Blutbad in der Dusche Ex-Bayern-Star vor WM-Halbfinale „zitternd und bleich“ aufgefunden

Deutschlands Bastian Schweinsteiger schlägt vor den Augen seines spanischen Gegenspielers Xabi Alonso den Ball weg. Im Hintergrund sind Miroslav Klose und Carles Puyol zu sehen.

Deutschlands Bastian Schweinsteiger schlägt vor den Augen seines spanischen Gegenspielers Xabi Alonso den Ball weg. Das Foto entstand im WM-Halbfinale am 7. Juli 2010.

Der Gang in die Dusche gehört für viele Menschen zur tagtäglichen Routine. Bei der WM 2010 endete diese Routine für einen ehemaligen Bundesliga-Star in einem Blutbad.

Das klingt richtig schmerzhaft: Vor dem Halbfinale der WM 2010 in Südafrika hat sich der spanische Mittelfeldstratege Xabi Alonso (40) richtig übel verletzt. Und zwar unter der Dusche!

Wenige Stunden vor der Partie gegen die deutsche Nationalmannschaft am 7. Juli 2010 sprang Alonso – wie vor jedem Spiel – im Teamhotel der Spanier unter die Dusche, um sich abzukühlen. 

Als der damalige Spieler von Real Madrid die Duschkabine wieder verlassen wollte, hielt er sich an der Glastür fest. Das Problem: Die Tür war nicht richtig befestigt und ging zu Bruch.

Dabei erlitt der im Baskenland geboren Alonso eine tiefe Schnittwunde am Knie, die heftig zu bluten begann.

Alles zum Thema Fußball-Bundesliga

Xabi Alonso: Spaniens Teamarzt kommt sich vor wie in Horror-Film 

„Blut ist immer schockierend, aber was mich in diesem Fall geschockt hat, war, mein Knie mit einem Schnitt von einer Seite zur anderen zu sehen“, berichtete Alonso gegenüber der spanischen „AS“.  Seine größte Angst: Er könne das Halbfinale und das mögliche Finale verpassen. Diese Angst habe seine Schmerzen in diesem Moment überdeckt.

Der spätere Bayern-Star rief noch aus dem Badezimmer heraus den Teamarzt an, der kurz darauf im Hotelzimmer eintraf. „Als ich in den Raum gekommen bin, habe ich Xabi gefunden, bleich und zitternd, geradezu unter Schock“, erklärte Dr. Juan Cota.

Ihn habe der Anblick des Badezimmers an die grausame Dusch-Szene aus dem Horror-Streifen „Psycho“ (1960) von Alfred Hitchcock erinnert.

„Mein Herz hat mir gesagt, dass Xabi unmöglich spielen kann. Es war ein Kampf zwischen dem Kopf und dem Herzen“, erklärte der Teamarzt, der auf Bitten Alonsos Trainer Vicente del Bosque (71) nicht über den blutigen Zwischenfall informierte.

WM 2010: Für Xabi Alonso nimmt das Turnier ein gutes Ende

Trotz des tiefen Einschnitts konnte Alonso am Abend gegen Deutschland auflaufen. Dr. Cota hatte eine lokale Betäubung durchgeführt und die klaffende Wunde genäht. „Cota war unglaublich. Für mich ist er Gott“, schwärmte Alonso nun.

Dr. Cota setzte lediglich den Physio Miguel Gutiérrez in Kenntnis. Über zehn Jahre lang hielten die drei Männer Alonsos Blutbad vor der Öffentlichkeit unter Verschluss, erst jetzt lüftete der zweifache Champions-League-Sieger das Geheimnis um sein damals bandagiertes Knie.

Die Spanier gewannen das Spiel gegen die Mannschaft von Jogi Löw (62) mit 1:0 und Xabi Alonso spielte fast über die volle Distanz. Er wurde erst in der Nachspielzeit durch Verteidiger Carlos Marchena (42) ersetzt.

Im Finale gegen die Niederlande musste der heute 40-jährige Alonso jedoch noch einmal Schmerzen erleiden: Nigel de Jong (37) traf den Spanier mit einem brutalen Karate-Tritt an der Brust, wofür de Jong  lediglich die Gelbe Karte bekam. Am Ende holten die Spanier – dank eines Tores von Andrés Iniesta (38) in der Verlängerung – den Titel. (jm)

Sie verwenden einen veralteten Browser. Bitte aktualisieren Sie Ihren Browser, um Ihren Besuch bei uns zu verbessern.