Albert Riera ist der Topfavorit auf den Trainerposten bei Eintracht Frankfurt. Der Spanier soll als Typ allerdings nicht ganz einfach sein.
Möglicher Eintracht-CoachRiera: „Arrogant“, „respektlos“, hat „unangenehm überrascht“
Wer wird neuer Trainer von Eintracht Frankfurt? Auf den eher besonnenen Dino Toppmöller (45), der das Team am Schluss weder emotional noch strategisch erreichte, soll nun ein ganz anderes Kaliber folgen: Albert Riera (43).
Der Spanier verkörpert das komplette Gegenteil seines Vorgängers und könnte womöglich schon am Samstag (15.30 Uhr) im Duell mit Bayer Leverkusen die Kommandos geben.
Neuer Frankfurt-Coach? Riera soll nicht einfach sein
In Slowenien feiert der 43-Jährige einen Triumph nach dem anderen. Sein Verein NK Celje ist dort das Nonplusultra, sicherte sich im Vorjahr den Pokalsieg und dominiert die Liga in der laufenden Saison nach Belieben. Sein Team mischt sogar in der Conference League kräftig mit. Riera ist bekannt für einen ansehnlichen Angriffsfußball, was den Fans der Eintracht Hoffnung macht.
Allerdings existiert auch eine dunkle Kehrseite. Seine Amtszeit bei Girondins Bordeaux war keineswegs ein Spaziergang. Binnen kürzester Frist hatte er die komplette zweite französische Liga gegen sich, wie sich Hanif Berkane von „Foot Mercato“ – französisches Pendant zum deutschen Portal „Fussballtransfers“ – entsinnt: „Er ist ein sehr arroganter Trainer, der während seiner Zeit in Bordeaux bei Pressekonferenzen eine Reihe arroganter Äußerungen gemacht hat.“ Riera soll demnach permanent andere Übungsleiter niedergemacht und sich selbst über den grünen Klee gelobt haben.
Deftige Kritik kam ebenfalls von seinem Vorgänger in Bordeaux, David Guion: „Ich trainiere seit fast zehn Jahren in der Ligue 1 und Ligue 2 und habe noch nie einen Trainer gesehen, der so respektlos gegenüber seinen Kollegen ist.“ Und damit stand er nicht allein da.
Ex-Trainer Patrice Garande schlug in dieselbe Kerbe: „Jeder weiß, dass er ein Trainer ist, dem es an Bescheidenheit mangelt und der besonders viele meiner Kollegen auf dem Platz respektlos behandelt hat. Er ist ein junger Trainer, den ich nicht kannte, er hat mich unangenehm überrascht, aber ich bin nicht der Einzige.“
Ungeachtet des ganzen Trubels, der nach bloß neun Monaten zu seinem Rauswurf führte, gab es durchaus auch Positives. „Wie Bordeaux unter ihm gespielt hat, hat mir gefallen“, urteilt FT-Korrespondent Berkane. Er vermutet, dass die Spieler schlicht nicht das nötige Niveau für Rieras anspruchsvolle Konzepte hatten. Seine Fußball-Philosophie wird mit jener von Mikel Arteta beim FC Arsenal in Verbindung gebracht. „Er möchte alles kontrollieren und setzt dabei auf Taktiken, die für die Spieler manchmal zu kompliziert sind.“
Für die Eintracht stellt eine mögliche Anstellung daher ein ziemliches Risiko dar. Der Verein steckt in einer heiklen Lage, insbesondere die Verteidigung ist eine riesige Baustelle. In sämtlichen fünf Partien des laufenden Jahres fing sich die SGE drei Gegentore – eine Horror-Bilanz, die Toppmöller den Job kostete. Riera, dem die Erfahrung in einer europäischen Spitzenliga fehlt, muss folglich erst die Defensive in den Griff bekommen, bevor er seine Angriffsvisionen verwirklichen kann. Ob ihm das gelingt, ist völlig offen. (red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.


