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„Größte Transferperiode aller Zeiten“ Droht ein Wechsel-Wahnsinn in der Bundesliga?

Salih Özcan (v.l.) und Anton Stach (r.) nach dem Spiel des 1. FC Köln gegen Mainz 05 im Gespräch.

Salih Özcan (v.l.) und Anton Stach (r.) am 9. April 2022 nach dem Spiel des 1. FC Köln gegen Mainz 05 im Gespräch. Özcan vollzog bereits seinen Sommer-Wechsel zum BVB, Stach könnte sich bei der WM womöglich ins Schaufenster spielen.

Erlebt der Fußball den Wechsel-Wahnsinn im Winter? Durch die Umstellung wegen der WM in Katar wartet eine lange Winterpause. Während der Ball ruht, könnte der Transfermarkt dann heißlaufen.

Eine besondere Saison steht dem Fußball in der ganzen Welt bevor: Für die WM 2022 in Katar wird erstmals in der Geschichte eine Spielzeit über zwei Monate im Winter unterbrochen. Wegen einer ungewohnt langen Pause zwischen den beiden Saisonhälften könnte das auch Transfer-Auswirkungen nach sich ziehen.

In der Bundesliga etwa ruht der Ball vom 12. November bis zum 21. Januar 2023. 70 Tage und damit exakt zehn Wochen wird im Fußball-Oberhaus nicht gespielt. Genug Zeit also für die Vereine, je nach Saisonverlauf personell nachzurüsten. Folgt auf die Wüsten-WM der Wechsel-Wahnsinn?

Bundesliga vor Wechsel-Wahnsinn wegen WM in Katar?

Für Christian Heidel (59), Sport-Vorstand bei Mainz 05, ist das Winter-Chaos durch den angepassten Saisonverlauf vorprogrammiert. „Der Spielplan ist Chaos pur. Und die Saison wird für uns alle Neuland“, klagte er im Trainingslager in Grassau.

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Mit der Wiederaufnahme des Spielbetriebs im neuen Jahr stehen die entscheidenden 19 Bundesliga-Spieltage an. Im Januar beginne daher „praktisch noch mal eine neue Saison“, prognostiziert Heidel.

Er befürchtet, dass dem Fußball im Winter „die größte Transferperiode aller Zeiten“ bevorsteht – und die Kader vieler Klubs zum ungewohnten Zeitpunkt kräftig durchgewürfelt werden. Schließlich kommen diesmal drei entscheidende Faktoren zusammen.

Wechsel-Wahnsinn im Winter? Drei Faktoren sprechen dafür

WM-Boom: Wer sich beim größten Turnier gegen die Besten der Besten in den Vordergrund spielt, wird anschließend auf dem Transfermarkt heiß gehandelt. Stars und Neuentdeckungen der WM 2022 könnten im Winter entsprechend für viel Geld den Verein wechseln. Formstarke Neuverpflichtungen könnten so entscheidenden Schwung für die finale Saisonphase bringen.

Marathon-Vorbereitung: Durch die frühe Pause und den späten Wiederbeginn bleibt den Vereinen viel Zeit, sich auf die zweite Saisonhälfte vorzubereiten. Während Winter-Transfers für gewöhnlich sofort und ohne Eingewöhnungszeit einschlagen müssen, wäre diesmal Zeit, auch perspektivische Verpflichtungen vorzunehmen, die sonst eher im Sommer stattfinden.

Kurzzeit-Leihen: Ausgeliehene Spieler könnten in der kommenden Saison unter besonderer Beobachtung stehen. Stagnation statt erhoffter Spielzeit bis zur WM-Pause? Für Stamm-Klub und aktuellen Arbeitgeber womöglich ein Grund, sich über einen Abbruch auszutauschen. Mit dem Faktor Marathon-Vorbereitung im Hinterkopf könnten unzufriedene Profis mit ausreichend Eingewöhnungszeit der zweite Anlauf bei einer weiteren Leih-Station winken.

Bundesliga-Transfers im Sommer deutlich häufiger als im Winter

Der Blick auf die vergangenen Spielzeiten in der Bundesliga macht deutlich, dass die meisten Deals für gewöhnlich vor der Saison im Sommer unter Dach und Fach gebracht werden. Entsprechend groß sind auch die Unterschiede zwischen den Transfer-Ausgaben in Sommer und Winter.


Die Transfer-Ausgaben der vergangenen Saisons im Überblick:

  • 21/22: Sommer: 425 Mio. Euro | Winter: 62 Mio. Euro
  • 20/21: Sommer: 337 Mio. Euro | Winter: 51 Mio. Euro
  • 19/20: Sommer: 747 Mio. Euro | Winter: 208 Mio. Euro
  • 18/19: Sommer: 483 Mio. Euro | Winter: 79 Mio. Euro
  • 17/18: Sommer: 660 Mio. Euro | Winter: 77 Mio. Euro

Außer in der Ausnahme-Saison 2019/2020, als im Winter Stars wie Erling Haaland (22), Dani Olmo (24) oder Edmond Tapsoba (23) in die Bundesliga gewechselt waren, blieben die Ausgaben der gesamten Liga stets im zweistelligen Millionen-Bereich. Geht es nach Christian Heidel, könnte der Rekord-Wert im WM-Winter womöglich pulverisiert werden.

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