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Das SüdstadionWarum Fortunas Heimat mehr ist als eine Spielstätte

Das Südstadion bei einem Flutlichtspiel.

Copyright: IMAGO/Jan Huebner

Ein kleines Stadion mit großer Geschichte.

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Das Südstadion ist seit Jahrzehnten die Heimspielstätte von Fortuna Köln – und weit mehr als das.

Seit 1978 spielt Fortuna Köln im Südstadion. Die Anlage in Zollstock ist Heimspielort, Trainingsgelände, Vereinszentrum und Treffpunkt – und damit ein Kernstück der Identität des Südstadtklubs.

Am 15. Januar 1978 wurde das Südstadion eröffnet. Sein Name ist einfach erklärt: Die Anlage liegt im Süden Kölns, im Stadtteil Zollstock. Für Fortuna Köln wurde sie schnell zu mehr als einer neuen Adresse.

Ein Ort für den ganzen Verein

Seit der Eröffnung trägt die erste Mannschaft hier ihre Heimspiele aus. Doch die Bedeutung des Ortes erschöpft sich nicht in 90 Minuten Fußball. Zum Gelände gehören Trainingsplatz, Kunstrasenplatz, Sporthalle, Umkleiden, Krafträume, Vereinsheim und Geschäftsstelle. Das Südstadion ist damit zugleich Arbeitsplatz, Treffpunkt und Erinnerungsort.

Wer über Fortuna spricht, spricht deshalb fast automatisch auch über diese Anlage. Die Geschichte des Vereins lässt sich nicht vom Stadion trennen.

Das Südstadion ist Teil der Bezirkssportanlage Süd. Auf dem Gelände arbeiten und trainieren unterschiedliche Bereiche des Vereins. Neben der ersten Mannschaft nutzen auch andere Teams die Infrastruktur. Das unterscheidet den Ort von einem Stadion, das nur an Spieltagen geöffnet wird.

Bei Fortuna beginnt und endet Vereinsleben nicht mit dem Anpfiff. Unter der Woche finden Trainingseinheiten statt, Mitarbeitende organisieren den Betrieb, Nachwuchsmannschaften spielen und Eltern warten am Rand der Plätze. Direkt neben dem Kunstrasenplatz liegt das Vereinsheim. Es ist an Heimspieltagen ein Treffpunkt für Fans. Dort beginnt für viele Besucher der Spieltag mit Gesprächen, Getränken und dem Blick auf die Aufstellung. Nach den Partien besteht dort auch die Möglichkeit zum Austausch zwischen Mannschaft, Trainern und Anhängern.

Diese Nähe gehört zur Besonderheit des Klubs. Fortuna spielt nicht in einer großen Arena, die weit vom Alltag des Vereins entfernt liegt. Die Wege sind kurz. Wer zum Stadion kommt, sieht Trainingsflächen und Vereinsräume. Das schafft eine andere Form von Verbindung zwischen Sport, Verein und Publikum.

Große Spiele im kleinen Stadion

Das Südstadion ist kein Ort, der nur für den Alltag der Fortuna steht. Auch große Spiele haben seine Geschichte geprägt. Am 2. April 1983 besiegte Fortuna Köln Borussia Dortmund im Halbfinale des DFB-Pokals mit 5:0. Das Stadion war ausverkauft. Der Zweitligist zog mit diesem Sieg ins Finale gegen den 1. FC Köln ein. Der Abend gehört bis heute zu den wichtigsten Spielen der Vereinsgeschichte. Das Ergebnis machte Fortuna bundesweit bekannt. Es zeigte zugleich, welche Wirkung das Stadion bei besonderen Anlässen entfalten konnte. In der engen Anlage entstand eine Kulisse, die zu der Leistung der Mannschaft passte.

Das Pokalhalbfinale ist nicht die einzige Erinnerung, die mit dem Ort verbunden ist. Im Südstadion erlebte Fortuna die lange Zeit in der 2. Bundesliga, wichtige Derbys, Aufstiege, Abstiege und Spiele in kleineren Ligen nach der Insolvenz. Das Stadion blieb, während sich Mannschaften, Trainer und Spielklassen änderten.

