Flick benennt ersten Länderspiel-Kader Neue Gesichter und Rückkehrer – acht EM-Teilnehmer fehlen

Hansi Flick (Bundestrainer) bei der Bekanntgabe seines Länderspiel-Kaders.

Hansi Flick bei seiner Kader-Bekanntgabe am 27. August 2021 in der DFB-Zentrale.

Hansi Flick benennt sein erstes Aufgebot als Bundestrainer. In der WM-Qualifikation stehen drei Spiele gegen Liechtenstein, Armenien und Island an. Drei Siege sind das Ziel des Löw-Nachfolgers.

Frankfurt. Nun geht sie endlich richtig los, die Flick-Zeit bei der Nationalmannschaft. 61 Tage nach dem EM-Aus gegen England erwartet der neue Bundestrainer seine Spieler am Sonntag (29. August 2021) in den Abendstunden im Waldhotel Stuttgart. Nach ein paar Kennenlern-Sitzungen geht es dann am Montag um 16 Uhr erstmals auf den Trainingsplatz.

Am Freitag (27. August) benannte Flick 26 Spieler für sein erstes Aufgebot. Gegenüber dem EM-Kader fehlen acht Spieler im Aufgebot – die meisten wegen Trainingsrückstand nach Verletzungen. 

Nach der am Ende äußerst frustrierenden Zeit unter Joachim Löw (61) soll Hansi Flick (56) der DFB-Auswahl neuen Schwung verleihen. Der frühere Bayern-Coach versucht dies mit alten Bekannten und einigen frischen Gesichtern. Bei den drei WM-Qualifikationsspielen gegen Liechtenstein (2. September), gegen Armenien (5. September) und in Island (8. September) könnten einige Jungspunde ihr Länderspiel-Debüt feiern.

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David Raum und Karim Adeyemi vor Länderspiel-Debüt

Linksverteidiger David Raum (23) wurde kürzlich mit der U21 Europameister. In der vergangenen Saison schaffte er mit Greuther Fürth den Bundesliga-Aufstieg, im Sommer wechselte er dann ablösefrei zur TSG Hoffenheim. Der gebürtige Nürnberger ist als Alternative zu Robin Gosens (27) vorgesehen.

Auch der 19-jährige Außenstürmer Karim Adeyemi von Red Bull Salzburg feierte im Sommer mit der deutschen U21-Auswahl den Europameister-Titel. Jetzt soll er sich auch bei der A-Mannschaft bewähren. „Er hat einen enormen Speed, Stärken im Eins gegen Eins und hat jetzt zum Anfang der Saison viele Tore gemacht hat“, sagt der Bundestrainer.

Dritter Neuling ist Linksfuß Nico Schlotterbeck (21) vom SC Freiburg, ebenfalls U21-Europameister. „Sie haben bei der U21 tolle Leistungen gebracht“, begründete Flick die Nominierung.

Mit Dortmund-Kapitän Marco Reus (32) kehrt zudem ein Routinier ins Aufgebot zurück, der sein bisher letztes Länderspiel am 13. Oktober 2019 in Estland bestritten hat. Mats Hummels (32) muss hingegen wegen seiner anhaltenden Knieprobleme passen. 

Hansi Flick: Noch kein Platz für Mario Götze und Julian Draxler

Neben Reus sind mit Thilo Kehrer (24), Mahmoud Dahoud (25), Florian Wirtz (18) und Ridle Baku (23) drei weitere Spieler dabei, die von Löw zuletzt nicht berücksichtigt worden waren. Mario Götze (29) und Julian Draxler (27) gehören allerdings nicht zu Flicks erstem Personal. „Es ist wichtig, dass er weiter dran bleibt, dass er weiter versucht, Leistung zu bringen. Dann schauen wir, was dabei herauskommt“, sagte Flick Richtung Götze.

Leroy Sané (25), der bei Bayern München zuletzt nur schwer in die Saison fand, könnte bei der Nationalmannschaft neues Selbstvertrauen tanken. „Die Qualität, die er im Training hat und die Einstellung, die er im Training zeigt, ist immer top gewesen“, sagte Flick in Erinnerung an seine Münchner Zeit. „Ich bin da auch mit Julian Nagelsmann einig, dass wir ihn unterstützen“, verriet Flick. Es gab für ihn „keine Frage, dass Leroy dabei ist“. Der Flügelflitzer ist neben Thomas Müller (31), Serge Gnabry (26) und Jamal Musiala (18) Teil des Münchner Offensiv-Quartetts, das Flick aus seiner Zeit als Bayern-Coach bestens kennt.

Thomas Müller freut sich auf Neustart unter Hansi Flick

Auf den Neustart mit dem Löw-Nachfolger sind nicht nur die Fans gespannt. „Das wird eine spannende Geschichte, wie Hansi das Ganze angehen wird. Da sind wir alle Fußballbegeisterten in Deutschland gespannt auf die kommenden Monate“, sagte Thomas Müller.

Viel Zeit bleibt Flick nicht. In sieben Spielen muss bis November das WM-Ticket für Katar gesichert werden. Das ist nur als Gruppensieger direkt möglich. Flicks Anspruch für den September-Dreierblock ist klar formuliert: „Wir wissen schon, dass wir die Qualität haben müssen, die drei Gegner zu schlagen. Das Ziel sind neun Punkte.“

Das erste DFB-Aufgebot von Hansi Flick im Überblick

Tor: Manuel Neuer, Bernd Leno, Kevin Trapp.

Abwehr: Ridle Baku, Robin Gosens, Thilo Kehrer, Lukas Klostermann, David Raum, Antonio Rüdiger, Nico Schlotterbeck, Niklas Süle.

Mittelfeld/Angriff: Karim Adeyemi, Mahmoud Dahoud, Serge Gnabry, Leon Goretzka, Ilkay Gündogan, Kai Havertz, Jonas Hofmann, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Jamal Musiala, Florian Neuhaus, Marco Reus, Leroy Sané, Timo Werner, Florian Wirtz.

„Wir denken, es ist ein guter, ein interessanter Kader mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern“, sagte Flick. Zum Einstand will er bewusst ein paar Reizpunkte setzen: „Es ist natürlich so, dass man als Trainer schaut: Wo gibt es interessante Spieler?“

„Es gibt immer ein paar Bauchschmerz-Entscheidungen“, verriet der einstige Löw-Assistent Flick: „Aber ich kenne das noch aus meiner Zeit mit Jogi Löw. Wenn man einen Kader nominiert - das ist auch als Vereinstrainer so - gibt es immer auch Härtefälle.“

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