DFB-Keeper Baumann spricht Klartext über seine Degradierung
„Anfangs war es natürlich hart“DFB-Keeper über die Zeit nach der überraschenden Neuer-Berufung

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Erneut starker Rückhalt: DFB-Torwart Oliver Baumann.
Für Oliver Baumann (36) war es eine bittere Pille. Julian Nagelsmann verbannte ihn trotz guter Performance auf die Ersatzbank für die Weltmeisterschaft. Nun äußert sich der Schlussmann ungeschminkt zu dem folgenschweren Entschluss und seiner Rolle in der Nationalmannschaft.
Oliver Baumann gewährte einen Einblick in sein Seelenleben, nachdem Manuel Neuer, der Weltmeister-Keeper, unerwartet zur Nummer eins für Deutschland ernannt wurde. „Anfangs war es natürlich hart. Das war nicht ganz cool von meinem Gefühl her“, gestand der Torhüter von Hoffenheim im Anschluss an den 2:1-Erfolg über die USA in Chicago.
An einen Abschied aus der Nationalelf hat er aber keinen Moment gedacht. Ganz und gar nicht. „Mir war sofort klar, dass ich fürs Team da sein werde und mitgehe. Ich habe nicht einmal darüber nachgedacht, nicht herzukommen“, verdeutlichte er gegenüber RTL. Für ihn sei es ebenfalls eine Weltmeisterschaft, an der er teilnehmen wolle. „Ich möchte der Mannschaft helfen, möchte meinen Beitrag leisten und darum geht es.“
Nagelsmanns Plan: Neuer steht zum WM-Start im Tor
Während der kompletten WM-Qualifikation hütete Baumann das deutsche Tor und absolvierte zudem die zwei finalen Vorbereitungsspiele, weil Neuer verletzungsbedingt ausfiel. Zum Turnierbeginn am 14. Juni gegen Curacao setzt Nagelsmann jedoch fest auf den Torwart des FC Bayern.
„Er wird jetzt ins Mannschaftstraining einsteigen, so ist es geplant, wenn wir in Winston-Salem ankommen - und dann gegen Curaçao auch spielen“, bekräftigte Nagelsmann. Für Neuer würde dies eine Rückkehr in den Kasten der DFB-Elf nach beinahe zwei Jahren bedeuten.
Konkurrenzkampf? „Unser Verhältnis ist gut“
Wie sieht also die Atmosphäre zwischen den zwei Rivalen aus? „Unser Verhältnis ist gut, nach wie vor“, beteuerte Baumann. „Wir werden beide alles für die Mannschaft und für den Erfolg tun.“
Anerkennung für diese professionelle Haltung kam direkt von Nagelsmann selbst. In Chicago zollte Nagelsmann dem Hoffenheimer nicht nur für seinen starken Auftritt Respekt. „Er ist ein toller Mannschaftsspieler, hat sich in den Dienst der Mannschaft gestellt“, sagte er. „In den letzten Wochen war es ja nicht leicht für ihn. Riesenkompliment. Er ist ein super Typ. Und ein sehr, sehr guter Torwart.“ (dpa/red)
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