Vor genau 20 Jahren Golfball-Wurf auf Kahn schockt die Bundesliga

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Oliver Kahn (r.) zeigt Schiri Uwe Kemmling den Golfball, mit dem er getroffen wurde. Sein Gesicht ist blutüberströmt.

Freiburg – Wurfgeschosse im Fußball – sie gehören nicht zum Sport und doch hat es sie leider immer schon gegeben. Egal ob Feuerzeuge, Bierbecher, Cola-Dosen oder sogar ein Schweinskopf und eine Handgranate. Jetzt jährt sich ein Ereignis, das jedem Bundesligafan noch in Erinnerung sein wird.

Oliver Kahn wird von Golfball getroffen

Es ist der 12. April 2000. Sonntag vor genau 20 Jahren. Der FC Bayern ist zu Gast beim abstiegsbedrohten SC Freiburg. Kurz vor Schluss führt der Favorit aus München durch ein Elfmeter-Tor mit 2:1. Es läuft die 88. Minute, da windet sich Oliver Kahn (50) plötzlich auf dem Boden.

Nach einigen Sekunden steht der Titan wieder, hält sich die linke Schläfe. Blut bedeckt seine Torwarthandschuhe. Kahn hält Ausschau nach dem Objekt, mit dem er getroffen wurde. Dann sieht er es, läuft an die Bande und übergibt Schiedsrichter Uwe Kemmling (59) das Wurfgeschoss – es ist ein Golfball.

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Uwe Kemmling: „Oliver Kahn wollte unbedingt weitermachen“

An der Seitenlinie kümmert sich Manager Uli Hoeneß um den blutenden Titan, selbst die Freiburger sind schockiert. Bayern-Kapitän Stefan Effenberg (51) will sich schon ein Torwarttrikot überziehen denn der Rekordmeister kann nicht mehr auswechseln. Es sind hektische Szenen, das Spiel steht kurz vor dem Abbruch.

Die Verantwortlichen beider Klubs wirken auf ihre Spieler ein, sorgen dafür, dass die Partie fortgesetzt werden kann. Und Kahn? Der beißt sich, mal wieder, durch, kehrt mit blutverschmiertem Gesicht in sein Gehäuse zurück. „Es wurde überlegt, ob das Spiel abzubrechen sei. Aber die Bayern führten – und Kahn wollte unbedingt weitermachen“, erklärte Schiri Kemmling.

Oliver Kahn: „Es ist Gott sei Dank alles gut gegangen“

Wenig später ertönt der Schlusspfiff, Kahn jubelt und schreit in Richtung der Freiburger Fans. Ottmar Hitzfeld (71) ist auch nach dem Spiel noch fassungslos. „Wenn er nur ein bisschen tiefer getroffen wird, am Auge, dann kann er blind sein“, so der damalige Bayern-Trainer. Am nächsten Tag verdeckt nur ein kleines Pflaster die Wunde über dem linken Auge des Welttorhüters. „Es ist Gott sei Dank alles gut gegangen, ich habe keinerlei Probleme, nicht einmal Kopfweh“, berichtet er.

Zwei Tage nach dem Spiel kommt raus: Ein 16-jähriger Schüler warf den Golfball – aus Wut über den Unparteiischen. Er zeigt sich reuig und wird zu Sozialstunden verurteilt. Dazu gab es ein fünfjähriges Stadionverbot.

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„Für mich war das auch nicht immer lustig, jahrelang ins Tor zu gehen und erstmal den ganzen Gemischtwarenladen an Früchten und was da sonst so im Fünfmeterraum lag, wegzuräumen“, erinnerte sich Kahn vor kurzem im Podcast „kicker meets DAZN“. Denn dem Titan wurden auch schon Bananen entgegen geworfen.

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