Der Trainerstuhl bebt! Bei RB Leipzig gerät Martin Demichelis bereits mächtig unter Beschuss. Und ein berühmter Vorgänger soll schon lauern.
Druck wächst enormNagelsmann-Beben in Leipzig? Demichelis zittert schon
Die Aufgabe für Martin Demichelis (45) bei RB Leipzig ist von Beginn an eine heikle Mission. Seine Position ist deutlich komplizierter als die seiner Vorgänger, denn er folgte auf Ole Werner (38), unter dem die Mannschaft aus Sachsen souverän die Qualifikation für die Champions League schaffte.
Werner wurde dennoch entlassen, weil seine nüchterne Spielweise den Verantwortlichen von Red Bull Soccer um Jürgen Klopp (59) zu wenig mitreißend war. Die Forderung lautete: Mehr Power, mehr Tempo, einfach mehr vom typischen Red-Bull-Stil.
Die Rückkehr eines alten Bekannten?
Genau diesen Spielstil sollte Demichelis verkörpern, jenen Fußball, dessen Motto am Cottaweg an den Wänden prangt: „Intensity is our identity“. Ein unbelasteter Anfang war unter diesen Voraussetzungen aber kaum denkbar. Schnell wurden Parallelen zu Ole Werners beeindruckender Bilanz von 1,95 Punkten je Begegnung gezogen. Das berichtet „Sky“.
Die ersten sechs offiziellen Partien waren ein ständiges Auf und Ab. Klaren Erfolgen wie gegen Trier (6:0), Gladbach (3:0) und den HSV (5:0) standen herbe Niederlagen mit kompletten Leistungseinbrüchen gegenüber, zum Beispiel in Bremen (1:3), Como (1:4) und gegen Leverkusen (0:2). Das Pressing greift nur teilweise, und das Offensivspiel wirft häufig Rätsel auf. Ein zusätzliches Problem: Der 45-jährige Coach kommuniziert vorwiegend auf Deutsch oder Spanisch, was in dem multinationalen Team die Verständigung erschwert.
Die Debatten über Demichelis nehmen deshalb an Fahrt auf. Brisant macht die Lage ein bestimmter Name: Julian Nagelsmann (39) ist verfügbar, ebenjener Trainer, der RB Leipzig zur Vizemeisterschaft und bis ins Halbfinale der Königsklasse führte. Seine damalige Erfolgsquote war mit 1,94 Punkten pro Match in 95 Partien herausragend.
Innerhalb des RB-Universums gibt es laut Bericht Stimmen, die sich eine Rückkehr des 39-Jährigen wünschen. Insbesondere Oliver Mintzlaff (51), der aktuelle Aufsichtsratschef in Leipzig und CEO von Red Bull, gilt weiterhin als großer Fan von Nagelsmann, obwohl er seinerzeit dem Transfer zum FC Bayern zustimmte.
Aktuell sichern die Vereinschefs Demichelis noch ihre Unterstützung für den kommenden „Oha-Oktober“ zu. Dieser Monat wird jedoch zur Nagelprobe: Bis zum 31. Oktober sind sieben Partien in drei verschiedenen Turnieren angesetzt. Dazu gehören Top-Spiele gegen Frankfurt, Eindhoven und die Bayern sowie ein Gastspiel im Bernabeu bei Real Madrid. Im Anschluss folgen mit Elversberg, Essen und Schalke auf dem Papier einfachere Gegner. Der argentinische Trainer wird ganz genau beäugt.
Roger Schmidt (59), der bei Red Bull auf Klopp folgte, mahnt intern zwar zur Geduld und möchte die Leistung von Demichelis zunächst analysieren. Ebenso ist Sportchef Marcel Schäfer (42) für sein überlegtes Vorgehen bekannt und möchte eine vorschnelle Trennung vermeiden. Aber es ist unmissverständlich: Demichelis muss schnellstens überzeugendere Leistungen und Resultate liefern. Der „Oha-Oktober“ entwickelt sich für ihn zu einem echten Härtetest. (red)
