FC Bayern ohne acht nach Kiew Corona-Wirbel: Nagelsmann sucht den Münchner Maulwurf

Bayern-Trainer Julian Nagelsmann beim Training des FC Bayern.

Coach Julian Nagelsmann, hier beim Training des FC Bayern München am 19. November 2021, hat sich vor dem Champions-League-Spiel bei Dynamo Kiew zur Lage geäußert.

Fünfter Spieltag der Champions League, der FC Bayern München tritt bei Dynamo Kiew an. Vor dem Spiel äußerten sich Bayern-Coach Julian Nagelsmann und Nationalspieler Leroy Sané zur aktuellen Situation beim Rekordmeister.

München. Die nicht enden wollende Debatte um die impfunwilligen Profis, dazu die unnötige Pleite beim FC Augsburg (1:2) – und Borussia Dortmund plötzlich wieder im Nacken: Der FC Bayern München kommt vor der Champions-League-Partie bei Dynamo Kiew nicht zur Ruhe.

Eine Pleite im Rücken, acht Ausfälle für das Spiel in der Königsklasse – und immer wieder geraten pikante Interna an die Öffentlichkeit: Für Trainer Julian Nagelsmann (34) eine herausfordernde Situation. Er überlegt sogar, auf Maulwurfjagd zu gehen!

Vor dem Abflug nach Kiew stellte sich Nagelsmann am Montag (22. November 2021) den Fragen der Medien. Vorher hatten neben den corona-infizierten Spielern Niklas Süle und Josip Stanisic auch die Impfverweigerer Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Eric-Maxim Choupo-Moting, Jamal Musiala und Michael Cuisance gefehlt, die sich in Quarantäne befinden und deshalb derzeit kein Gehalt bezahlt bekommen. Zudem fehlte der gelbgesperrte Dayot Upamecano, dafür meldeten sich Kingsley Coman (muskuläre Probleme) und Sven Ulreich (Knie) wieder zurück. Allerdings droht auch der Ausfall von Marcel Sabitzer. „Bei ihm sieht es nicht so gut aus. Auch Coman hat noch Probleme“, sagt Nagelsmann.

Nagelsmann: „Wir sind keine Thekentruppe“

Immerhin: Die Bayern haben in ihrer Champions-League-Gruppe bislang eine blütenweiße Weste, sind nach bereits vier Spielen für das Achtelfinale qualifiziert. Nagelsmann: „Champions League ist nie unwichtig, auch wenn es nicht mehr relevant ist fürs Weiterkommen. Wir haben als Bayern immer Ergebnisdruck. Wir wollen auch Dinge, die wir zuletzt nicht gut gemacht haben, besser umsetzen. Trotz der Ausfälle reisen wir nicht mit einer Thekentruppe an, wir haben immer noch eine gute Mannschaft.“ 

Für das Wochenende ist immerhin Verstärkung in Sicht. Nagelsmann: „Wir haben in der Kette nicht mehr so viele Alternativen. Niklas Süle wurde jetzt freigetestet, kann am Wochenende wieder zum Einsatz kommen. Bei Josip Stanisic wird das hoffentlich morgen passieren, sodass wir mehr Alternativen haben werden.“ Über die Profis in Quarantäne sagt Nagelsmann: „Die Quarantäne-Regeln sind klar und einfach. Den Spielern geht es gut. Nach sieben Tagen können sie mit einem negativen Test aus der Quarantäne raus.“

Auswirkungen auf die Team-Chemie fürchtet Nagelsmann nicht: „Es zeichnet eine Gruppe aus, das man unterschiedlicher Meinung sein kann. Wichtig ist aber auch, dass man füreinander da ist. Diskussionen befruchten. Am Ende glaube ich nicht, dass die Mannschaft daran zerbricht, sondern daran wachsen kann.“

Julian Nagelsmann über den Maulwurf beim FC Bayern

Nagelsmann fasst die Situation beim FC Bayern nach der Pleite beim FC Augsburg zusammen: „Wir haben jetzt zwei Niederlagen zu viel. Im Pokal tut das weh, weil es ein K.o.-Spiel war. Augsburg sollte uns nicht passieren. Ich finde es nicht glücklich, dass Interna rausgeplaudert werden. Da geht es oft um private Dinge, die sich natürlich auf den Fußball projizieren. Aber sowas wie wer Corona hat oder wer welche Strafe zahlen muss. Wir denken drüber nach, ob wir es laufen lassen oder versuchen, dem Herr zu werden. Es wäre schön, wenn es bei uns ein bisschen verschlossener wäre.“

Leroy Sane vom FC Bayern München kommt zum Training.

Leroy Sané am Montag (22. November 2021) beim Abschlusstraining des FC Bayern vor dem Auswärtsspiel bei Dynamo Kiew.

Leroy Sané: „Wir können die Ausfälle kompensieren!“

Nationalspieler Leroy Sané (25) lässt die On-Off-Quarantäne der Kollegen (noch) kalt. „Uns beeinflussen die Diskussionen nicht. Wir reden kurz drüber und wollen das nächste Spiel gewinnen, egal welches das ist. Wir sind der FC Bayern, haben einen großen Kader, können das kompensieren. Wenn die großen Spiele kommen, muss man dann allerdings mal sehen.“

Als Gesicht der bayrischen Impfkampagne wirbt Sané für eine Immunisierung gegen Covid19. Zu seinen ungeimpften Kollegen sagt er aber nur: „Ich bin selber geimpft, stehe auch dafür. Ich will, dass sie im Kader sind und uns helfen können. Das sind wichtige Spieler für uns. Aber am Ende respektiere ich auch die Entscheidung jedes Einzelnen.“

Leroy Sané über seine Leistungsexplosion

Sportlich hofft Sané, mit einem Erfolg in Kiew zurück in die Spur zu kommen. Nach seiner Leistungsexplosion ruhen auf ihm große Hoffnungen. „Einen Schlüsselmoment hatte ich jetzt nicht. Vielleicht die Vorlage auf Lewandowski gegen Hertha. Ich versuche, positiv zu denken. Ich war mit der vergangenen Saison nicht zufrieden. Ich wäre ja blind, wenn ich sagen würde, ich hätte ne gute Saison gespielt. Aber jetzt läufts!“ (ach)

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