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Gedenkplakette angebrachtDenkmalamt schützt Hakenkreuze an Kölner Hochschule

Denkmalplaketteian der TH Köln

Copyright: Alexander Schwaiger

Die TH Köln hat eine Denkmalplakette in direktem Umfeld der Fahnenmasten installiert, um die Relikte der NS-Zeit sichtbar zu machen und historisch einzuordnen. 

Um 7.30 Uhr am Dienstagmorgen kamen die Monteure an den Eingangsbereich der Technischen Hochschule an der Claudiusstraße in der Kölner Südstadt und taten ihr Werk.

Eine Erinnerungstafel hängt sei Dienstag (29. September) neben dem erstaunlichen Relikt, das ein EXPRESS.de-Bericht im November des vergangenen Jahres publik gemacht hatte – die in Form eines Hakenkreuzes gestalteten metallenen Halterungen an den beiden Fahnenmasten vor dem repräsentativen Gebäude, das zwischen 1935 und 1945 als Sitz der NS-Gauleitung Köln-Aachen diente.

Die Wiederentdeckung nimmt die Hochschule jetzt zum Anlass, mit einer Plakette über die Geschichte des Hauses aufzuklären. Bei der offiziellen Vorstellung durch die amtierende Präsidentin der TH, Sylvia Heuchemer, und den ehemaligen Präsidenten Joachim Metzner, wurden die Geschehnisse noch einmal deutlich.

Die beiden NS-Relikte blieben über Jahrzehnte unbeachtet

Obwohl deutlich sichtbar, blieben die beiden Überbleibsel der NS-Zeit am Haupteingang der Claudiusstraße jahrzehntelang unbeachtet. Nach Bekanntwerden der Funde suchte die Hochschule den Austausch mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Eigentümer und der Bezirksregierung Köln als Denkmalbehörde.

Der Denkmalschutz ließ eine Entfernung der Hakenkreuze nicht zu – daher entschied sich die Hochschule dafür, das historische Erbe und die vergangene Nutzung des Gebäudes dauerhaft und deutlich sichtbar zu dokumentieren.

„Der transparente Umgang mit der wechselvollen Geschichte unseres Gebäudes und insbesondere seiner Funktion als Sitz der NS-Gauleitung ist uns seit vielen Jahren ein Anliegen. Insofern sahen wir uns in der Pflicht, diesen Fund öffentlich zu machen, intern den besten Umgang zu diskutieren und eine dauerhafte Erläuterung im direkten Umfeld zu installieren. Dies entspricht auch unserem Bildungsverständnis, Studierende zu einer kritischen Auseinandersetzung zu befähigen“, erläuterte Prof. Dr. Sylvia Heuchemer.

Die neue Plakette reiht sich ein in den Umgang der Hochschule mit ihrem historischen Erbe. So erinnert bereits seit 2001 das Bodendenkmal „Namen der Autoren“ des Kölner Kunstkritikers Walter Vitt vor dem Gebäude in der Claudiusstraße an die von den Nationalsozialisten 1933 veranlassten Bücherverbrennungen an gleicher Stelle. Eine Denkmaltafel informiert seit 2014 über die Hintergründe

2Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH Köln, und Joachim Metzner, Präsident a.D. und Ehrensenator der TH Köln.

Copyright: Alexander Schwaiger

Prof. Dr. Sylvia Heuchemer, Präsidentin der TH, und Prof. Dr. Joachim Metzner, Präsident a.D. und Ehrensenator der TH Köln

Der Aufstieg der Kölner NSDAP, schreibt die TH in einer Mitteilung weiter, lasse sich anhand der von der Partei genutzten Standorte ablesen. Nachdem die Parteiführung anfangs in Kellerräumen am Ubierring gearbeitet hatte, folgte der Umzug in immer größere Gebäude und spätestens mit der Gründung des Gaus Köln-Aachen suchte man nach einem passenden Domizil für dessen Verwaltung.

Im Haus der Gauleitung gab es auch einen Hitler-Altar

„Die Wahl fiel auf das ursprünglich für die Städtische Handelshochschule errichtete Gebäude in der Claudiusstraße, unter anderem wegen seiner Größe und der schlossähnlichen äußeren Gestalt. Es folgten umfangreiche Umbaumaßnahmen wie die Neugestaltung des Treppenaufgangs zu einer Art Hitler-Altar oder die Montage der heute noch erhaltenen großen Lampen am Haupteingang“, erläutert Prof. Dr. h.c. Joachim Metzner, Präsident a.D. der TH Köln und ausgewiesener Kenner der Geschichte des Hauses.

Nach Kriegsende wurden die sichtbaren Zeichen der Nazi-Herrschaft entfernt. Zudem folgte in den siebziger und achtziger Jahren eine umfangreiche Restaurierung, die den Zustand in weiten Teilen auf seine ursprüngliche Gestalt zurückgeführte. Warum dabei die Halterungen der Fahnenmasten nicht ersetzt wurden, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.