Klopps harte Landung Erst steht City Spalier, dann setzt es Meister-Prügel

Klopp coacht in Trinkpause

Jürgen Klopp spricht während einer Trinkpause im Spiel bei Manchester City zu seinen Spielern des FC Liverpool.

Manchester – Ehre, wem Ehre gebührt! Als Trainer Jürgen Klopp (53) das Team des FC Liverpool am Donnerstagabend im Etihad Stadium zum tabellarisch bedeutungslosen Match bei Manchester City auf den Rasen schickte, stand der Gegner – in diesem Fall kein Geringerer als der Titelverteidiger – für den neuen englischen Meister brav Spalier.

Spalier City Liverpool

Die Spieler von Titelverteidiger Manchester City standen vor dem Spiel gegen den FC Liverpool für die Startelf des neuen englischen Meisters Spalier.

In der Premier League ist das gute Tradition – für Klopp hingegen eine ungewöhnliche Sache. „Ich weiß gar nicht, ob ich sowas schon mal bekommen habe, vielleicht vor langer Zeit in Deutschland“, sagte der Meistermacher im Vorfeld der Partie. „Das nehmen wir mit. Es ist eine nette Geste, aber ich bräuchte das nicht unbedingt.“

Pep Guardiola mit Kampfansage an Jürgen Klopp

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Auch Trainer-Rivale Pep Guardiola (49) hätte es wohl nicht gebraucht. Der Katalane klang leicht genervt, als er vor dem Spiel auf diese Sitte angesprochen wurde. „Natürlich“ werde City Spalier stehen, sagte er schmallippig. So verlange es die Tradition – und außerdem hätten Klopp wie Liverpool diese Ehrerbietung auch „verdient“, sagte der City-Coach.

Doch Pep wäre nicht Pep, wenn er die Würdigung des Rivalen nicht sofort mit einer Kampfansage verbunden hätte. „Den Titel zu verteidigen ist schwieriger, weil deine Gegner dir zeigen wollen, dass sie auch was drauf haben. Wir werden es Liverpool nächste Saison spüren lassen“, kündigte er an: „Wir müssen mehr tun, härter und besser arbeiten – aber wir sind nicht weit weg.“

„Niemand in diesem Land“ dürfe City den Hunger absprechen, forderte Guardiola. Sein Team habe in der „schwierigsten Liga der Welt“ Herausragendes geleistet, „aber du kannst nicht immer gewinnen“. Klopps Liverpool sei eben „außergewöhnlich“ gewesen, meinte er und ergänzte, er wolle vom Meister „lernen“.

Manchester City überrollt den FC Liverpool

Diesen Hunger und die Lernwilligkeit demonstrierten Peps Profis dann sogleich auf dem Rasen. Kaum war das Spalier aufgelöst, überrollten die Gastgeber den neuen Meister mehr oder weniger. Schon zur Pause stand es durch Tore von Kevin de Bruyne  (25./Foulelfmeter), Raheem Sterling (35.) und Phil Foden (45. +1) 3:0.

Erneut Sterling (66.) mit dem Treffer zum 4:0-Endstand machte nach der Pause weiter mit der Meister-Prügel, die dann in der Schlussphase immerhin nicht noch deftiger ausfiel.

Jürgen Klopp: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch mal so eine Lücke gibt.“

Guardiolas Worte und die im Anschluss gezeigte Leistung müssen für Klopp wie eine Drohung wirken. Denn er selbst hält Guardiola ohnehin für den „besten Trainer der Welt“ und einen „außergewöhnlichen Kerl“, wie er betonte. Die Saison ist noch längst nicht zu ende, aber es ist bereits alles angerichtet für ein heißes Rennen in der nächsten Spielzeit. Möglicherweise mit mehr als zwei Protagonisten, ahnt Klopp: „Manchester City, Chelsea und ManUnited werden alle stark sein. Die sind alle gut in Form, das ist klar. Tottenham und Arsenal werden auch nicht schlafen, Leicester auch nicht.“

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Dass City vor dem direkten Aufeinandertreffen als Zweiter 23 Punkte hinter den Reds lag, war für Klopp immer noch erstaunlich. „Was wir erreicht haben, ist etwas für die Geschichtsbücher. Es ist schwer, und City ist eine Supermannschaft. Jetzt ist da diese Riesenlücke, ich kann mir nicht vorstellen, dass es noch mal so eine Lücke gibt.“ (ars/dpa/sid)

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