Auch der DFB-Pokalabend gegen Mainz 05 im Jahr 2013 gehört zu dieser Geschichte. Fortuna war nach 13 Jahren wieder für den Wettbewerb qualifiziert und führte gegen den Bundesligisten mit 1:0. Mainz gewann am Ende 2:1. Die Partie zeigte aber, dass das Südstadion auch nach den schwierigen Jahren wieder eine Bühne für besondere Spiele sein konnte.

Die Geschichte mit Jean Löring und Toni Schumacher

Der Ort war auch Schauplatz einer der ungewöhnlichsten Szenen im deutschen Profifußball. Im Dezember 1999 lag Fortuna gegen Waldhof Mannheim zur Halbzeit mit 0:2 zurück. Präsident Jean „Schäng“ Löring beurlaubte Trainer Harald „Toni“ Schumacher in der Pause und übernahm selbst interimsweise die Aufgabe an der Seitenlinie.

Jean Löring und Toni Schumacher an der Seitenlinie.

Copyright: imago images/Horstmüller

Ein Teil der Kölner Fußballgeschichte: Jean Löring und Toni Schumacher, der vom Fortuna-Boss einst in der Halbzeitpause entlassen wurde.

Diese Entscheidung blieb als Kuriosum über die Kölner Grenzen hinaus in Erinnerung. Sie zeigt aber auch, wie eng Löring mit dem Verein und dem sportlichen Alltag verbunden war. Der Präsident war bei Fortuna nie eine ferne Figur. Er griff ein, entschied öffentlich und prägte den Klub auf eine Weise, die heute kaum vorstellbar wäre.

Für das Südstadion ist die Szene ein Teil seiner eigenen Vereinsgeschichte. Große Stadien werden oft über Titel oder internationale Spiele definiert. Bei Fortuna gehören auch solche eigenwilligen Episoden dazu. Sie erzählen davon, wie besonders die Beziehung zwischen Ort und Verein war.

Kein Museum, sondern Gegenwart

Das Südstadion lebt nicht allein von seinen historischen Momenten. Es ist weiterhin die Heimat von Fortuna. Der Verein arbeitet daran, die Bedingungen auf dem Gelände zu verbessern. 2015 wurde eine Rasenheizung eingebaut, damit der Spielbetrieb auch unter schwierigeren Bedingungen abgesichert werden kann.

Für Zuschauer ist das Stadion vor allem ein Ort mit erkennbarem Charakter. Die Flutlichtmasten, die Nähe zum Spielfeld und die überschaubaren Wege unterscheiden es von den großen Arenen. Für den Verein ist es jedoch vor allem eine funktionierende Sportanlage.

Die Bedeutung liegt gerade in dieser Verbindung. Das Südstadion ist nicht bloß Kulisse für Erinnerungen. Es wird jeden Tag genutzt. Dort bereitet sich die Mannschaft auf Spiele vor, dort trainiert der Nachwuchs, dort treffen sich Menschen vor und nach Partien.

Warum das Südstadion zu Fortuna passt

Fortuna Köln hatte in ihrer Geschichte große Momente: den Bundesliga-Aufstieg 1973, das Pokalfinale 1983, die Relegation 1986 und die Rückkehr in die 3. Liga 2014. Viele dieser Erzählungen führen in die Südstadt oder nach Zollstock zurück.

Das Stadion passt zum Verein, weil es nicht größer wirkt als die Fortuna selbst. Es verspricht keine glatte Fußballwelt. Es ist ein Ort mit Geschichte, begrenzten Möglichkeiten und einer engen Verbindung zu den Menschen, die den Verein tragen.

Genau darin liegt seine Bedeutung. Das Südstadion ist keine reine Spielstätte. Es ist das Zentrum eines Vereins, dessen Geschichte nicht nur in Tabellen und Ergebnissen steckt. Wer dort ankommt, sieht die Räume, die Plätze und die Wege, auf denen diese Geschichte bis heute weitergeht. (red)

Jasper Löffelsend am Ball.
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