DFB-Schelte im „Doppelpass“ Scharfe Flick-Kritik – Effenberg sicher: Diese Spieler treten ab

Das DFB-Aus bei der WM 2022 beschäftigt Fußball-Deutschland weiter. Im „Doppelpass“ wurden die Fehler bei der Nationalmannschaft und die Frage nach den Konsequenzen diskutiert.

Das krachende Deutschland-Aus bei der WM 2022 hallt auch zum Ende einer vollkommen verkorksten Weltmeisterschafts-Woche noch nach. Wo lagen die Knackpunkte für die verpasste K.o.-Runde? Welche Verantwortung trägt Hansi Flick (57)? Und wie soll es bei der DFB-Auswahl vor der Heim-EM 2024 weitergehen?

Alles Fragen, die am Sonntag (4. Dezember 2022) im „Doppelpass“ auf Sport1 diskutiert wurden – mit einem klaren Ergebnis: Ein „weiter so“ nach dem dritten enttäuschenden Turnier in Folge kann und darf es beim DFB vor dem großen Turnier im eigenen Land nicht geben.

WM-Analyse im „Doppelpass“: Effenberg beklagt individuelle Fehler

Das Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft gehe nach drei wechselhaften Auftritten und dem folgenschweren Auftakt-Patzer gegen Japan in Ordnung, befand Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg (54). „Sie haben es nicht verdient“, urteilte „Effe“, die Mannschaft habe sich „durch individuelle Fehler selbst bestraft.“

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EXPRESS.de-Nationalmannschaftsreporter Marcel Schwamborn (49) brachte die Mannschaftsführung des Bundestrainers ins Gespräch, der zwar innerhalb des Kaders für Harmonie sorge, in schweren Phasen dann aber die nötige Härte und Konsequenz vermissen lasse. Das sei „nicht das, worauf es in einem Turnier ankommt.“

EXPRESS.de-Reporter Marcel Schwamborn sitzt im Doppelpass bei Sport1 und spricht über das WM-Aus und Bundestrainer Hansi Flick.

EXPRESS.de-Nationalmannschaftsreporter Marcel Schwamborn war am Sonntag (4. Dezember 2022) im „Doppelpass“ zu Gast.

Abwehrchef Antonio Rüdiger (29) hatte im Interview nach dem frühen Aus ähnliche Kritik durchblicken lassen und fehlende Härte bemängelt. „Er wollte niemandem wehtun“, sagte Schwamborn über den Umgang mit der Mannschaft. Flick habe es zu vielen Akteuren recht machen wollen: „Das ist sein großes Plus, aber gleichzeitig seine größte Schwäche.“

Härte forderte Effenberg jetzt auch von Flick in der Entscheidung über den Verbleib vieler Routiniers im Nationalteam. Der frühere Bayern-Kapitän zählte unter anderem Manuel Neuer (36) an und meinte: „Da muss Hansi Flick wirklich klare Zeichen setzen und Manuel Neuer, in meinen Augen, ist nicht mehr unantastbar.“

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Gleichzeitig prophezeite Effenberg, dass mehrere Spieler in den kommenden Tagen von sich aus zurücktreten dürften. Darunter Thomas Müller (33) nach seiner spontanen Dankesrede im TV-Interview und Ilkay Gündogan (32): „Ich glaube auch, dass er höchstwahrscheinlich seinen Rücktritt erklärt, aber das werden wir die nächsten Tage erfahren.“

WM-Aus im „Doppelpass“: Abwehr-Sorgen als entscheidender Faktor

Wie sollte es in Sachen Flick weitergehen? DAZN-Moderator Alex Schlüter (37) warnte trotz vorhandener „Baustellen“ bildlich vor einem radikalen Kurswandel: „Man muss jetzt aufpassen, dass man nicht das komplette Haus einreißt.“ Er warb dafür, auf die vereinzelten positiven Eindrücke der WM-Reise aufbauen und gezielt an den schwachen Momenten zu arbeiten.

Ex-DFB-Verteidiger Markus Babbel (50) nahm naturgemäß die DFB-Abwehr ins Visier und kritisierte die fehlende Abstimmung in entscheidenden Momenten. Später urteilte er scharf: „Mir fehlt der Leistungsgedanke beim DFB.“

Einig war sich die Runde daher im fatalen Urteil, dass die Defensive um Rüdiger, Niklas Süle (27) und Nico Schlotterbeck (23) trotz anderthalb Jahren Turnier-Vorbereitung nicht eingespielt sei. „Hansi Flick hat 16 Abwehrketten in 19 Länderspielen aufgestellt“, untermauerte Schwamborn die Kritik mit nackten Zahlen: „Das kann doch kein Konzept sein.“ Nationalspielerin Lina Magull (28) stimmte zu: „Letztendlich kann ich auch nicht beantworten, warum da immer so viel rotiert wurde.“ (bc)

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