Nächster Wutausbruch Bayern-Bosse bremsen Fan-Ärger – dann macht Hoeneß alles kaputt

Uli Hoeneß spricht auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München.

Uli Hoeneß am 15. Oktober 2022 auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern München.

Er hat es erneut getan: Nur drei Wochen nach seinem wütenden Anruf im „Doppelpass“ hat Uli Hoeneß erneut allergisch auf Kritik an Katar reagiert. Diesmal folgte der Ausbruch auf der Mitgliederversammlung des FC Bayern.

Uli Hoeneß und das Thema Katar – auch die aktuelle Führungsriege beim FC Bayern München dürfte wegen der innigen Verbindung des Ehrenpräsidenten zum Emirat immer häufiger die Hände über dem Kopf zusammenschlagen.

Ausgerechnet auf der mit Spannung erwarteten Jahreshauptversammlung, auf der Präsident Herbert Hainer (68), Vorstands-Boss Oliver Kahn (53) und Co. die heikle Beziehung zum Wüstenstaat zurückhaltend moderiert und für die Zukunft offen gelassen hatten, riss Hoeneß die zuvor gebauten Brücken in gewohnt impulsiver Manier gleich wieder ein.

FC Bayern: Katar weiter ein heißes Thema

Bei der Veranstaltung am Samstagabend (15. Oktober 2022) im Audi Dome kam das Thema Katar immer wieder zur Sprache. Besonders, weil die Münchner Führungsriege derzeit über der Frage brütet, ob der 2023 auslaufende lukrative Sponsoring-Vertrag mit der staatlichen Fluggesellschaft Qatar Airways noch einmal verlängert werden soll.

Alles zum Thema Uli Hoeneß

Die aktive Fanszene hatte sich immer wieder klar gegen die Verbindungen zum Emirat positioniert, bei der Jahreshauptversammlung im vergangenen Jahr hatte sich sogar ein Eklat an den aufgeheizten Debatten entzündet. Am Ende brach der Bayern-Präsident die Veranstaltung im November 2021 ab, aus dem Publikum gab es wütende „Hainer raus“-Rufe.

Die offene Konfrontation blieb diesmal aus, doch die Quittung kassierte Hainer trotzdem. Bei seiner Wiederwahl (ohne Gegenkandidat) votierten 83,3 Prozent der Stimmberechtigten für eine zweite Amtszeit. 2019 war der frühere Adidas-Boss noch mit sagenhaften 98,1 ins Amt gewählt worden.

FC Bayern: Uli Hoeneß poltert gegen Katar-Kritiker

Katar-Freund Hoeneß, der sich wegen anhaltender Kritik zuletzt sogar zu einem weiteren wütenden Anruf im „Doppelpass“ hatte hinreißen lassen, sah das offenbar als persönliche Niederlage. Kurz nach der Wahl ging er Mitglied Michael Ott, der sowohl dieses als auch vergangenes Jahr kritisch Position bezogen hatte, scharf an.

„Ihr Auftritt war peinlich! Das ist der Fußballklub Bayern München und nicht die Generalversammlung von Amnesty International“, polterte Hoeneß, zeigte wütend mit dem Finger auf den Rechtsreferendar, als er den Innenraum der Halle kurzzeitig verließ. 

Der wütende Uli Hoeneß nimmt sich Katar-Kritiker Michael Ott nach dessen Beitrag auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern zur Brust.

Der wütende Uli Hoeneß nimmt sich Katar-Kritiker Michael Ott nach dessen Beitrag auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern zur Brust.

Auch wenn Hoeneß als Ehrenpräsident keinen Einfluss auf das Tagesgeschehen hinter den Kulissen hat, riss er mit seiner Attacke als Repräsentant des Klubs wieder neue Gräben auf. „Er ist sicher an keinem sachlichen Dialog interessiert, das hat man gemerkt. Ich hatte auch eine Anfrage der ‚Zeit‘ vor Monaten, über ein Streitgespräch mit Herrn Hoeneß. Das ist offensichtlich am Hoeneß gescheitert, nicht an mir. Aber jetzt kann er mir offensichtlich ein paar böse Worte an den Kopf werfen“, sagte Ott nach der Veranstaltung gegenüber der „Bild“.

Kahn und Hainer hatten zuvor deutlich diplomatischer die Position der Bayern ausgedrückt und Verständnis für Kritik anklingen lassen. Dass der langjährige Bayern-Macher erneut auf Konfrontationskurs ging, dürfte erneut hohe Wellen schlagen und dem bemühten Kuschel-Kurs alles andere als zugutekommen. (bc)

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