Aufstieg 2012, bitteres Jena-Aus 2017, Durchbruch 2019 und die beste Drittliga-Saison: Mehrere Mannschaften stehen für die wichtigsten Kapitel der neuen Viktoria.
Aufstiege und BestmarkenDiese Erfolgs-Spielzeiten prägten Viktoria Köln
2010 startete Viktoria Köln mit einer Neugründung von vorne, heute spielt der Klub in der 3. Liga. Dazwischen liegen Meisterschaften, ein verpasster Aufstieg, ein Elfmeter für die Vereinsgeschichte und mehrere Jahre, in denen sich Viktoria im Profifußball festgesetzt hat.
Die Tabellenplätze sind dabei mehr als Zahlen. Sie markieren Mannschaften, die den Verein verändert haben. Nicht jede Saison endete mit einem Titel. Aber einige Teams stehen bis heute für entscheidende Schritte.
Viktoria Köln startet nach dem Neustart durch
Die Mannschaft der Saison 2011/12 legte die sportliche Grundlage für die Entwicklung des heutigen FC Viktoria Köln. Der Verein war erst ein Jahr zuvor gegründet und zunächst bis in die Kreisliga D zurückgestuft worden.
Durch die Aufnahme der ausgegliederten Seniorenabteilung des FC Junkersdorf trat Viktoria in der NRW-Liga an. Dort gelang sofort der Titel. Mit einem Punkt Vorsprung vor den Sportfreunden Siegen wurde Viktoria Meister. Mike Wunderlich wurde Torschützenkönig.
Dieser Erfolg war mehr als ein schneller Aufstieg. Der Klub bekam damit wieder einen Platz im überregionalen Fußball. Die Regionalliga West wurde zur neuen Bühne – und zum nächsten großen Zielpunkt auf dem Weg Richtung Profifußball.
Der Einstieg in die Regionalliga West verlief nicht ohne Veränderungen. Neue Spieler kamen, Trainer wechselten, der Verein suchte nach einer Mannschaft, die dauerhaft oben mitspielen konnte. Schon in der ersten Regionalliga-Saison gewann Viktoria die ersten acht Spiele, am Ende stand Platz sechs.
Es folgten Jahre, in denen der Klub immer wieder nah an der Spitze war. 2014/15 gewann Viktoria den Mittelrheinpokal und qualifizierte sich für den DFB-Pokal. In der Liga reichte eine lange starke Phase nicht zum Aufstieg. Die Mannschaft wurde Vierter.
2015/16 gab es im Pokal einen besonderen Abend. Viktoria setzte sich in der ersten Runde mit 2:1 gegen den 1. FC Union Berlin durch. Mike Wunderlich und Jules Reimerink erzielten die Tore. Gegen Bayer 04 Leverkusen war in der nächsten Runde dann Schluss.
2016/17: Meister – aber noch nicht aufgestiegen
Die Saison 2016/17 brachte die Regionalliga-Meisterschaft. Damit stand Viktoria in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga. Gegner war Carl Zeiss Jena.
Das Hinspiel in Höhenberg verlor Viktoria mit 2:3. Im Rückspiel gewann die Mannschaft 1:0. Nach der damals geltenden Auswärtstorregel reichte das nicht. Jena stieg auf, Viktoria blieb in der Regionalliga.
Für die Mannschaft war das ein harter Ausgang. Ein Jahr lang hatte sie die Liga dominiert, am Ende fehlte trotzdem der entscheidende Schritt. Die Saison zeigt, wie stark das damalige Aufstiegssystem die Arbeit eines Regionalligisten beeinflusste: Selbst der Meister war nicht automatisch aufgestiegen.
2017/18 wurde Viktoria erneut Zweiter. Der Klub blieb nah dran, musste aber einen weiteren Anlauf nehmen. 2018/19 klappte es schließlich. Viktoria gewann erneut die Regionalliga West. Am 18. Mai 2019 kam Borussia Mönchengladbach II in den Sportpark Höhenberg. Mike Wunderlich verwandelte einen Elfmeter zum 1:0. Der Treffer machte den Aufstieg in die 3. Liga perfekt.
Dieses Team vollendete den Weg, den die Mannschaft von 2011/12 begonnen hatte. Der Klub musste dafür nicht nur sportlich bestehen. Auch die Infrastruktur wurde angepasst. Der Sportpark Höhenberg wurde für die Drittliga-Premiere erweitert.
Die erste Saison in der neuen Liga endete auf Platz zwölf. Das war ein stabiler Einstieg. Viktoria zeigte, dass der Verein nicht nur aufsteigen, sondern sich auch in einer Spielklasse mit vielen Traditionsvereinen behaupten konnte.
Viktoria Köln etabliert sich und stellt Drittliga-Bestmarken auf
Eine Mannschaft prägt einen Klub nicht nur mit Meisterschaften. Auch ein gerettetes Jahr kann wichtig werden. 2021/22 sicherte Viktoria den Klassenerhalt am letzten Spieltag mit einem 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern.
In dieser Saison kamen viele A-Jugendliche zum Einsatz. Verletzungen und Veränderungen im Kader stellten die Mannschaft vor große Aufgaben. Dass der Verbleib in der 3. Liga gelang, war deshalb ein bedeutender Erfolg.
2022/23 erreichte Viktoria mit Platz neun erstmals einen einstelligen Tabellenplatz in der 3. Liga. Diese Mannschaft machte deutlich, dass der Verein nicht nur um den Klassenverbleib spielen musste.
2024/25 folgte laut Vereinsbilanz die bis dahin beste Drittliga-Saison. Viktoria erreichte Platz sechs. Dazu kamen der Sieg im Mittelrheinpokal und neue Zuschauerbestmarken im Sportpark Höhenberg. In Said El Mala stach ein Spieler hervor, der sich anschließend beim 1. FC Köln zum Star entwickelte. Am Spielfeldrand verabschiedete sich nach vielen erfolgreichen Jahren außerdem Olaf Janßen als Klub-Legende.
Natürlich ändern sich Kader im Fußball schnell. Spieler wechseln, Trainer gehen, neue Talente rücken nach. Doch die prägenden Viktoria-Teams verbindet etwas: Sie haben immer eine neue Stufe erreicht. Von der NRW-Liga in die Regionalliga, von dort in die 3. Liga und schließlich zu immer besseren Platzierungen im Profifußball. (red)

