4

„Erlöse uns von ihm!“FC-Legende rechnet mit Nagelsmann ab – von Klopp nicht überzeugt

Julian Nagelsmann & Rudi Völler beim Fußballspiel

Copyright: Tom Weller/dpa

Gescheitert: Julian Nagelsmann und Rudi Völler beim Fußballspiel

Die WM-Pleite bringt das Fass zum Überlaufen: Pierre Littbarski hat die Nase voll. Für ihn muss Julian Nagelsmann sofort gehen.

Jetzt reicht es auch ihm! Nach Lothar Matthäus meldet sich nun auch Pierre Littbarski, sein Kollege aus dem Weltmeister-Team, zu Wort. Littbarski geht nach dem katastrophalen WM-Scheitern hart mit Bundestrainer Julian Nagelsmann ins Gericht.

Die FC-Legende postete auf Instagram: „Danke für nichts“. An die DFB-Führung hat er eine glasklare Botschaft: „Lieber DFB, erlöse uns von Julian Nagelsmann.“ Für Littbarski steht fest: „Arroganz und Überheblichkeit gehören nicht zu den Tugenden des Bundestrainers, der auch eine Vorbildfunktion hat.“

„Hätte Nagelsmann einen Arsch in der Hose ...“

Besonders auf die Palme brachte den 66-Jährigen Nagelsmanns Benehmen während des Gesprächs mit Johannes B. Kerner auf MagentaTV. Der Bundestrainer habe dort einen pampigen und zugeknöpften Eindruck gemacht. Littbarski formuliert es unmissverständlich: „Wenn Johannes B. Kerner ihm eine Frage stellt, dann hat er vernünftig zu antworten, denn er antwortet nicht Kerner, sondern den Menschen.“ Das berichtet „SPORT1“.

Im Gespräch mit der „Bild“ holte Littbarski weiter aus. Bei Nagelsmann gebe es „viel zu kritisieren“, beispielsweise, dass er kaum Bundesliga-Matches live vor Ort anschaue oder auch beim Afrika-Cup gefehlt habe. Der dreimalige WM-Teilnehmer sieht in dem 38-Jährigen sowieso nur eine Übergangslösung, „weil es keine andere Lösung gab“.

Dass Nagelsmann nach dem Debakel im Sechzehntelfinale gegen Paraguay nicht direkt die Konsequenzen gezogen hat, macht den Weltmeister sprachlos. Seine ungeschminkte Ansicht dazu: „Hätte Nagelsmann einen Arsch in der Hose, wäre er direkt nach dem Aus (...) schon zurückgetreten. Das wäre etwas Positives an dieser Katastrophe gewesen.“ Der DFB hat Nagelsmann in einem Gespräch am Donnerstag wohl den Rücktritt nahegelegt, doch eine Entscheidung wurde zunächst vertagt. Fakt ist: Es geht dabei um Millionen!

Littbarski zweifelt sogar die grundsätzlichen Trainer-Fähigkeiten von Nagelsmann an. „Wer sagt, dass das ein großer Trainer ist?“, schimpfte er und verwies auf Legenden wie Hitzfeld oder Heynckes, die wirklich etwas geprägt hätten. Nagelsmann hingegen hinterlasse „keine Spuren, sondern nur Traurigkeit“. Es schmerze ihn zutiefst, welch „ein jämmerliches Bild unsere Nationalelf abgibt“.

Obwohl nach dem Krisentreffen am Donnerstag vieles auf ein Aus für Nagelsmann hindeutet und Jürgen Klopp als heißester Anwärter gilt, bleibt Littbarski auch bei dieser Personalie skeptisch. Er ist von dieser Lösung nicht gänzlich überzeugt, weil Klopp sich „mit seinem Job als Experte bei MagentaTV keinen Gefallen getan hat, weil er den Bundestrainer öffentlich unter Druck gesetzt hat.“ 

Littbarski wirft stattdessen einen komplett anderen, verblüffenden Namen in den Ring. Er fragt: „Warum versuchen wir es nicht mal mit einem Coach aus dem Ausland?“, und hat auch schon eine Idee: „Pep Guardiola – das wäre einer, der für frischen Wind sorgen würde.“ (red)

Christoph Baumgartner im Interview
Er hat keine Minute gespielt
Bundesliga-Profi bricht bei WM-Interview in Tränen aus