Fortuna Köln erlebte Bundesliga, Pokalfinale, 26 Jahre 2. Liga, Insolvenz und den zeitweisen Stillstand des Spielbetriebs. Die Ligageschichte des Vereins ist eine Folge großer Höhepunkte und tiefer Brüche.
Aufstieg, Absturz, NeuanfangFortuna Kölns langer Weg zurück

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Das Tor zum Aufstieg 2014: Oliver Laux tritt bei Bayern II für Fortuna.
Als Oliver Laux in der Nachspielzeit des Rückspiels bei Bayern München II zum 1:2 traf, war der 1. Juni 2014 für Fortuna Köln ein Wendepunkt. Das Tor brachte den Aufstieg in die 3. Liga. Nach Jahren in unteren Spielklassen war der Südstadtklub zurück im Profifußball.
Der Moment war deshalb so groß, weil der Weg dorthin lang gewesen war. Fortuna hatte 2000 die 2. Bundesliga verlassen müssen, 2001 Insolvenz angemeldet und in der Saison 2004/05 den Spielbetrieb vollständig eingestellt. Der spätere Aufstieg war nicht nur ein sportliches Ergebnis. Er stand für einen Neuaufbau.
Der Sprung in die Bundesliga
Die Ligageschichte von Fortuna Köln verläuft nicht gerade. Sie beginnt mit einem Aufstieg in die Bundesliga und führt über Jahrzehnte im Profifußball in eine existenzielle Krise. Danach folgt die Rückkehr – und später der erneute Abstieg.
Am 13. Mai 1973 stieg Fortuna Köln in die Bundesliga auf. Es war der größte sportliche Erfolg der Vereinsgeschichte. Unter Präsident Jean „Schäng“ Löring hatte sich der Klub nach dem Aufstieg in die Regionalliga West 1967 schrittweise nach oben gearbeitet. Die Bundesliga-Saison 1973/74 blieb die einzige der Fortuna im Oberhaus. Der Verein stieg direkt wieder ab. Das Torverhältnis gegenüber dem Wuppertaler SV war um zehn Treffer schlechter.
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Das Fortuna-Wunder
Wie der Südstadtklub Kölns Pokalgeschichte schrieb
Fortuna wurde anschließend Gründungsmitglied der 2. Bundesliga und blieb dort 26 Jahre ohne Unterbrechung. In dieser Zeit entwickelte sich der Verein zu einem festen Namen des deutschen Profifußballs. Die lange Zugehörigkeit zur 2. Liga war kein Selbstläufer. Fortuna musste sich regelmäßig gegen finanzstärkere und größere Vereine behaupten.
Dennoch hielt sich der Klub im Unterhaus, erreichte 1983 das DFB-Pokalfinale und spielte 1986 in der Relegation um die Rückkehr in die Bundesliga. Die Relegation gegen Borussia Dortmund endete nach einem 2:0-Heimsieg, einem 1:3 in Dortmund und einem 0:8 im Entscheidungsspiel in Düsseldorf ohne Aufstieg. Fortuna blieb Zweitligist.
Das Ende der langen Zweitliga-Zeit
In der Saison 1999/2000 endete die 26-jährige Serie. Fortuna stieg in die Regionalliga Nord ab. Der sportliche Rückschlag fiel mit wirtschaftlichen Problemen zusammen. Jean Löring, über Jahrzehnte Präsident und Mäzen, konnte den Verein nicht mehr in der bisherigen Form tragen.
2001 geriet Fortuna in die Insolvenz. Löring gab das Präsidentenamt auf. Für einen Verein, dessen Struktur lange stark von einer Person geprägt gewesen war, war das ein tiefer Einschnitt. Die Folgen waren erheblich. Fortuna verlor sportlich weiter an Boden. In der Saison 2004/05 musste der Spielbetrieb sogar vollständig eingestellt werden. Es war der tiefste Punkt der modernen Vereinsgeschichte.
Die Fortuna existierte weiter, aber die Vorstellung vom früheren Zweitligisten hatte mit dem Alltag dieser Jahre wenig zu tun. Der Verein musste sich neu organisieren, seine Strukturen aufbauen und sportlich wieder Anschluss finden.
Kleine Schritte zurück nach oben
Der Wiederaufbau begann in niedrigeren Klassen. Am Ende der Saison 2007/08 gelang der Aufstieg in die NRW-Liga. Es war kein Rückweg im Schnellverfahren, sondern der erste sichtbare Schritt nach Jahren der Unsicherheit. In dieser Phase machte Fortuna auch mit dem Internet-Projekt „deinfussballclub.de“ auf sich aufmerksam. Das Modell sollte Fans über das Internet stärker an Entscheidungen beteiligen. Es brachte dem Verein öffentliche Aufmerksamkeit, wurde aber später eingestellt.
