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Update

Polizei Köln sucht ZeugenA4 nach Sperrung wieder frei – Bekennerschreiben gefunden

Weisweiler: Polizisten sind am Montag (7. September 2026) nahe dem Kraftwerk (hinten) im Einsatz. Nach einer Serie von Sabotage-Aktionen hat die Polizei ihre Ermittlungen und Fahndung ausgeweitet.

Copyright: Daniel Evers/WupperVideo/dpa

Weisweiler: Polizisten sind am Montag (7. September 2026) nahe dem Kraftwerk (hinten) im Einsatz. Nach einer Serie von Sabotage-Aktionen hat die Polizei ihre Ermittlungen und Fahndung ausgeweitet.

Aktualisiert:

Im Zusammenhang mit den Sabotageakten an Stromanlagen hat es am Montag einen Einsatz bei Eschweiler gegeben. Jetzt gibt es neue Informationen der Polizei.

In den vergangenen Tagen liefen in Nordrhein-Westfalen mehrere Polizeieinsätze, die im Zusammenhang mit Anschlägen auf die Energie-Infrastruktur stehen. Nun wurden am Montagnachmittag Sprengvorrichtungen neben der Autobahn 4 gefunden. Die A4 war daher in Höhe Langerwehe zwischen Eschweiler-Ost und Langerwehe in beide Richtungen für mehrere Stunden voll gesperrt.

Am Dienstag hat die Polizei bekannt gegeben: Im Bereich einer der Vorrichtungen fanden die Einsatzkräfte ein weiteres Bekennerschreiben. Aus taktischen Gründen würde der Inhalt aber nicht näher kommuniziert, heißt es. Aufgrund der laufenden Polizeimaßnahmen bleibt die Auf- und Abfahrt der Anschlussstelle Weisweiler weiterhin gesperrt. Die A4 selbst ist seit Montagabend nicht mehr gesperrt.

Sprengvorrichtungen an A4: Polizei sucht Zeugen

Nach Angaben der Polizei wurden die Sprengvorrichtungen unter den Stromtrassen an der Autobahn angebracht. Bereits während der Absuche am Montagabend am Kraftwerk Weisweiler waren gegen 21 Uhr Blitze und Knallgeräusche zu vernehmen, berichtet die Polizei. 

„Dadurch möglicherweise verursachte Schäden konnten bislang nicht festgestellt werden. Der betreffende Bereich konnte wegen einsetzender Dunkelheit sowie der Vegetation nicht weiter begangen werden“, so ein Sprecher. Die Absuche erfolge in den Dienstag-Morgenstunden. Dafür seien zusätzliche Beamtinnen und Beamte angefordert worden.

Der Polizeisprecher: „Des Weiteren stehen seitens des Landeskriminalamts Nordrhein-Westfalen Entschärfer vor Ort zur Verfügung, falls weitere Abschussvorrichtungen gefunden werden sollten. Die Bundespolizei Aachen unterstützt die weiteren Maßnahmen durch den Einsatz einer Drohne mit Wärmebildkamera.“

Wie die Polizei Köln mitteilte, hätten die Einsatzkräfte am Montagnachmittag Hinweise zu einer verdächtigen Person im Umfeld des Kraftwerks Weisweiler erhalten. Mehrere Abschussvorrichtungen wurden entdeckt, das Gebiet weiträumig abgesperrt. Nun werden Zeugen gesucht.

Wer hat am Montag Beobachtungen, die mit dem Aufstellen von Abschussrampen in Verbindung stehen könnten, gemacht? Wer hat Personen beobachtet und kann diese näher beschreiben? Wer verfügt über Kameraaufnahmen aus dem Bereich, zum Beispiel Wildkameras? Wer hat möglicherweise Fahrzeuge bemerkt und kann Angaben zu Farbe, Modell, Kennzeichen oder Insassen machen? Wer hat Fahrradfahrer im Umfeld gesehen und kann diese beschreiben?

Zeugen werden dringend gebeten, sich telefonisch über die „110“ bei der Polizei oder über das Hinweisportal zu melden.

Sprengvorrichtungen in Eschweiler wurden wohl neu installiert

Der WDR berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass der jetzt betroffene Bereich rund um das Braunkohlekraftwerk Weisweiler bereits in der vergangenen Woche abgesucht worden war. Es sei daher davon auszugehen, dass die Abschussvorrichtungen neu aufgestellt wurden. Ob der gesuchte Daniel V. dahinterstecke, sei aber unklar.

Die NRW-Polizei sucht seit Tagen mit Hochdruck nach dem 48-Jährigen aus Gevelsberg. Nach mehreren Anschlägen auf Strom-Infrastruktur in NRW, Brandenburg und Sachsen waren Bekennerschreiben aufgetaucht. Darin ging es auch um technische Details der Sprenvorrichtungen. Eine Razzia am Freitag am Wohnhaus des Verdächtigen war ergebnislos geblieben. Später wurde erfolglos ein zum Wohnwagen umgebauter Lkw in der Nähe des Hambacher Forsts untersucht.

Am Montag gab es dann einen größeren Einsatz zwischen Remscheid und Wuppertal. Dort sei eine verdächtige Person mit einem Rucksack gesichtet worden, sagte ein Polizeisprecher. Auch diese Maßnahme blieb aber ohne Erfolg. Einen größeren Polizeieinsatz gab es ebenfalls an einem Umspannwerk im Kreis Wesel am Niederrhein. NRW-Innenminister Reul und Bundesinnenminister Dobrindt hatten vergangene Woche von „Klimaextremismus“ und einer „hohen Bedrohungslage“ gesprochen.

Ob und wie es Daniel V. möglicherweise trotz des Fahndungsdrucks schaffte, erneut in Eschweiler Sprengvorrichtungen anzubringen, ist völlig unklar. (cme, mit dpa)