Am Sonntag steht für die deutsche Nationalmannschaft der WM-Auftakt gegen Curacao an. Die Torhüter-Debatte im Vorfeld der Partie war für Stefan Effenberg jedoch ein absolutes Unding.
„Muss man sich mal vorstellen“Neuer-Debatte beim DFB: Effenberg außer sich

Copyright: IMAGO/Sven Simon
Stefan Effenberg zeigt sich äußerst unzufrieden mit der Torhüter-Debatte bei der deutschen Nationalmannschaft.

Aktualisiert:
Seit Wochen beherrschte die Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor der deutschen Nationalmannschaft die Schlagzeilen. Viele bemängelten den Umgang von Bundestrainer Julian Nagelsmann mit Keeper Oliver Baumann, der nun als Nummer 2 bei der WM dabei ist.
Die Verletzung von Neuer verschärfte zudem die Torhüter-Debatte. Der Bayern-Schlussmann hatte sich am letzten Spieltag gegen den 1. FC Köln verletzt und fiel lange aus. Erst Anfang der Woche kehrte der 40-Jährige ins Mannschaftstraining zurück.
Effenberg über Torhüter-Situation beim DFB: „Das kann und darf nicht sein“
Für Stefan Effenberg ist die Torhüter-Thematik sowie der Umgang mit Baumann ein Unding. „Kürzlich fragte mich jemand in einem Gespräch, wo ich denn die größte Baustelle in der deutschen Mannschaft sehen würde. Ich antwortete: im Tor. Man muss sich das doch nur mal vorstellen: die endlosen Diskussionen und Spekulationen, das endlose Hin und Her um das Comeback von Manuel Neuer in den vergangenen Wochen und Monaten. Dann steht die Entscheidung fest – und Neuer fällt verletzt für das DFB-Pokalfinale aus, hat seitdem kein Spiel mehr gemacht“, so der Ex-Profi in seiner Kolumne bei „t-online“.
Neuer konnte am Samstag beim Abschlusstraining der deutschen Nationalmannschaft teilnehmen und wird aller Voraussicht nach am Sonntag beim Auftakt gegen Außenseiter Curacao wie geplant im Tor stehen. Doch so eine lange Unklarheit dürfe sich das Team bei einer WM nicht leisten, führte Effenberg weiter aus.
„Dass der unwürdig degradierte Oliver Baumann jetzt in den letzten Tests einspringen musste, auch noch wie üblich gut gehalten hat, der Bundestrainer aber trotzdem – wenn nötig – bis zur allerletzten Sekunde warten will, ob Neuer nicht doch noch fit wird, ist der Gipfel. Dabei wird sich Baumann auch komisch fühlen“, schreibt der 57-Jährige.
Gleichzeitig betonte er: „Aber mir war sofort klar, dass ich für das Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, nicht mitzukommen. Es ist für mich ja auch eine WM, da möchte ich dabei sein und der Mannschaft helfen. Das habe ich in der Quali so gesagt, und so ist es jetzt auch.“
Es bleibt nur zu hoffen, dass Neuer trotz der fehlenden Spielpraxis in den vergangenen Wochen am Sonntag gut ins Turnier starten kann und seine Verletzung komplett ausgeheilt ist.
Für Effenberg steht jedoch fest: „Ich habe da einfach Bauchschmerzen, wenn ich auf diese Situation blicke. Und das Schlimmste daran: Das haben Nagelsmann und Neuer selbst zu verantworten. Sie tragen die Verantwortung. Deutschland nimmt tatsächlich eine Baustelle mit in eine Fußball-WM. Und das kann und darf nicht sein. Da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.“
