Kippt bei Schalke 04 die Stimmung? Ein „Doppelpass“-Gast sieht beim kommenden FC-Gegner erste alarmierende Anzeichen.
Alarm bei FC-Gegner?Dopa-Gast widerspricht Ex-Schalker: „Widerlicher Virus“

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Ralf Fährmann war am 18. Oktober im Sport1-Doppelpass zu Gast.

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Der FC Schalke 04 ist nach der großen Aufstiegseuphorie in der Realität angekommen. Nach sechs Bundesliga-Spieltagen stehen die Königsblauen mit fünf Punkten unten drin. Noch kein Grund zur Panik, aber ein deutliches Zeichen, dass sich die Erwartungen vieler Schalke-Fans, dass es eine schwere Saison werden könnte, erfüllen dürften.
Sorgen macht vor allem die Offensive, mit bislang vier Treffern auf dem Papier die schwächste der Liga. Bitter für die Fans: In drei Spielen in der Veltins-Arena gab es noch kein einziges Heimtor zu bejubeln. Wie groß also ist die Abstiegsgefahr auf Schalke? Im Sport1-„Doppelpass“ waren die Meinungen dazu nach der 0:1-Heimniederlage gegen Mainz geteilt.
Effenberg sieht große Offensiv-Probleme bei Schalke: „Wenig kreativ“
„Man muss sich ja die Frage stellen: Was war das Saisonziel?“, sagte der frühere Schalke-Torwart Ralf Fährmann. „Das war, nicht abzusteigen und in der Liga zu bleiben. Und da ist man voll im Soll. Die Defensive steht ja trotzdem, auch aufgrund eines überragenden Loris Karius.“ Er sei hinsichtlich des Klassenerhalts weiterhin „sehr, sehr optimistisch“, betonte der Ex-Keeper, der zuletzt durch sein Enthüllungs-Buch Schlagzeilen gemacht hat.
Der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg sieht ebenfalls noch keinen Grund für die ganz große königsblaue Alarmstimmung, betonte aber auch: „Offensiv haben sie Schwächen. Das ist wenig kreativ. Karamann hat in der zweiten Liga geglänzt, war zusammen mit Dzeko der Unterschiedsspieler. Aber die erste Liga ist ein bisschen anders mit Verteidigern, die einfach eine andere Qualität und keine Probleme haben, die in Schach zu halten.“ Sowohl Kapitän Kenan Karaman als auch Stürmerstar Edin Dzeko stehen in der Bundesliga bislang noch ohne Torbeteiligung da.
Grundsätzlich spreche aber für Schalke, dass dem Aufsteiger von Beginn an klar gewesen sein dürfte, dass Abstiegskampf ansteht, so Effenberg: „Gefährlicher ist es für Mannschaften, die sich etwas anderes ausgerechnet haben und auf einmal da drin stecken, so wie Hoffenheim jetzt gerade oder Borussia Mönchengladbach. Ich glaube, dass die Schalker genau wissen, was sie machen müssen, um die Klasse zu halten.“
Doch Podcaster Tobias Holtkamp widersprach den beiden ehemaligen Bundesliga-Profis. „Ich habe bei den Schalkern schon das Gefühl, dass sie gerade in einer sehr entscheidenden Phase sind“, erklärte er eine knappe Woche vor dem Spiel beim 1. FC Köln (Samstag, 24. Oktober, 15.30 Uhr). „Kein Verein in Deutschland, würde ich mal behaupten, braucht Euphorie so sehr wie Schalke. Wenn du die Gesichter der Spieler, die da vor der Kurve gestern standen, gesehen hast, da sind die Mundwinkel unten. Da kann jetzt so ein ganz widerlicher Virus einziehen in die Köpfe der Spieler, auch in das Umfeld, was die nächsten Wochen angeht.“
Fährmann aber empfindet die Stimmung rund um seinen Herzensklub anders. „Ich verstehe total, was du meinst mit der Euphorie, aber ich glaube, es ist eine Euphorie im letzten Jahr entstanden, die über einen längeren Zeitraum besteht. Und ich glaube, man hat auch gelernt, dass man nicht zu schnell zu emotional reagieren darf“, so die Einschätzung der Schalke-Legende: „Die Fans sind geduldiger geworden.“
Daraufhin erwiderte Holtkamp: „Die Frage ist, wird es so bleiben? Natürlich sind sie momentan geduldiger geworden. Jetzt spielen sie in Köln. Da wird es am nächsten Wochenende richtig brennen im Stadion. Wenn es die nächste Niederlage gibt, wie lange hält das?“ Er sehe bei Schalke die Gefahr einer potenziellen Depression. „Das sind die ersten Anzeichen.“
