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TV-Hammer bei Sport 1 Thomas Helmer verlässt Doppelpass, Nachfolger steht fest

Thomas_Helmer

Der ehemalige Dortmunder Fußballprofi Thomas Helmer stand früher extrem unter Druck. Das Bild zeigt ihn 2020 im Sportpark Ronhof Thomas Sommer.

München – Das ist ein echter TV-Hammer: Thomas Helmer (55) wird im Juli Sport 1 und den Doppelpass nach fünf Jahren verlassen.

Der Vertrag des ehemaligen Nationalspielers läuft im Sommer aus und wird auf Wunsch Helmers nicht verlängert. Der Grund: Der Ex-Bayernstar will sich mehr um die Familie kümmern.

Zuletzt pendelte er an 44 Wochenenden im Jahr zwischen seiner Heimat Hamburg und München, um den beliebten Talk am Sonntagmorgen zu moderieren.

„Thomas Helmer ist vor einiger Zeit mit dem Gedanken an mich herangetreten, sich ab Sommer 2021 mehr Zeit zu nehmen, privat und auch für seine beruflichen Engagements – und nicht mehr an über 40 Wochenenden im Jahr zwischen Hamburg und München zu pendeln. Mit dem ‚EM Doppelpass‘ wird er als Europameister von 1996 einen passenden Schlusspunkt unter seine ‚Dopa‘-Zeit setzen. Gleichzeitig führen wir mit Thomas bereits positive Gespräche über mögliche zukünftige Moderationstätigkeiten", erklärte Sport-1-Geschäftsführer Olaf Schröder.

König-Poldi

Florian König mit Lukas Podolski beim Länderspiel Deutschland gegen die Türkei im Oktober 2020 in Köln.

Sein Nachfolger steht auch schon fest und ist in der Fußball-Szene kein Unbekannter. Florian König (53), der für RTL die Nationalmannschaft als Moderator betreute, soll ab der kommenden Saison durch den Doppelpass führen. König ist seit Jahren Wahl-Kölner, wurde in Tübingen geboren.

König: „Ich habe nicht lange überlegen müssen, als ich gefragt wurde. Schließlich bin ich schon als Gast immer gerne in die Sendung gekommen. Es erfüllt mich mit großem Stolz, ab 2021 in einer Reihe mit Rudi Brückner, Jörg Wontorra und Thomas Helmer zu stehen als Moderator von Deutschlands bekanntestem Fußball-Talk."

Doppelpass: Florian König erst der vierte Moderator

König wird in 25 Jahren Doppelpass nach Rudi Brückner, der von 1995 bis 2004 der Talkmaster war, Jörg Wontorra (von 2004 bis 2015) und eben Helmer erst der vierte Moderator der Sendung.

Druck im Profifußball: Thomas Helmer wollte Karriere aufgeben

Helmer gilt als einer der erfolgreichsten deutschen Abwehrspieler seiner Zeit. Europameister 1996, UEFA-Cup-Gewinner im selben Jahr. Dazu dreimaliger Deutscher Meister und zweifacher DFB-Pokalsieger.

Doch fast hätte die Karriere des Nationalspielers Thomas Helmer ein abruptes Ende genommen. Mit diesem Bekenntnis überraschte der heutige Gastgeber des Experten-Talks „Doppelpass” im Sport1-Podcast „Lieber Fußball”.

Helmer nimmt dabei Bezug auf seine Zeit beim Rekordmeister Bayern München: „Der Druck kam auch von innen und war so groß, dass ich ernsthaft überlegt habe hinzuschmeißen. Also um eine Vertragsauflösung zu bitten."

Vor dem Hintergrund seiner eigenen Erfahrungen als Profi bei einem großen Klub hat der 55-Jährige umso mehr Respekt vor der heutigen Spielergeneration: „Wenn wir das Thema auf heute projizieren, kann man sagen: Es sind die Spieler so herausragend, die mit diesem Druck umgehen können. Ich habe für jeden Verständnis, der das nicht hinbekommt – aber dann wird es schwer.” 

Thomas Helmer: Bei Bayern hieß es „gewinnen, gewinnen, gewinnen”

Ein Grund für seine extreme Druckerfahrung in den 90er-Jahren war die Rekordablöse, die der FC Bayern für ihn zahlte. 7,5 Millionen D-Mark überwiesen die Münchner 1992 an Borussia Dortmund. „Das war ein Rucksack”, gesteht Helmer im Rückblick.

„Und am Anfang hieß es jeden Montag in der großen Zeitung: 'Diese drei müssen weg' – und an erster Stelle stand immer Helmer. Dazu das geschätzte Gehalt und die Ablöse. Ich war kurz davor, im Winter dann zu sagen: 'Ich pack das hier nicht, ich gehe! Ich muss woanders hin.' Ich habe echt ein Problem damit gehabt.”

Auch weil es bei Bayern nur „gewinnen, gewinnen, gewinnen” hieß. Helmer: „Im Ruhrpott wollen die Fans, dass du alles gibst und malochst – dann verzeihen sie dir auch Fehler. Das war bei Bayern anders.”

Geblieben ist der Innenverteidiger schließlich doch bis 1999. Auch wenn er einmal mit einem Schritt in die Premier League mehr als nur geliebäugelt hatte: „Ich habe nicht den Mut gehabt, nach Liverpool zu gehen. Zu dem Zeitpunkt war ich ein bisschen feige. Die Aussicht, noch ein paar Titel zu holen, war mir wichtiger als Abenteuer und Geld.” (tsch/fne)

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