Im Juli war eine Debatte um ein Bettelverbot an Außengastronomie aufgekommen. Nun äußert sich eine bekannte Kölner Kneipe.
„Wird es bei uns nie geben“Bagatelle reagiert auf Debatte um Bettelverbot in Köln

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Im Juli hatte es eine Debatte zu einem möglichen Bettelverbot in Köln gegeben. (Archivfoto)
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Das Betteln an Restaurants und Cafés ist weiterhin Thema bei den Kölner Gastronomen. Nachdem in Dortmund ein Bettelverbot an Außengastronomieflächen beschlossen worden war, war auch in Köln die Diskussion um ein mögliches Verbot aufgekommen.
Einige Wirte und Verbände hatten die Zustände beklagt und Konsequenzen gefordert.
Bagatelle bezieht Stellung: „Teils schwer auszuhaltenden Debatte“
Am Dienstag (25. August) bezog nun die von Daniel Rabe betriebene Kneipe Bagatelle in der Südstadt in einem Instagram-Post Stellung und teilte ihre Meinung zu einer „teils schwer auszuhaltenden Debatte“, womit sie sich stark von anderen Gastronomen abgrenzt.
Unter der Überschrift „Ernsthaft Köln?“ spricht sich der Betreiber der Kneipe mit teils drastischen Worten offen gegen ein Verbot und die gesamte Debatte aus.
Bei den bettelnden Menschen handele es sich vor allem um Menschen, die in „mafiösen Strukturen“ feststecken, sowie drogenabhängige Menschen und „Menschen, bei denen es das Leben nicht so gut gemeint hat“. Diese Menschen „werden sich das Betteln nicht verbieten lassen, da können wir uns alle auf den Kopf stellen.“
Statt eines Verbots solle auf Bundesebene gehandelt werden, um Strukturen zu brechen und betroffenen Menschen so zu helfen.
Weiterhin heißt es im Post: „Wir können es aushalten, während es das Leben [...] gut mit uns meint, dass wir uns währenddessen kurz mit der Realität von Menschen beschäftigen müssen, denen das Leben nicht so viele sonnige Momente geschenkt hat.“ Deshalb solle man spenden oder zumindest die Meinung zu bettelnden Menschen überdenken.
Wie findest Du ein Bettelverbot für Kölner Kneipen?
Das Betteln an Restaurants und Cafés ist weiterhin Thema bei Kölner Gastronomen. In Dortmund wurde ein Bettelverbot an Außengastronomieflächen beschlossen. Sollte das auch in Köln kommen?
Auf die Würde des Menschen bezieht sich der Post auf der letzten Folie, auf der Artikel 1 des deutschen Grundgesetzes zitiert wird: „‚Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen, ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.‘ Da steht ausdrücklich nicht, dass das Ordnungsamt Menschen ohne Obdach oder Wohnung von unserer Terrasse entfernen soll. Wird es bei uns auch nie geben.“ Mehr als 1700 Menschen gefällt der Post (Stand: Mittwochnachmittag). Die Kommentare sind deaktiviert.
Kölner Stadtordnung verbietet „aggressives Betteln“
Im Juli hatte der Dortmunder Stadtrat ein Bettelverbot beschlossen, das das Betteln im Umkreis von fünf Metern um Außengastronomie verbietet. Verstöße könnten als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Die Regelung gilt testweise zunächst für ein Jahr, dann soll neu entschieden werden.
In Köln verbietet die Stadtordnung von 2014 grundsätzlich „aggressives Betteln“ in der gesamten Stadt. Dazu gehören unter anderem „Anfassen, Festhalten, Versperren des Weges, aufdringliches Ansprechen“ oder „bedrängende Verfolgung“ sowie „bandenmäßiges Betteln“ und Betteln mit Kindern.
Für eine Ausweitung dieser Ordnung nach Dortmunder Vorbild sieht der Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester auf Nachfrage derzeit keine Notwendigkeit, auch wenn er Verständnis für die Sorgen der Gastronomen habe: „Wir haben eine eindeutige Regelung in der Kölner Stadtordnung: Aggressives Betteln und aufdringliches Ansprechen sind untersagt.“
Dagegen werde man auch weiterhin konsequent einschreiten, gleichzeitig werde die Stadt „niedrigschwellige Hilfsangebote für wohnungslose und suchtkranke Menschen stärken“. (jpr)


