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Das Fortuna-WunderWie der Südstadtklub Kölns Pokalgeschichte schrieb

Dieter Schatzschneider jubelt im Pokal-Halbfinale.

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Dieter Schatzschneider drückte der Pokalsaison 1982/83 mit Fortuna Köln seinen Stempel auf. Hier jubelt er im Halbfinale.

Im Frühjahr 1983 spielte Fortuna Köln als Zweitligist eine DFB-Pokalsaison, die den Verein bis ins Endspiel gegen den 1. FC Köln führte. Der Titel ging an den Favoriten. Die Geschichte dieses Weges gehört trotzdem zu den größten Kapiteln des Südstadtklubs.

Am 2. April 1983 stand Borussia Dortmund im Südstadion vor einer Aufgabe, die auf dem Papier überschaubar wirkte. Fortuna Köln war Zweitligist, Dortmund kam aus der Bundesliga. Es ging um den Einzug ins DFB-Pokalfinale.

Nach 20 Minuten führte Fortuna 3:0. Am Ende stand ein 5:0. Das Ergebnis machte aus einem Pokalhalbfinale einen Abend, der weit über die Südstadt hinaus wahrgenommen wurde. Fortuna hatte nicht nur gewonnen. Die Mannschaft hatte einen Bundesligisten deutlich besiegt und sich damit das Finale gegen den 1. FC Köln gesichert.

Der Pokalweg wurde immer größer

Der Weg ins Endspiel begann nicht mit dem Halbfinale. Fortuna hatte sich im Wettbewerb Schritt für Schritt durchgesetzt. In den frühen Runden gewann der Verein gegen den SC Freiburg und den SSV Ulm 1846. Gegen Ulm war ein Elfmeterschießen nötig.

Danach wurden die Aufgaben größer. Fortuna schaltete Eintracht Braunschweig aus. Im Viertelfinale wartete Borussia Mönchengladbach, damals mit mehreren bekannten Nationalspielern besetzt. Das erste Spiel brachte keine Entscheidung. Im Wiederholungsspiel setzte sich Fortuna mit 2:1 durch.

Damit stand der Zweitligist im Halbfinale. Gegner war Borussia Dortmund. Im Südstadion traf Fortuna auf einen Bundesligisten, der im Wettbewerb eigentlich als klar stärker eingeschätzt wurde. Doch der Abend entwickelte sich früh in eine andere Richtung. Dieter Schatzschneider prägte die Pokalsaison als Torjäger. Gegen Dortmund traf Fortuna mit einer Konsequenz, die in dieser Form kaum jemand erwartet hatte.

Der Halbfinalsieg war keine knappe Überraschung. Das 5:0 ließ keinen Raum für eine andere Deutung. Das Südstadion war an diesem Ostermontag ausverkauft. Für Fortuna war es ein Beweis, dass die Mannschaft nicht nur vom Pokalglück getragen wurde. Der Verein hatte sich die große Bühne sportlich erarbeitet.

Köln gegen Köln im Endspiel

Das Finale fand am 11. Juni 1983 im Müngersdorfer Stadion statt. Zum ersten und bis heute einzigen Mal trafen im DFB-Pokalfinale zwei Vereine aus derselben Stadt aufeinander. Der 1. FC Köln ging als Bundesligist in die Partie. Die Mannschaft verfügte über Spieler wie Pierre Littbarski, Klaus Allofs, Toni Schumacher und Klaus Fischer.

Fortuna kam aus der 2. Bundesliga, hatte aber auf dem Weg ins Finale bereits mehrere Erstligisten ausgeschaltet. Die Ausgangslage war damit eindeutig, ohne dass das Spiel schon entschieden war. Fortuna hatte im Halbfinale gezeigt, wie schnell eine solche Rollenverteilung auf dem Platz an Bedeutung verlieren kann.

Im Endspiel fiel nur ein Tor. Pierre Littbarski traf zum 1:0 für den 1. FC Köln. Der FC gewann den Pokal. Fortuna blieb ohne Titel. Das Ergebnis erzählt aber nur einen Teil dieses Finales. Fortuna hielt dagegen und hatte selbst Möglichkeiten. Bernd Grabosch verfehlte das leere Tor, Hans-Jürgen Gede traf die Latte. Der Favorit gewann, doch der Zweitligist war nicht bloß Statist.

Pierre Littbarski 7 und Klaus Fischer jubeln, Torwart Bernd Helmschrot am Boden.

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Das Tor von Pierre Littbarski entschied das kölsche Pokalendspiel.

Diese Leistung prägte die Erinnerung an den Tag. Fortuna wurde nach dem Spiel auch außerhalb des eigenen Umfelds für den Auftritt anerkannt. In Rückblicken ist oft von den „Siegern der Herzen“ die Rede. Das ersetzt keinen Pokalsieg. Es beschreibt aber, warum dieses Finale für Fortuna mehr blieb als eine Niederlage.

Ein Empfang trotz Niederlage

Nach dem Endspiel kehrte die Mannschaft ins Südstadion zurück. Dort warteten Anhänger auf die Spieler. Die Fortuna hatte den Pokal nicht gewonnen, war aber auf der größten Kölner Fußballbühne sichtbar gewesen.

Für den Verein war das wichtig. Der 1. FC Köln stand in der Stadt regelmäßig im Mittelpunkt. Fortuna hatte dagegen meist weniger Aufmerksamkeit und eine kleinere Anhängerschaft. Das Finale veränderte diese Größenverhältnisse nicht dauerhaft. Für einen Tag rückte der Südstadtklub aber in den Mittelpunkt des Kölner Fußballs.

Jean „Schäng“ Löring, damals die prägende Figur des Vereins, reagierte nach dem Finale deutlich auf die Niederlage und die Siegerehrung. Auch daran zeigt sich, wie stark dieser Tag emotional aufgeladen war. Es ging nicht allein um einen Pokal. Es ging um die Frage, ob ein kleinerer Kölner Verein dem großen Nachbarn auf Augenhöhe begegnen konnte. Auf dem Platz hatte Fortuna diese Frage beantwortet. Der FC gewann knapp. Fortuna zeigte, dass sie im Endspiel bestehen konnte.

Mehr als ein einmaliger Erfolg

Der Pokallauf 1983 blieb der größte Erfolg in der Zweitliga-Zeit der Fortuna. Er passt aber auch deshalb so gut zur Vereinsgeschichte, weil er mehrere Eigenschaften bündelt: eine Mannschaft, die einen Favoriten nicht scheut, ein Stadion, das bei besonderen Anlässen über sich hinauswächst, und ein Verein, der aus begrenzteren Mitteln eine große Geschichte macht.

Die Saison hatte ein klares Ende. Der Pokal ging an den 1. FC Köln. Für Fortuna blieb kein Titel und keine Europapokalteilnahme. Was blieb, war etwas anderes: ein Halbfinale, das bis heute als eines der stärksten Spiele des Vereins gilt, und ein Finale, in dem der Zweitligist nicht unterging.

Große Pokalgeschichten leben oft vom letzten Spiel. Bei Fortuna ist der Weg mindestens genauso wichtig. Freiburg, Ulm, Braunschweig, Gladbach, Dortmund und schließlich der FC: Jede Runde erhöhte die Anforderungen. Fortuna blieb im Wettbewerb, bis nur noch ein Gegner übrig war. Das macht 1983 zum „Wunder von Fortuna“. Nicht weil der Verein zufällig ins Finale kam, sondern weil er sich gegen mehrere stärkere Gegner durchsetzte und im Endspiel bis zuletzt im Spiel blieb. (red)

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