„Nicht alles okay beim DFB-Team“Laura Wontorra postet Köln-Foto und löst kritische Fan-Debatte aus

Moderatorin Laura Wontorra grüßt in die Kamera.

Laura Wontorra am 19. März 2023 beim Bundesligaspiel zwischen Bayer Leverkusen und dem FC Bayern München

In einem Jahr steigt die Fußball-Europameisterschaft in Deutschland. Bekommt der DFB eine gute Mannschaft zusammen? Ein Beitrag von Laura Wontorra zeigt, dass nicht viele Fans dran glauben.

von Uwe Bödeker (ubo)

Eigentlich sollte ein Neustart her: volle Leidenschaft auf dem Platz, Fan-Nähe abseits der Spiele und gute Stimmung rund ums Team. Doch nach dem 2:3 am 28. März 2023 in Köln gegen Belgien ist die Stimmung rund um die deutsche Nationalmannschaft alles andere als prima.

Gut ein Jahr vor der Heim-Europameisterschaft (ab 14. Juni 2024) scheint es gar nicht so einfach, eine neue Euphorie zu entfachen – zu massiv sind die Probleme rund um die Nationalmannschaft.

DFB-Team: Fans schreiben sich Frust von der Seele

Die zwei größten Baustellen: fehlende sportliche Qualität und schlechte Beziehung zu den Fans – das wird jetzt auch in einer von Sportmoderatorin Laura Wontorra (34) angestoßenen Debatte wieder deutlich.

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Wontorra postete am Mittwoch, einen Tag nach der Länderspiel-Niederlage, ein Foto von sich aus dem Kölner Rhein-Energie-Stadion, eine Erinnerung an 2020. Sie schrieb dazu: „Oktober 2020, einer meiner letzten Länderspieleinsätze für RTL. Damals war schon nicht alles okay beim DFB-Team.“ Und sie wollte von ihren Fans (Wontorra hat 436.000 Followerinnen und Follower auf Instagram) wissen: „Wo stehen wir im März 2023, gut ein Jahr vor der so wichtigen Euro 2024?“

Mit dieser Frage hat Laura sofort eine kritische Debatte losgetreten. Zahlreiche Fans kommentierten unter ihrem Posting. „Da liegt so viel im Argen. Falsche Personalien, Spieler, mit denen sich die Fans nicht identifizieren, die Nähe zu den Fans fehlt weiterhin, horrende Preise schon für Freundschaftsspiele. Ich könnte noch so viel mehr nennen. Muss gestehen, mich interessiert die DFB-Elf nach 2014 ziemlich wenig, ich freue mich viel mehr jedes Wochenende auf die Bundesliga!“, schreibt ein weiblicher Fan.

Ein anderer hat auf die Frage, wo das DFB-Team steht, nur eine knappe, ernüchternde Antwort parat: „Genau da, wo wir seit 2014 stehen. Fernab von den Spitzenteams Europas.“ Den Instagram-Beitrag von Laura Wontorra sehen Sie hier:

Mit dem Auftritt gegen die Belgier haben Bundestrainer Hansi Flick und seine Spieler also nicht unbedingt viel dazu beigetragen, dass EM-Euphorie versprüht wird. Vor allem die ersten 35 Minuten waren unterirdisch.

Deshalb sind die Fans skeptisch: „Mehr als Vorrunde wird das auch nicht bei der EM. Die Medien sollten auch meiner Meinung nach das ‚Spitzenteam‘ Deutschland aus dem Mund nehmen, davon sind wir meilenweit entfernt, siehe unseren Platz in der Rangliste. Das Spiel war über weite Strecken echt schlecht von uns (ausgenommen Phasen in der zweiten Hälfte, wo es bergauf ging). Leider habe ich die Vermutung, dass es hier an Einstellung und Moral und fehlenden Spielpausen hakt, daher müsste das komplette System mal hinterfragt werden“, kommentiert ein Fan auf Wontorras Instagram-Seite.

Für eine Userin ist klar: „Wir können froh sein, dass wir automatisch für die EM qualifiziert sind. Sonst würden wir wahrscheinlich nicht mal teilnehmen.“

Um die Teilnahme bei der Heim-EM müssen sich die Verantwortlichen glücklicherweise keine Sorgen machen – Deutschland ist als Gastgeber gesetzt. Aber den ganz großen Wurf traut der Mannschaft aktuell keiner zu: „Ich fürchte, die Qualität unserer Mannschaft reicht maximal fürs Viertelfinale. Mitfavoriten werden wir definitiv nicht sein. Aber immerhin kann man sich das Turnier wieder (relativ) ruhigen Gewissens ansehen – die letzte WM habe ich komplett ignoriert/boykottiert…“, schreibt ein Fan. Nehmen Sie hier an unserer Umfrage teil:

Weitere Kritikpunkte: „Bei der ganzen Sache bleibt der Fußball zweitrangig, es zählt nur noch das Geld – Spieler bekommen zu viel – Eintrittskarten zu teuer – ich weiß nicht, wo das noch hingehen soll, die EM ist jetzt schon verloren, da kommt nicht viel, auch wenn die Mannschaft jung ist. Dafür spielen sie nicht so lang zusammen und der Druck von außen ist zu hoch.“

Oder: „Wir spielen seit 2014 den gleichen Fußball. Taktisch sind wir sowas von miserabel. Und über die defensiven Probleme brauchen wir, glaube ich, eh nicht reden.“ Wontorra hat mit ihrer Frage einen Nerv bei den Fans getroffen, viele schreiben sich den Frust von der Seele.

Doch es gibt auch Optimisten, die dem jungen deutschen Team eine Chance geben: „Es ist ein Umbruch, der Zeit benötigt. Ich finde, man sollte nach einem 2:3 gegen eine Nation, die in den letzten Jahren immer als Geheimfavorit galt, nicht alles zu negativ sehen. Einige Leistungsträger haben gefehlt und auf dem Weg zur Euro 24 finde ich es nur richtig, neue Spieler zu testen. Ich sehe alles nicht so bedenklich oder kritisch. Ich habe Vertrauen in das DFB-Team, wir werden eine starke Mannschaft zur EM 2024 auf dem Rasen sehen.“