschichte führt über verschiedene Vereinsnamen, Zusammenschlüsse und sportliche Höhen wie Tiefen. Sie zeigt, wie oft im Fußball ein Neuanfang nötig sein kann.

Was bei allen Veränderungen blieb: die Verbindung zur rechten Rheinseite. Kalk, Mülheim, Dellbrück, Brück und Höhenberg sind nicht nur Stadtteile. Sie sind Stationen einer Vereinsgeschichte, die 1904 begann und 2010 in einen neuen FC Viktoria Köln mündete.

Viele Namen, eine Fußballlinie

Am Anfang stand der FC Germania Kalk. 1909 fusionierte der Klub mit dem FC Kalk zum SV Kalk 04. Zwei Jahre später entstand mit dem Mülheimer FC der VfR Mülheim-Kalk 04. Seit 1918 hieß der Verein VfR Köln 04 rechtsrheinisch.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es zu weiteren Veränderungen. 1949 entstand aus VfR und Mülheimer SV 06 der SC Rapid Köln 04. Parallel spielte sich der SC Preußen Dellbrück in den Vordergrund. Preußen erreichte 1950 sogar das Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft und war damit eine feste Größe im Kölner Fußball.

1957 bündelten SC Preußen Dellbrück und SC Rapid Köln ihre Kräfte. Der neue Name: SC Viktoria 04 Köln. Die Fusion war auch eine Antwort auf die wachsende Dominanz des 1. FC Köln. Die rechtsrheinischen Vereine wollten konkurrenzfähig bleiben.

Der SC Viktoria 04 Köln spielte in der Oberliga West. Das war vor Einführung der Bundesliga 1963 eine der höchsten deutschen Spielklassen. Die Bundesliga-Qualifikation verpasste Viktoria zwar, doch der Klub hatte weiterhin sportliche Höhepunkte.

1962/63 trat Viktoria im Messepokal an, dem Vorläufer des Uefa-Pokals. In der Regionalliga West gehörte der Verein über Jahre zum festen Bild. In der Saison 1974/75 sorgte Viktoria im DFB-Pokal für Aufmerksamkeit. Unter anderem gelang der Sieg gegen Eintracht Braunschweig.

1978 folgte der Aufstieg in die 2. Bundesliga Nord. Drei Spielzeiten hielt sich Viktoria in der zweithöchsten Liga. Besonders stark war die Saison 1979/80: Der Klub wurde Vierter. Für viele Menschen, die damals dabei waren, gehört diese Zeit zu den größten sportlichen Jahren der alten Viktoria.

Fusion mit Brück und neue Schwierigkeiten

Dann kam 1981 die Zäsur. Die zweigleisige 2. Bundesliga wurde zu einer eingleisigen Liga zusammengeführt. Viktoria erfüllte die Voraussetzungen für die Qualifikation nicht. Der Absturz war nicht sofort ein Ende, aber der Verein verlor den Platz im Profifußball.

In den folgenden Jahren ging es sportlich tiefer. 1994 fusionierte Viktoria mit dem SC Brück. Zunächst hieß der Klub SCB Preußen Köln – eine Erinnerung an die erfolgreiche Dellbrücker Zeit. Später wurde der Name SCB Viktoria Köln wieder eingeführt.

Solche Wechsel sind mehr als Formalien. Sie verändern Vereinsfarben, Gremien, Mannschaften und oft auch das Umfeld. Für Fans und Mitglieder stellt sich dann die Frage: Was von der alten Geschichte bleibt erhalten?

Bei Viktoria blieb vor allem der Ort. Der Sportpark Höhenberg blieb die zentrale Spielstätte. Die Verbindung zum rechtsrheinischen Fußball blieb ebenfalls. Doch wirtschaftlich und sportlich waren die Jahre nicht einfach.

Der neue Anfang 2010 als FC Viktoria Köln

Am 22. Juni 2010 wurde der FC Viktoria Köln 1904 gegründet. Er übernahm Jugendabteilung, Infrastruktur und den Sportpark Höhenberg vom unmittelbaren Vorgängerverein. Doch der Neubeginn hatte einen Haken: Der Verband stufte den Klub bis in die Kreisliga D zurück.

Für einen Verein mit großen Ambitionen war das ein harter Start. Aber nur wenige Monate später ergab sich eine Chance. Im Februar 2011 nahmen die Mitglieder die ausgegliederte Seniorenabteilung des FC Junkersdorf auf. Diese Mannschaft war Meister der Mittelrheinliga geworden und brachte den Startplatz in der NRW-Liga mit.

Damit ging es sportlich schnell weiter. Viktoria wurde 2011/12 Meister der NRW-Liga und stieg in die Regionalliga West auf. Der Verein war zurück auf der regionalen Fußballkarte.

2016/17 wurde Viktoria Regionalliga-Meister. Der Aufstieg in die 3. Liga misslang aber nach den Spielen gegen Carl Zeiss Jena wegen der damals geltenden Auswärtstorregel. Das war bitter, stoppte die Entwicklung jedoch nicht.

2018/19 gewann Viktoria erneut die Regionalliga West. Am 18. Mai 2019 machte ein 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach II den Aufstieg in die 3. Liga perfekt.

Aus einem Verein, der 2010 in der Kreisliga D beginnen musste, wurde innerhalb von neun Jahren ein Drittligist. Die Geschichte von Viktoria Köln ist keine glatte Erfolgsgeschichte. Gerade deshalb ist sie eine besondere: Sie handelt von Brüchen, neuen Chancen und dem langen Weg zurück nach oben. (red)

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