Beim Spiel der spanischen Nationalmannschaft gegen Österreich kam es am Donnerstag nach einer halben Stunde zu einer Aufreger-Szene. Mittendrin: Deutschland-Schreck Marc Cucurella.
Karma für Cucurella?Spanien-Treffer weckt böse Erinnerungen bei deutschen Fans

Copyright: Getty Images via AFP
Marc Cucurella schießt beim Spiel von Spanien gegen Österreich den vermeintlichen Treffer zum 1:0, welcher jedoch nachträglich aberkannt wurde.

Es war die Aufreger-Szene beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Paraguay. Jonathan Tah erzielte in der 102. Minute das vermeintliche 2:1-Führungstor, welches jedoch nach einer Überprüfung des Videoassistenten zurückgenommen wurde.
Im Vorfeld der Torerzielung hatte Waldemar Anton im Fünfmeterraum Paraguays Schlussmann Orlando Gill minimal behindert, was Schiedsrichter Jalal Jayed aus Marokko jedoch ausreichte, um den Treffer abzuerkennen.
Neue Anweisungen für Referees: Cucurella-Treffer aberkannt
Für viele Experten war dies eine klare Fehlentscheidung, wie auch Bundestrainer Julian Nagelsmann nach Abpfiff monierte. Zuerst sprach er von einem „Vollskandal“, dann sagte er: „Es ist ein reguläres Tor. Ein Witz, dass er das abpfeift. Keine Ahnung, was er da sieht.“
Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina betonte nach dem Duell jedoch die Richtigkeit der Entscheidung. Die Referees seien angehalten, besonders ein Augenmerk auf Situationen zu legen, die „im Zusammenhang mit den taktischen Vorgehensweisen einzelner Mannschaften auftreten können“, schrieb Collina. „Ein Beispiel hierfür ist, wenn angreifende Spieler versuchen, verteidigende Spieler an ihrer Bewegung zu hindern.“
„Wenn ein angreifender Spieler jedoch kein Interesse am Ball hat und sich – selbst nur geringfügig – bewusst mit der klaren Absicht bewegt, die Laufbewegung eines Gegenspielers zu behindern und ihn dadurch am Verteidigen zu hindern, sollten die Schiedsrichter und – falls erforderlich – auch der VAR die Situation sorgfältig analysieren und eingreifen“, sagte Collina: „Dies gilt insbesondere dann, wenn diese Taktik darauf abzielt, den gegnerischen Torhüter daran zu hindern, das Tor wirksam zu verteidigen.“ Dies war in der Situation um Anton demnach wohl gegeben.
Einen ähnlichen Vorfall gab es nun am Donnerstagabend beim WM-Sechzehntelfinale zwischen Österreich und Spanien. In der 30. Minute landete ein Eckball bei Marc Cucurella, der aus sechs Metern den Ball zum vermeintlichen 1:0 traf.
Im Anschluss ertönte jedoch direkt der Pfiff. Spanien-Star Pau Cubarsi hatte im Fünfmeterraum nahe der Torlinie laut des Unparteiischen Österreichs Alexander Schlager behindert, weshalb auch dieser Treffer aberkannt wurde. Eine harte Entscheidung, wie auch ARD-Schiedsrichterexperte Lutz Wagner empfand.
Seiner Meinung nach war kein klares Stoßen oder Ziehen vorhanden, weshalb der Treffer, wie auch Tahs Tor, hätte zählen müssen. Aufgrund der neuen Anweisungen für die WM-Schiedsrichter sei die Entscheidung jedoch vertretbar, auch wenn es „regeltechnisch ein normaler Zweikampf war“. Für viele deutsche Fans, die das Spiel verfolgt haben, dürfte die Szene jedenfalls böse Erinnerungen an die Anton-Szene wecken.
Für Cucurella, an den viele deutsche Fans nach dem Handspiel bei der EM 2024 immer noch schlechte Erinnerungen haben, gab es also doch nichts zu jubeln. Da könnte man schon fast von Karma reden, wenngleich Teamkollege Mikel Oyarzabal nur sechs Minuten später dann zur Führung traf.