Sportlich ging der Weg weiter. In der Saison 2010/11 stieg Fortuna in die Regionalliga West auf. Der Verein hatte wieder eine stabilere Grundlage und konnte mittelfristig den Profifußball ins Auge fassen. Trainer Uwe Koschinat prägte diese Zeit. Unter seiner Leitung entwickelte sich eine Mannschaft, die in der Regionalliga West oben mitspielte.

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Uwe Koschinat machte Fortuna zu einem guten Regionalligisten.
In der Saison 2012/13 wurde Fortuna mit 79 Punkten Zweiter hinter den Sportfreunden Lotte. Der Aufstieg gelang noch nicht, doch die Richtung war klar. Ein Jahr später gewann Fortuna die Regionalliga West und erreichte die Aufstiegsspiele gegen Bayern München II.
Das Tor in München
Das Hinspiel gegen Bayern II gewann Fortuna im Südstadion mit 1:0. Im Rückspiel lag die Mannschaft in München nach 90 Minuten mit 0:2 zurück. Der Aufstieg schien verloren. In der Nachspielzeit traf Oliver Laux per Kopf zum 1:2. Das Auswärtstor reichte für den Gesamtsieg. Fortuna stieg in die 3. Liga auf.
Der Jubel über diesen Moment war auch eine Reaktion auf die Jahre zuvor. Vom Stillstand des Spielbetriebs 2004/05 bis zum Aufstieg 2014 lagen weniger als zehn Jahre. Der Verein hatte sich aus einer existenziellen Krise wieder in den Profifußball gearbeitet.
In der 3. Liga gelang Fortuna zunächst der Klassenerhalt. In der Saison 2014/15 blieb der Verein in der Liga. Auch 2015/16 hielt sich die Mannschaft und belegte am Ende Platz elf. Die Fortuna war wieder ein stabiler Drittligist.
Der erneute Abstieg und die Gegenwart der Geschichte
Die Rückkehr in den Profifußball dauerte fünf Jahre. In der Saison 2018/19 belegte Fortuna Köln Rang 19 und stieg aus der 3. Liga ab. Seitdem spielt der Verein wieder in der Regionalliga West. Der Abstieg war ein Rückschlag, aber nicht mit dem Absturz nach 2000 gleichzusetzen. Die Strukturen des Vereins waren breiter aufgestellt als in der Zeit nach Jean Löring.
Fortuna blieb im Südstadion verankert, arbeitete weiter mit Nachwuchs und Gesamtverein und suchte erneut nach einem Weg nach oben. Die wechselvolle Ligageschichte erklärt, warum Fortuna für viele Menschen mehr ist als ein Verein mit einer großen Vergangenheit. Sie erzählt von der Fähigkeit, nach schweren Einschnitten weiterzumachen.
Der Bundesliga-Aufstieg 1973 bleibt der größte Erfolg. Das Pokalfinale 1983 bleibt der bekannteste Abend. Der Aufstieg 2014 hat jedoch eine besondere Bedeutung, weil er zeigte, dass Fortuna nach Insolvenz und Stillstand wieder zurückkehren konnte.
Ein Verein, der seine Brüche kennt
Fortuna Köln hat Aufstiege erlebt, die wie der Beginn einer neuen Zeit wirkten. Der Sprung in die Bundesliga 1973, die Rückkehr in die 3. Liga 2014 und nun auch 2026 gehören dazu. Der Verein hat aber auch Abstiege erlebt, die ganze Strukturen infrage stellten.
Die Geschichte ist deshalb nicht nur eine Chronik von Ligen. Sie handelt von Menschen, die nach Krisen Verantwortung übernahmen, von Fans, die in unteren Klassen blieben, und von einem Verein, der seine Heimat im Kölner Süden nie verlor. Fortuna steht heute nicht dort, wo der Klub 1973 oder 1983 stand.
Die Vergangenheit ist aber kein abgeschlossenes Kapitel. Sie erklärt, warum jeder neue Anlauf im Südstadion mehr bedeutet als eine gewöhnliche Saison. Der Weg der Fortuna zeigt: Ein Verein kann fallen, sich verändern und wieder aufstehen. Nicht ohne Brüche. Aber mit einer Geschichte, die gerade deshalb weiter erzählt wird. (red)


