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„Haben wir mehr Qualität?“Klopp-Euphorie? Effenberg ist noch nicht überzeugt

Stefan Effenberg sitzt im Doppelpass

Copyright: Screenshot Sport1

Stefan Effenberg glaubt an Jürgen Klopp, findet aber auch mahnende Worte. 

Im „Doppelpass“ auf Sport1 drehte sich am Sonntag alles um die Nationalmannschaft – und um Bundestrainer Jürgen Klopp.

Sonntag um 11 Uhr ist „Doppelpass“-Zeit. Das gilt auch in der XXL-Länderspielpause der Bundesliga. 

Und zu bereden gab es am Sonntag genug. Schließlich hatte Jürgen Klopp am Donnerstag sein Debüt als Bundestrainer beim DFB gegeben. Das 1:1 in Amsterdam gegen die Niederlande brachte direkt ein paar Erkenntnisse für den DFB und Klopp.

„Also, ich bleibe immer realistisch ...“

Neben positiven Ansätzen waren auch ein paar schmerzhafte Erkenntnisse dabei. Sport1-Experte Stefan Effenberg legte in gewohnt direkter Manier den Finger in die Wunde. 

„Stefan, es war nicht alles wirklich perfekt in den Niederlanden. Wir hätten auch ein paar Tore mehr kriegen können. Was muss denn heute sich verändern? Was möchtest du sehen von der Nationalmannschaft?“, wollte Doppelpass-Moderator Florian König vom Ex-Nationalspieler und früheren Bayern-Star wissen.

Und Effenberg zeigte sich gewohnt meinungsstark. „Fakt ist doch, wir haben alle das Spiel gesehen, dass das ein glückliches Unentschieden war. Man hätte eigentlich verlieren können, vielleicht sogar müssen. Die Niederlande war spielerisch, finde ich, bis auf die Anfangszeit die bessere Mannschaft“, sagte der frühere Bayern-Star.

„Jetzt wird es aber so transportiert, dass das alles super war. Also, ich bleibe immer realistisch und so schätze ich die Spieler auch ein. Haben wir jetzt mehr Qualität als bei der WM? An Spielern? Wir haben mehr Spieler, nämlich 44, die getestet werden, oder vielleicht 56. Haben wir mehr Qualität? Nein, die ist ja nicht gewachsen. Haben wir mehr Qualität als bei der letzten WM? Nicht wirklich!“, führte Effenberg fort.

„Jetzt hoffen wir, dass Klopp das hinkriegt, einen Zusammenhalt zu erzielen mit dieser Mannschaft, dass man sagt: Wir als Team sind stark. Das, was eigentlich Deutschland oder die Nationalmannschaft immer ausgezeichnet hat. Wir hatten natürlich immer Weltklasse-Spieler in den Reihen. Aber warum? Als wir erfolgreich waren: Warum waren wir denn erfolgreich? Weil wir als Team funktioniert haben. Das haben wir in den letzten Turnieren nicht“, legte Effe den Finger in die Wunde der deutschen Fußball-Nation.

Doch Effenberg wollte nicht ausschließlich schwarzmalen. Generell glaubt auch er, dass Jürgen Klopp beim DFB den Bock umstoßen kann: „Und ich glaube, da ist er definitiv der richtige Mann. Diesen Zusammenhalt und dieses Gefühl und auch der Glaube und die Hoffnung reinzubringen. Ich glaube, dafür ist er der absolute richtige Mann. Aber ich bin jetzt auch nicht so, dass ich überziehe. Also, ich sehe ein 1:1 gegen die Niederlande, ich überziehe nicht. Ich warte mal heute Abend ab gegen Griechenland und ich überziehe nicht, sondern man muss das schon auch realistisch alles einschätzen.“