Ex-FC-Stürmer auf Wolke 7 Zoller findet in Bochum das große Glück

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Simon Zoller fühlt sich in Bochum puderwohl. Hier bejubelt er seinen Treffer gegen Würzburg am 1. November 2020.

Bochum – Aufbruchstimmung im Pott: Nach einem Jahrzehnt Zweitklassigkeit lässt der VfL Bochum seine Fans mal wieder auf Größeres hoffen.

Herbert Grönemeyer (64) singt noch immer für den VfL, vor jedem einzelnen Spiel. Im Ruhrstadion machen die Bochumer „mit 'nem Doppelpass jeden Gegner nass“, so schallt es zuverlässig aus den Boxen, kurz bevor der Ball rollt - und dennoch fehlt schon eine ganze Weile etwas zwischen A40 und Castroper Straße. Denn seit nun schon einem Jahrzehnt sind Bochums Gegner zweitklassig.

VfL Bochum kämpft um den Aufstieg

Keine Ligaspiele gegen Bayern München also, und schlimmer noch, keine gegen Borussia Dortmund und Schalke 04. „Das gesamte Ruhrgebiet lebt den Fußball“, sagt Geschäftsführer Sebastian Schindzielorz (41): „Und der Ruhrpott-Fußball lebt von Tradition und Rivalität.“ Doch auf die Vergleiche auf höchstem Niveau muss dieser kleine, große Klub schon eine ganze Weile verzichten.

In diesen Tagen allerdings herrscht Aufbruchstimmung rund um den VfL. Vor dem Verfolger-Duell mit der SpVgg Greuther Fürth am Samstag (13.00 Uhr/Sky) liegt Bochum auf Rang zwei der 2. Bundesliga, gleich hinter dem Hamburger SV.

Schon seit der Corona-Pause gehört Bochum zu den erfolgreichsten Teams der Liga, trotz der erheblichen finanziellen Einbußen wurde der Kader im Sommer zusammengehalten und „um passende Charaktere und Spielertypen ergänzt und verstärkt“, wie Schindzielorz sagt.

Simon Zoller trifft regelmäßig für den VfL Bochum

Auch Simon Zoller (29) sieht einen „guten Haufen, der auch mal dreckig gewinnen kann“. Der Angreifer selbst, vor zwei Jahren beim 1. FC Köln ohne Perspektive, erlebt in Bochum einen ganz persönlichen Aufschwung, parallel zu dem des Klubs. Mit vier Treffern in sechs Saisonspielen ist Zoller bester VfL-Torschütze, spielt jedes Spiel von Beginn an.

Mit seinem traumhaften Lupfer-Tor gegen den Karlsruher SC konnte sich der Ex-Kölner sogar den Titel „Tor des Monats“ sichern. Zoller hatte gesehen, dass KSC-Keeper Marius Gersbeck zu weit vor dem Tor stand und den Ball aus 18 Metern gefühlvoll ins Tor gehoben.

Beim Ex-FC-Stürmer läuft's wieder rund, auch privat scheint alles in bester Ordnung. Aus Köln drückt regelmäßig Ehefrau und TV-Moderatorin Laura Wontorra (31) die Daumen.

VfL Bochum weiterhin Herausforderer in der zweiten Liga

Rein sportlich gesehen ist man in Bochum froh, es nicht mehr mit Köln zutun haben zu müssen, wie Sebastian Schindzielorz findet. Der sieht den VfL allerdings weiterhin als Herausforderer in dieser zweiten Liga – auch wenn es momentan keine Schwergewichte wie „einen VfB Stuttgart oder einen 1. FC Köln“, die mit „für Zweitligaverhältnisse exorbitanten Budgets“ um den Aufstieg spielen, gibt. Aber neben dem HSV bewegten sich auch „Hannover, Düsseldorf oder Nürnberg“ in anderen finanziellen Dimensionen als Bochum.

Nach dem schwierigen Spiel gegen Fürth sind noch im November Hamburg und Düsseldorf die nächsten Gegner für den VfL. Danach wird vielleicht schon etwas deutlicher, was in dieser Saison möglich ist. Man wolle alles daran setzen, den VfL-Fans „weitere schöne Momente“ zu bescheren. Und gelingt das oft genug, dann kommen bald vielleicht auch wieder die Großen ins Ruhrstadion. (sid/jpg)

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